Musik: M.I.A. Akustische Tracht Prügel

Wie viel Luxus darf sich eine Befreiungskämpferin leisten? Die neue Platte "Maya" der Agitpop-Königin M.I.A. ist ein Soundtrack für Straßenunruhen. Die Bilder.

Wieviel Luxus darf sich eine Befreiungskämpferin leisten? Die neue Platte "Maya" der Agitpop-Königin M.I.A. ist ein Soundtrack für Straßenunruhen. Die Bilder.

Kein Popereignis hat in der jüngeren Vergangenheit vorab für so viel Aufregung gesorgt wie das neue Album der 1975 in London geborenen Mathangi "Maya" Arulpragasam alias M.I.A. Schon Ende April erregte das Video zur ersten Single Born Free Aufsehen. In kaum zu überbietender Drastik jagt darin eine Spezialeinheit der Polizei im Armenviertel einer amerikanischen Großstadt rothaarige Jugendliche, erschießt schließlich den jüngsten Gefangenen und zwingt die übrigen in der Wüste dazu, über ein Minenfeld zu rennen. Gedreht hat den neunminütigen Kurzfilm Romain Gavras, der Sohn des griechischen Regisseurs Constantinos Costa-Gavras, der auch schon für ein Video des französischen Filter-House-Duos Justice eine Gang inszenierte, die in einer Pariser Banlieue wahllos Menschen verprügelte. Das Born Free-Video wurde von YouTube erwartungsgemäß sofort gesperrt.

Text: Jens-Christian Rabe/SZ vom 8.7.2010/sueddeutsche.de/luc/rus

M.I.A. beim Coachella Valley Music & Arts Festival 2009.

Bild: Film Magic 8. Juli 2010, 10:312010-07-08 10:31:26 © sueddeutsche.de/luc