Die CDs der Woche - Popkolumne Irre Energie aus altem Zauber

Über vierzig Jahre nach ihrer Gründung inspirieren die Progressive-Rocker von King Crimson noch immer etliche Musiker - vor allem, wenn sie Sehnsucht nach komplexen Strukturen haben. So wie den französischen Tausendsassa Médéric Collignon, der am Kornett zu überzeugen weiß. Sein neues Album und weitere Crimson-Hommagen stellen wir in unserer Popkolumne vor, die diese Woche sehr jazzig ausfällt.

Von Karl Lippegaus

In diesen Tagen erscheint ein Box-Set mit 14 CDs und vielen seltenen Liveaufnahmen jener King-Crimson-Formation, die 1973 "Larks' Tongues in Aspic"  einspielte. Das sagenhafte Album (Cover im Bild) gibt es seit Ende Oktober als CD/DVD zu kaufen.

(Foto: Discipline Global Mobile)

King Crimson

Im vergangenen August gab der Gitarrist Robert Fripp in der Financial Times frustriert seinen Ausstieg aus dem Musikgeschäft bekannt. Der Kopf der Progressive-Rock-Band King Crimson hat nach jahrelangen Querelen mit Universal die Nase voll. Er will sich künftig lieber der Nachlasspflege widmen.

In diesen Tagen erscheint schon einmal ein Box-Set mit 14 CDs und vielen seltenen Liveaufnahmen der King-Crimson-Formation, die vor knapp vierzig Jahren das sagenhafte Album "Larks' Tongues in Aspic" einspielte.

Der Jazz war zwar nur ein Einfluss unter vielen für Fripp & Co., doch viele jüngere Jazzfans verehrten diese extrem raffinierte britischen Band. In Frankreich hatten Bands wie Pink Floyd, Soft Machine oder eben King Crimson Mitte der Siebzigerjahre riesige Fangemeinden.

Kein Wunder, dass sich jetzt sich in französischen Jazzkreisen eine Crimson-Renaissance andeutet. Ein fantastisches Album gibt es schon: "À La Recherche du Roi Frippé" (Just Looking) von Médéric Collignon, einem echten Tausendsassa - nicht nur am Kornett, sondern auch als Sänger.

Nicht nur am Kornett innovativ, sondern auch als Sänger: Médéric Collignon auf "À La Recherche du Roi Frippé".

(Foto: Just looking)