Rapper Cro über seine Blitzkarriere "Dann bin ich eben Mainstream"
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Sein Hit "Easy" brachte Cro nach oben, doch Starallüren merkt man dem Stuttgarter Rapper nicht an. Mit Süddeutsche.de spricht er über deutschen Hip-Hop, zu viel Lockerheit und ob er seine Pandamaske jemals ablegen wird.
Noch vor acht Monaten arbeitete Cro als Cartoonist bei der Stuttgarter Zeitung - jetzt spielt er auf ausverkauften Festivals und nähert sich der Marke von einer Million Facebook-Fans. Alles "Easy" so weit. So heißt der Song, der bei den Radiosendern in Dauerschleife läuft und die großen Plattenfirmen aufmerksam werden ließ. Beim gesampelten Laid-back-Sound des Sunny-Klassikers von Bobby Hebb horchte auch die internationale Blogosphäre auf. Seine Unbekümmertheit im Umgang mit Popsymbolen prägt Cros Sound. Er sampelt Indie-Hits von Iggy Pop bis Bloc Party, legt einen Hip-Hop-Beat drunter und holt damit genau jene Kids ab, die bisher nichts mit Hip-Hop anfangen konnten. Die Pandamaske, die er ursprünglich aufsetzte, um von seinem Arbeitgeber nicht erkannt zu werden, und bewusst zurückgehaltene Informationen zu seiner Person tun ihr Übriges für den Cro-Kult. Am 6. Juli erscheint das Album "Raop", eine eingängige Mischung aus Rap und Pop, dem die Musikszene schon jetzt Goldstatus prophezeit.
Mit Blockschrift und ein paar Noten tobt sich Cro vor seinem Auftritt in Paderborn an einer Tafel aus.
(Foto: Julian Essink)Cro schaut auf die Tafel und grübelt. "Das gefällt mir noch nicht." Gerade hat er einen Panda mit der Sprechblase Süddeutsche.de gemalt. Sein Tourmanager Steffen schaut nervös auf die Uhr, in einer Stunde beginnt Cros Auftritt auf dem AStA-Sommerfestival in Paderborn. Aber Cro widmet sich seelenruhig seiner Malstunde. Noch ein bisschen Blockschrift und ein paar Noten um das "Ganda Pang"-Anagramm. Cro scheint zufrieden, setzt die Pandamaske auf und lehnt sich gegen die vollbemalte Tafel.
Süddeutsche.de: Erklär mal: Was ist das Geheimnis eines Hits?
Cro: Wenn ich das wüsste, würde ich nur noch Hits schreiben. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und dann mit dem richtigen Ding. Da ist viel Glück dabei.
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Süddeutsche.de: Mit deinem Erfolg geht es steil bergauf. War dein Song "Easy" auch nur ein Glückstreffer?
Cro: Ich weiß nicht, warum der Song so groß wurde, das frage ich mich nämlich auch. Schönes Video, schöner Song, dann hat sich das so hochgeschaukelt. Hmm. (zuckt die Schultern). Kein Plan, warum.
Süddeutsche.de: Wie gehst du mit dem Riesentrubel um deine Person um?
Cro: Wenn ich die Pandamaske abnehme, hat sich nichts verändert. Vorhin bin ich mit Maske ins Produktionsbüro gelaufen. Auf dem Weg dahin war die Hölle los. Jeder wollte ein Bild mit mir machen. Dann bin ich ins Büro rein, hab mich kurz umgezogen, bin ohne Maske wieder raus und niemand wollte was von mir.
Süddeutsche.de: Deinen Texten wird zu viel Lockerheit attestiert, anstatt ernstere Themen anzusprechen. Kannst du den Vorwurf nachvollziehen?
Cro: Wer weiß, was kommt. Vielleicht habe ich irgendwann Bock nur noch Schmuselieder zu machen. Aber im Moment ist nun mal alles krass und ich verarbeite das, was ich so erlebe.
Süddeutsche.de: Hipsterblogs wie hypetrak.com feierten dich am Anfang überschwänglich, in letzter Zeit wurden immer mehr Stimmen laut, du seist schon zu Mainstream.
Cro: Die Sache ist ja: Ich mache es nicht zum Mainstream, es passiert einfach. Egal, wie sehr ich mich wehren würde, dass ich "real" oder "Underground" bleibe, ich habe keine Kontrolle darüber. Aber hey, dann bin ich eben Mainstream. Scheiß drauf! Dann verkaufe ich eben mehr als irgendein Blogger, der nur im Jugendheim auftritt.