Neuer Dienst, neues Glück: Google prescht mal wieder nach vorne. Ein DNS-Server wird zum weiteren Meilenstein auf Googles langem Weg vom Internet zum Googlenet.
Klar, im Netz ist alles anders. Aber einiges bleibt wie immer: Kontrolle bedeutet Macht. Und Macht bedeutet Geld. Das simple Spielchen hat vor allem Google gut verstanden, wobei nie ganz klar ist, ob Googles Macht auf dem eigenen Erfolg beruht - oder ob es nicht anders herum ist. Eindeutig klären lässt sich dagegen die Frage nach dem Warum von Googles Erfolg: Der Suchmaschinen-Gigant ist einfach besser, innovativer und schneller als alle seine Konkurrenten.
Auch das Betriebssystem Android entwickelt der US-Konzern "Google" federführend. (© Foto: dpa)
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Jetzt prescht Google abermals nach vorne. Mit einem neuen Dienst, der - wie alles, was sich die cleveren Produktdesigner ausdenken - für die Nutzer zunächst mal gratis ist. Die Programmierer haben einen DNS-Server gebaut, und jeder im Netz darf ihn benutzen. Um die Tragweite dieser neuen Strategie zu verstehen, muss man wissen, was ein DNS-Server ist.
Einem Telefonbuch nicht unähnlich gibt es auch im Netz Verzeichnisse, die den Adress-Eingaben des Surfers für Maschinen lesbare Nummern zuordnen. Tippt man zum Beispiel www.sueddeutsche.de in den Browser ein, wird diese Internetadresse von einem DNS-Server in eine Nummer übersetzt. Nur so kann der Nutzer, der von der ganzen Technik nichts mitbekommt, zur gewünschten Webseite geleitet werden.
Ein DNS-Server ist also an einer äußerst zentralen Stelle im Netz installiert - zwischen dem einzelnen Surfer und dem Rest der digitalen Welt nämlich. Es ist dies auch der Ort, an dem Zensur am einfachsten möglich ist. Entsprechend groß ist die Aufregung im Netz über Googles neues Angebot: "Google wird theoretisch bestimmen können, wohin man surft", schreibt der Fachdienst domainnamewire.com. Und: "So bekommt Google eine Menge mehr Daten, als sie bereits heute bekommen. Jetzt haben sie die Möglichkeit, das komplette Surfverhalten von Menschen zu speichern."
Google hält dagegen: Der neue DNS-Server sei nur gebaut worden, um das Netz schneller zu machen. Informationen über jeden Nutzer würden nicht dauerhaft gespeichert. Und natürlich kann jeder selbst entscheiden, ob er den Google DNS-Server benutzt. Womit man wieder beim alten Problem wäre: Es wäre kaum verwunderlich, wenn das Google-Angebot mal wieder schlicht besser wäre als das der Konkurrenten. Und so zum Standard wird. Ein weiterer Meilenstein auf Googles langem Weg vom Internet zum Googlenet.
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(SZ vom 7.12.2009/iko)
Brasiliens Präsidentin Roussef
Google die Datenkrake, ja klar.
Unser Surftverhalten kann *jeder* kontrollieren der Zugriff auf die Infrastruktur hat. Unsere Access Provider speichern genau diese Daten um den Vorgaben der VDS zu genügen und sie betreiben auch die DNS Server die die meisten Leute abfragen. Die Betreiber der backbones können Verbindungsdaten und Datenverkehr selbstverständlich mitlesen. Aber die Alarmglocken klingeln bei euch immer nur dann, wenn Google damit zu tun hat. Dann heisst es "Google! Ah klar! Datenkrake."
T-Mobile lässt sich die Kundendaten klauen, Yahoo hilft in China Dissidenten verfolgen, die Finanzierung von Facebook ist ein interessantes Thema und seine Kinder sollte man schon gar nicht mehr ins Internet lassen, weil sich keine Sau um den Datenschutz kümmert solange nicht schmerzhafte Schadensersatzansprüche drohen.
Aber GOOGLE!
Halten wir wenigstens mal für die Zukunft fest, daß die z.Z. noch zu den wenigen Anbietern gehören, die noch keinen Mist mit unseren Daten gebaut haben.