Moritz Bleibtreu im Interview "Wer einen Film mit mir doof findet, darf rausgehen"

Moritz Bleibtreu als "Urs Blank" im Film "Die dunkle Seite des Mondes", der kommende Woche im Kino anläuft.

(Foto: dpa)

Im SZ-Gespräch erzählt Moritz Bleibtreu, wie er einen guten Film erkennt - und warum er als Kind ein Poster in Lebensgröße von Humphrey Bogart im Zimmer hängen hatte.

Von Marten Rolff

Die wirkliche Karriere von Moritz Bleibtreu begann vor knapp 20 Jahren mit einem schrägen Satz: "Soll isch dir dein Hirrn pusten", drohte er da als planloser Gangster Abdul immer wieder in dem von Til Schweiger produzierten Kassenknüller "Knockin' on Heaven's Door". Andere Schauspieler hätten daraus womöglich einen müden Schenkelklopfer gemacht, Bleibtreu sackte den Deutschen Filmpreis ein. Seitdem gehört er nicht nur zu den bestbeschäftigten Schauspielern des Landes, sondern auch zu den wenigen, denen es zu gelingen scheint, Filmkritik und Massengeschmack gleichermaßen zu bedienen.

Er hat Leinwanddeutschland mit einem neuen Typus Kinoheld bevölkert: ob als unterbelichteter Muckibuden-Schwuler, panischer Kleinkrimineller oder sexsüchtiger Literat.

Im SZ-Interview erzählt der 44-Jährige, wie es zu diesem ungewöhnlichen Helden-Portfolio kam, warum er Popcorn-Kino genau so liebt wie Shakespeare und wer seine eigenen Helden waren. Im Grunde gehe es sehr oft um Bauchgefühl, sagt er. Man weiß: "Entweder es ist eine geile Geschichte oder eben nicht".

"Wenn ich genauso groß werde, kann ich alles erreichen"

Dieses Gefühl hat ihm geholfen zu unterscheiden. Dass sein Kindergärtner ein Vorbild war und seine Grundschullehrerin eben nicht. Dass er Schauspieler werden wollte. Immer schon. Obwohl er es gehasst hat, wenn seine Mutter Monica Bleibtreu auf der Bühne stand. Weil sie dort in dramatischen Stücken weinte oder geschlagen wurde. "Aber instinktiv habe ich begriffen, dass sie das, was sie macht, gut macht." Um sich für den Beruf zu motivieren, hat er, der immer überall der Kleinste war, ein Poster des nur 1,65 Meter kleinen Humphrey Bogart an die Wand gehängt und wusste: "Wenn ich genauso groß werde, kann ich alles erreichen."

So hat die Schauspielerei seit Generationen das Leben seiner Familie geprägt. Und so ist es bis heute geblieben. Im Grunde steht Bleibtreu wieder vor demselben Problem, das er und seine Mutter vor knapp 40 Jahren am Bühnenrand des Hamburger Schauspielhauses hatten: Wie erkläre ich dem fünfjährigen Sohn, dass der Vater der Held ist und nicht der bekannte Schauspieler? Gar nicht so einfach, wenn man schon auf jedem Elternabend auf subtile Art im Mittelpunkt steht.

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