"Songs of Innocence" bei iTunes Bono entschuldigt sich für Zwangs-Album

Sagt Sorry: U2-Sänger Bono.

(Foto: AFP)
  • Nach massiver Kritik entschuldigt sich Sänger Bono für den automatischen iTunes-Downloads des jüngsten U2-Albums "Songs of Innocence".
  • Der Musiker macht eine Mischung aus Größenwahn, Eigen-PR und Angst für die missglückte Marketing-Idee verantwortlich.
  • Das Album der Band wurde zeitgleich mit dem Verkaufsstart des iPhones 6 automatisch in die Playlisten von mehr als 500 Millionen iTunes-Nutzern heruntergeladen.

Bonos Entschuldigung

Er hat es getan: Nach dem PR-Flops des Jahres (mindestens, wenn nicht des Jahrzehnts) hat sich U2-Sänger Bono bei seinen Fans entschuldigt. In einem auf Facebook veröffentlichten Video, in dem die Bandmitglieder Fragen von Fans beantworten, liest (etwa 2:20 Minuten nach Beginn des Videos) Bassist Adam Clayton die Frage einer gewissen Harriet Madeline Jobson vor: "Könnt ihr bitte nie wieder ein Album auf iTunes veröffentlichen, das sich automatisch in die Playlisten von Leuten lädt? Das ist wirklich unhöflich." Woraufhin Gitarrist Edge erst einmal herzlich zu lachen anfängt.

Wortreiche Erklärungsversuche

Dann antwortet Bono auf die Frage und beginnt mit einem "Ups" und einem "mmmh". Dann sagt er, komplett mit reuigem Blick und selbstironischem Tonfall: "Das tut mir Leid. Diese schöne Idee - wir haben uns hinreißen lassen. Künstler sind für so etwas prädestiniert: Ein Tropfen Größenwahn, ein Hauch Großzügigkeit, ein Spritzer Eigen-PR und tiefe Angst, dass diese Songs, in die wir in den vergangenen Jahren unser Leben gesteckt haben, nicht gehört werden könnten. Es ist viel Lärm da draußen."

Scharfe Kritik am Zwangs-Download

Der "Hauch Großzügigkeit", der dazu geführt hat, dass alle iTunes-Nutzer - ob U2-Fans oder nicht, ob sie wollten oder nicht - das 13. Studioalbum der Band plötzlich gratis in ihrer iTunes-Liste fanden, hat Bono und U2 ordentlich Kritik eingebracht. Apple sah sich schließlich dazu genötigt, eine Ein-Klick-Lösung für die Löschung des Albums anzubieten.