Er hat 42 Filme gedreht, doch mit großen Meistern wie Bergman, Kurosawa oder Buñuel will sich Woody Allen immer noch nicht messen. Ein Interview über verpasste Lebenschancen, lästige Sterne-Restaurants und seinen neuen Film "Midnight in Paris".
SZ: Sie sind jetzt 75 Jahre alt und liefern doch jedes Jahr mit größter Pünktlichkeit ein neues Werk ab. Wovor haben Sie eigentlich Angst?
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Es hilft ihm sehr, im Rythmus zu bleiben: Woody Allen übt jeden Tag Klarinette und geht jeden Tag in den Fitnessraum. (© AFP)
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Woody Allen: Nehmen wir an, der vorherige Film ist gerade fertig geworden. Dann sitze ich da und frage mich, worauf ich jetzt denn so Lust habe. Und es stellt sich unweigerlich heraus: Ich habe Lust zu schreiben.
SZ: Andererseits wissen wir nicht zuletzt aus Ihren Filmen, dass der Mensch in einem sinnlosen Universum lebt. Nichts wird ihn retten, schon gar nicht die Kunst. Wer in dieser Stimmung sagt, er mache jetzt mal Pause - der schreibt danach vielleicht nie wieder eine Zeile.
Allen: Ja, das könnte sein. Es hilft schon sehr, im Rhythmus zu bleiben. Ich übe auch jeden Tag Klarinette, und ich gehe jeden Tag in meinen Fitnessraum. Wenn ich einen Tag mal auslasse, fällt mir alles am nächsten Morgen schon schwerer. Andererseits . . . Ich wüsste im Ernst auch gar nicht, was ich tun sollte, wenn ich ein Jahr freinehmen würde.
SZ: Die meisten Menschen tun dann etwas, das sie "leben" nennen.
Allen: Aber was soll das heißen? Du stehst morgens auf. Du machst einen Spaziergang. Du guckst ein bisschen Fernsehen, du besuchst vielleicht ein Museum. Ich weiß, es gibt Menschen, die können das. Die gehen auch ganz früh in den Ruhestand, sobald sie genug Geld verdient haben. Und dann haben sie Spaß. Treffen ihre Freunde zum Mittagessen, spielen ein bisschen Golf. Sie haben diese beneidenswerte Gabe, das Leben zu genießen.
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ARGH!
Musste der fette Spoiler auf Seite 3 ganz oben wirklich sein?