Oscar-Preisträgerin Luise Rainer ist tot

2011 wurde Luise Rainer auf dem Berliner Boulevard der Stars mit einem Goldenen Stern gewürdigt.

(Foto: dpa)
  • Hollywood-Schauspielerin Luise Rainer ist im Alter von 104 Jahren gestorben.
  • Die gebürtige Düsseldorferin gewann zwei Oscars, 1936 für ihre Rolle in "Der große Ziegfeld" und 1937 für "Die gute Erde".
  • Zuletzt lebte sie in London, wo sie am Dienstagmorgen nach kurzer Krankheit starb.

Die Hollywood-Diva und zweifache Oscar-Preisträgerin Luise Rainer ist tot. Sie starb im Alter von 104 Jahren am Dienstag in London, wie ein persönlicher Freund der Familie der dpa bestätigte. Ihre Tochter schrieb auf Twitter:

"Niemand konnte mich stoppen"

Rainer kam 1910 in Düsseldorf auf die Welt und wuchs in Hamburg und der Schweiz auf. Gegen den Wunsch ihres Vaters ("Er dachte, ich solle zur Schule gehen und dann heiraten") reiste sie mit 16 Jahren nach Berlin, um beim Regisseur Max Reinhardt vorzusprechen. "Niemand konnte mich stoppen. Ich wollte alles, was in mir war, geben." Zwar scheiterte sie beim Vorsprechen, doch über Engagements unter anderem in Krefeld und Düsseldorf gelangte sie später doch noch zu Reinhardt, der dann am Wiener Theater in der Josephstadt war. Dort wurde sie vom Studio des Hollywood-Königs Louis B. Mayer, MGM, entdeckt und nach Amerika geholt. Sie sollte die nächste Garbo werden. In den 30er Jahren spielte Rainer in der Top-Liga - und mit Film-Diven wie Garbo. Als erste Schauspielerin erhielt sie zwei Mal hintereinander einen Oscar: 1936 und 1937 für ihre Rollen in "Der große Ziegfeld" und "Die gute Erde".

Rainer machte sich nicht viel aus dem Ruhm

Aber Rainer machte sich nicht viel aus dem Ruhm. "Erfolg war mir ziemlich egal. Ich habe nie von einem Leben als Filmstar geträumt", sagte sie. In der Tat: Einen ihrer Oscars verwendete sie als Türstopper und schenkte ihn bei ihrem Umzug nach London einem Möbelpacker. "Er hat ihn so sehnsuchtsvoll angeschaut", bemerkte Rainer kichernd - allerdings orderte sie in Hollywood später Ersatz für den verschenkten Oscar.

Luise Rainer um 1938

(Foto: Getty Images)

Nach ihren zwei Oscar-Filmen folgten "Finale in St. Petersburg" und "Der große Walzer", doch vergleichbare Erfolge blieben aus. Rainer war zudem eigenwillig und machte aus Frust über das Geldstreben in Hollywood bei MGM einen dramatischen Abgang. Auch später zeigte Rainer ihren eigenen Kopf. Eine Rolle für "La Dolce Vita" lehnte sie ab, weil sie eine Sex-Szene mit Marcello Mastroianni spielen sollte. 2003 war sie in der deutsch-amerikanischen Produktion "Poem - Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug" von Ralf Schmerberg zu sehen.

In zweiter Ehe mit Robert Knittel verheiratet

Rainer lebte lange Zeit in der Schweiz und zog schließlich in den Londoner Nobel-Stadtteil Belgravia, wo sie am Dienstagmorgen nach kurzer Krankheit starb. Ihre erste Ehe mit dem amerikanischen Intellektuellen Clifford Odets war turbulent und wurde nach wenigen Jahren geschieden. In zweiter Ehe war Rainer 45 Jahre mit dem Publizisten Robert Knittel verheiratet, der 1989 starb. Die gemeinsame Tochter lebt unter dem Künstlernamen Francesca Bowyer in Beverly Hills.

Linktipp: