Literatur Bei Krimis darf es blutig sein

Zwei Sekunden sind sehr kurz. Länger aber, davon geht Jochen Kunstmann aus, braucht ein Käufer nicht, um zu entscheiden, ob er nach einem Buch greift oder nicht. Er arbeitet bei Knaur/ Droemer im Marketing und betreut die Spannungs-Sparte, also Krimis und Psychothriller. Zwei Sekunden sind zu kurz, um widersprüchliche Informationen zu senden. "Ein Cover muss sein Versprechen klar machen", sagt er. "Kriege ich einen neuen Fall meines Lieblingskommissars zu lesen, wie bei den Krimis von Andreas Franz? Kriege ich richtig harte True-Crime Fälle, wie bei den Büchern des Rechtsmediziners Michael Tsokos?" Auf den Covern von Tsokos Büchern, die Titel wie "Zersetzt", "Abgeschnitten" oder "Zerschunden" tragen, sieht der Leser, genau, Zerschnittenes, Zersetztes. "Natürlich alles ohne echtes Blut und echte Knochen", versichert Kunstmann.

In zwei Sekunden trifft ein potenzieller Buchkäufer seine Entscheidung für oder gegen ein Buch, sagt Jochen Kunstmann von Knaur/Droemer.

(Foto: Stephan Rumpf)

Auffallend bei Knaur/Droemer: Je bekannter der Autor, desto größer darf sein Name auf dem Cover prangen. Denn für viele Fans funktioniert allein diese Wiedererkennung als Kaufargument. Aktueller Megaseller bei Droemer: Sebastian Fitzek, dessen neues Buch "Das Paket" eben erschienen ist. Dafür hat man sich dann noch etwas einfallen lassen: Das Buch sieht nicht nur wie ein Paket aus, es steckt auch in einem kleinen Paket.

Jochen Kunstmann, Knaur/ Droemer