Die Popkultur der Neonazis erfindet sich stets neu: Seit sich die Erfolgsband "Böhse Onkelz" vom Rechtsradikalismus losgesagt hat, springen vermeintlich unpolitische Bands in die Bresche des "Identitätsrocks". Die Südtiroler Band "Frei.Wild" ist eine davon - und erobert mit Nationalismus die großen Bühnen.
"Süüüd-tiii-roool!" Gebrüllt aus 12 000 Kehlen, vor einigen Wochen in der Stuttgarter Schleyerhalle. Die Band Frei.Wild aus eben jenem Südtirol war mit ihrer "Die Welt brennt"-Tour durch deutsche Großstadt-Hallen unterwegs - Frankfurt, Stuttgart, Dresden, Hamburg. Die Botschaft der norditalienischen Deutschrocker ist völkisch und nationalistisch geprägt. Das "Heimatland" besingen sie als "Herzstück dieser Welt", auf das "schon unsere Ahnen mächtig stolz" gewesen sind: "Kurz gesagt, ich dulde keine Kritik, an diesem heiligen Land, das unsere Heimat ist."
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Für 100.000 verkaufte Platten, gab es in Stuttgart eine Goldene Schalplatte. Beim Metal-Festival Wacken spielten Frei.Wild am 4. August vor Fans - Nationalismus im Mainstream. (© Getty Images)
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Der Gruppe ist es gelungen, sich bei Rockfestivals wie in Wacken zu etablieren, mit Identitätsrock, einem Genre, das aus der Neonazi-Szene bekannt ist. So erklärte die inzwischen aufgelöste Esslinger Rechtsrock-Initiative "Identität durch Musik", der deutsche Ableger der europäischen Identitätsrock-Bewegung: "Die Identitätsrock-Bands verfolgen das grundsätzliche Ziel, mit ihren Texten Denkanstöße zu politischen Problemen zu geben, nationale Inhalte zu vermitteln und dabei diese Inhalte so weit wie möglich aus der politischen Isolation herauszubekommen."
Die Heimat-Hymne "Südtirol" ist laut offizieller Band-Biographie in "den letzten Wochen der Kaiserjäger geboren". Sänger der Skinhead-Gruppe Kaiserjäger war Philipp Burger, der heutige Frei.Wild-Frontmann. Den Schlusspunkt in der Kaiserjäger-Geschichte setzte ein Konzert, das in einer Massenschlägerei zwischen Deutsch und Italienisch sprechenden Neonazis endete. Und das in einer Phase, über die es in der Frei.Wild-Biographie heißt: "Ohne es zu merken, entfernt sich Philipp von der Szene und ändert seine Einstellung."
Er und seine Freunde hätten sich in der Pflicht gesehen, die Veneto Fronte zu dem Konzert einzuladen, eine italienische Skinhead-Bewegung. Bei deren Veranstaltungen dürften auch Punk-Bands auftreten. "Alles ist erlaubt: Skins, Faschisten, Rockabillys, Punks." Die Veneto Fronte Skinheads sind jedoch keineswegs so weltoffen, wie in der Frei.Wild-Biographie dargestellt. Es handelt sich um eine Neonazi-Truppe, die den "Blood & Honour"-Divisionen anderer europäischer Länder vergleichbar ist. Auf ihren Festivals spielen Bands wie die Bully Boys, die für Holocaust verherrlichende Titel wie "Six Million More" und "Fire Up The Ovens" bekannt sind.
"Wir sind einfach gleich wie ihr, von hier"
Die Kaiserjäger sollen sich nach besagtem Konzert im Februar 2001 aufgelöst haben. Frei.Wild gibt es seit September 2001. Im Sommer 2008 heißt es auf der Bandseite im Internet: "Frei.Wild ist frei von politischen Einflüssen und wird auch in Zukunft keine politische Richtung unterstützen." Im Herbst kommt jedoch heraus, dass sich Burger für die "Freiheitlichen" engagiert, die damals nicht nur "Südtirol zuerst" fordert, sondern auch einen Einwanderungs-Stopp. Die Freiheitlichen sind eine Art Südtiroler Schwesterpartei der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), und wie herauskommt, gehört Burger ihrer Bezirksgruppe Eisacktal an.
Die Partei wird in Deutschland zum Image-Problem für die Band: Frei.Wild verlieren ihren Manager und ihre Plattenfirma. Dreieinhalb Jahre später ist die Band angeblich wieder unpolitisch: "Wir sind keine Neonazis und keine Anarchisten. Wir sind einfach gleich wie ihr, von hier." Das singt Burger in seinem Lied über "Das Land der Vollidioten", als dass er bei seinem Stuttgarter Auftritt Südtirol, Österreich, die Schweiz und Deutschland gleichermaßen bezeichnet.
Frei.Wild hat die Marktlücke besetzt, welche die Böhsen Onkelz nach ihrer Auflösung hinterlassen haben. Die hatten ihre Neonazi-Vergangenheit in den achtziger Jahren offiziell hinter sich gelassen, um dann mit Plattenverkäufen und Konzerten Kasse zu machen. In einem Onkelz-Song heißt es: "Mit scheinheiligen Liedern erobern wir die Welt." Das gelang ihnen, obwohl ihre CDs von manchen Plattenläden nicht verkauft, ihre Lieder nicht im Radio gespielt und ihre Musik-Videos nicht im Fernsehen gezeigt wurden.
Obwohl einigen Neonazis sie als Verräter verachten, werden alte Onkelz-Scheiben bis heute auf manchen Konzerten des Neonazi-Netzwerks "Blood & Honour" gehandelt. Als Rarität gilt beispielsweise das VHS-Video des Szene-Labels Rock-O-Rama, das die Onkelz am 9. November 1985 bei einem Auftritt im Berliner Bunker der Neonazi-Band Kraft durch Froide zeigt, am Jahrestag der Reichspogromnacht, garniert mit massenhaft Hitlergrüßen aus dem kahlköpfigen Publikum.
Seit dem Abschiedskonzert der Onkelz anno 2005 verdient ein Heer von Coverbands Geld mit den Fans, die jährlich zu Tausenden zur G.O.N.D. pilgern, zur "Größten Onkelz-Nacht Deutschlands". Frei.Wild war dort bis zuletzt Stammgast, obwohl keine Onkelz-Songs mehr zum Bandprogramm gehören. Nur das Bekenntnis der Südtiroler: "Böse Menschen, böse Lieder, Ihr habt Recht behalten, Onkelz immer wieder."
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Was soll dieser Müll, wenn man über jemanden berichtet, sollte man sich ordentlich mit den Leuten befassen und alles recherchieren. Man hatte ihnen schon einmal so eine Meinung angehangen, diese ist mittlerweile aufgeklärt worden und nun geht es in der deutschen Presse weiter. Wieso dürfen alle Länder Stolz zeigen, nur der deutschsprachige Raum nicht? Es müssten doch dann auch alle Heimatlieder verboten werden. Außerdem hört euch doch mal das Lied "Das Land der Vollidioten an"! Rechts ... lachhaft. In diesem Lied "Südtirol" geht es um Heimatliebe, warum sollen sie ihr Land nicht lieben dürfen? Da kommt kein rechter Satz vor. Richtig hinhören! Bei Fussballspielen dürfen wir mal kurz stolz aufs Land sein, aber wehe dazwischen! Nicht jeder ist rechts, der sein Heimat liebt!
Ich kann diese Artikel in seiner Bedeutung nicht einordnen. Sollte der Autos darüber überrascht sein das sich ein Nachfolger für die "bösen Onkelz" gefunden hat ist er ziemlich schlechte Journalist. Wollte er auf Musik am Rechtenrand aufmerksam machen hat dies Thema ganz schlecht beleuchtet. Dieser Artikel ist mit Halbwissen geschrieben und sehr schlechter recherchiert. Musik wurde schimmer für politische zwecke missbraucht, egal welche politische Gesinnung dahinter steckt. Ich möchte nur an die Bundestagswahl 2005 erinnern bei dem die CDU mit dem Lied Angie der Rolling Stones Wahlkampf betrieben hat. Ich ist nicht nur dumm sonder auch extrem blauäugig zu glauben das man von einem Nachfolger der Bösen Onkelz sprechen kann.
Die Bösen Onkelz waren schon immer nur der Einstig zur rechten Musik Szene, man siehe Spreegeschwader, Landser und Co. und das sind nur der Anfang.
Es gibt den "V7-Versandt" eine EMP für den rechten Rand dort kann man alles kaufen was der Index vergessen hat und wenn doch was auf dem Index landet gibt es ja noch das Genre "Hatecore" was auch nicht anderes ist als rechts Musik.
Ich mach den Autor ganz klar den Vorwurf das es hier nur das sehen wollte was Quote bringt und das wars. Wir müssen nicht gegen diese Band machen sondern etwas für die Erziehung unserer Kind und das in Deutschland und in Österreich !!!
Die Kastelruther Spatzen singen auch über ihre Heimat, halt nicht so hart.
Auch die Jugend hat ein Recht stolz auf ihre Heimat zu sein und mit E-Gitarren klingt das halt auch mal anders und Frei.Wild erfüllen diese Sehnsucht scheinbar sehr gut ohne übertrieben heimatstolz zu sein. Und wenn das mal einer in die falsche Kehle kriegt sollte er sich überlegen ob er nicht zu streng ist.
Tatsache ist, dass das, was hier als Nationalstolz verkauft wird, mit Heimat nix, aber auch gar nix zu tun hat.
Heimat hat konkret was zu tun
- mit den Leuten, mit denen man zusammenlebt,
- mit dem Dialekt, der dort gesprochen wird,
- mit den religiösen und weltlichen Traditionen, die dort gepflegt werden und
- mit der generellen Alltagskultur, die dort gepflegt wird
...also kurz gesagt mit den Gemeinsamkeiten des täglichen Lebens.
Auf diese Heimat kann man dann stolz sein kann, wenn man zusammenhält und gemeinsam das Leben sinnvoll gestaltet, z.B. mit Freunden und Familie, in der Gemeinde, in Sport- und Kulturvereinen, etc.
Wer aber nur auf sowas abstraktes wie eine Fahne stolz sein kann, hat meist keine echte Heimat, sondern klammert sich an ein Symbol, um die Sinnlosigkeit seiner einsamen Existenz zu verdecken.
Wer eine echte Heimat gefunden hat, für den ist die Nation nicht so wichtig. Sie ist v.a. eine Verwaltungsangelegenheit - und nicht viel mehr.
Ich dachte nicht, dass es in Südtirol so viele einsame und verbitterte Menschen und so wenig Zusammenhalt gibt, dass sich dort solche rechtsradikalen Gruppierungen bilden können...
ich bin nun wirklich nicht rechts oder auch nur etwas in der art.
aber ich finde die texte von frei.wild sind nicht rechtsradikal. meiner +meinung nach muss man klar zwischen "nazirock" und normalem deutschrock unterscheiden. ich denke dass Phillips gesinnung aufjedenfall auf grund seiner vergangenheit kritisch zu betrachten ist. aber ich denke dass niemand wenn er durch eine solche kampanie zum nachdenken gebracht wird weiter nationalsozialistische ideen verfolgen kann.
Liebe Grüße
Paging