Literatur Wie sieht das perfekte Buchcover aus?

Aufmachung, Farbe oder doch eher die Schrift? Was spricht Kunden vor vollen Bücherregalen besonders an?

(Foto: Günther Reger)

Mitarbeiter von fünf Verlagen erklären, wie ein Cover am besten funktioniert - vom Roman bis zum Ratgeber.

Von Christiane Lutz

So konkret wie möglich

Kinderbücher müssen gleich zwei Zielgruppen überzeugen: die Kinder - und natürlich ihre Eltern, denn die wählen die Bücher in der Regel aus. Mascha Schwarz leitet seit zehn Jahren den Tulipan Verlag, in dem Bilderbücher und Romane für Kinder erscheinen. Was ein Cover leisten muss, beschreibt sie so: "Der potenzielle Käufer muss anhand des Covers begreifen, worum es in dem Buch geht. Wir können nicht einfach die schönste oder lustigste Illustration nehmen, sondern wir nehmen diejenige, die die Geschichte am besten vermittelt." Bei Kinderbüchern muss das Cover sehr konkret sein, Kinder können mit hintersinnigen Andeutungen oder gar Ironie überhaupt nichts anfangen. So zeigt das Buch "Das U-Boot auf dem Berg" als Cover ein - Überraschung - U-Boot auf dem Berg. "Trotzdem wirft das Buch Fragen auf: Was macht ein U-Boot auf dem Berg? Es ist ein Rätsel, das die Kinder lösen wollen."

Ein Buchcover muss die Geschichte vermitteln, sagt Mascha Schwarz vom Tulipan Verlag.

(Foto: Stephan Rumpf)

Je älter die Leser werden, desto größer die Möglichkeit, Cover spielerischer und weniger konkret zu gestalten. "Vorsicht aber vor Coolness", sagt Mascha Schwarz, "was wir Erwachsenen cool finden, finden Kinder oft schrecklich." Das U-Boot beispielsweise hieß im Skript ursprünglich Eleonore. Erwachsene finden das putzig. Kinder altbacken. Ob ein Buch letztlich aber geliebt wird, das weiß selbst Mascha Schwarz nicht. "Kinder posten ja nichts im Internet. Das bleibt also ewig mysteriös."

Mascha Schwarz, Tulipan Verlag