Hip-Hop- und Rock-Newcomer 2013 Angel Haze

Nach Missy Elliot hat es im HipHop lange an guten Rapperinnen gemangelt. Erst Nicki Minaj sorgte wieder für weibliches (Selbst-)Bewusstsein im Rap. Während sich Nicki mittlerweile in Richtung Plastikpop verabschiedet hat, schicken sich gleich mehrere Rapperinnen wie Azealia Banks, Kreayshawn, Iggy Azalea un Angel Haze an, ihren Platz einzunehmen. Die spannendste unter diesen Künstlerinnen ist zweifelsohne Angel Haze. Raykeea Wilson, so ihr bürgerlicher Name, brachte dieses Jahr zwei Mixtapes heraus, auf denen sie ein riesiges Potenzial offenbarte.

Ihren bissigen Stimm-Rhythmus, der jedem männlichen Gangstarapper zur Ehre gereichen würde, vereint sie mit einer engelsgleichen Stimme, die so wunderbar an die große Aaliyah erinnert. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr hat sie keine Musik gehört, weil sie und ihre Mutter der Greater Apostolic Faith-Kirche angehörten, einer Sekte, die jegliches Hören von Musik untersagt.

Ihre Kindheit war aber auch aus anderen Gründen schwierig und das thematisiert sie so detailliert in ihren Songs, dass dem Zuhörer regelmäßig schlucken muss, ob des Schreckens, den er vorgesetzt bekommt. Zu dem Eminem-Instrumental "Cleaning Out My Closet" rappt sie beispielsweise detailliert darüber, wie sie mit sieben Jahren sexuell missbraucht wurde. Angel Haze ist definitiv eine der spannendsten Künstlerinnen, deren Entwicklung 2013 noch manche positive Überraschung bereithalten dürfte.