Anti-Konsum-Wettbewerb des "artcollectorclub" Mit Taubenblut gegen die universelle Weichspülung

"Hier darf es schon mal richtig scheppern": Die Gewinner des Anti-Konsum-Wettbewerbs des "artcollectorsclub" stehen fest. Die Wahl der Jury fiel dabei auf ein beflecktes Statussymbol und ein ungewöhnliches Werk der "Street Art".

Von Martina Pock

Eine Taube steckt im Kühlergrill eines Mercedes! Aus ihm fließt Blut. Das Werk von Boje Arndt Kiesiel trägt bezeichnenderweise den Namen "Dove`s End". Das Statussymbol und die darin verendende Taube soll für die alltägliche Konfrontation von Mensch und Konsum stehen. Denn nicht immer, und nicht für immer ist ausweichen möglich.

Gewinner des Anti-Konsum-Wettbewerbs: "Dove`s End" von Boje Arndt Kiesiel.

(Foto: Boje Arndt Kiesiel)

"Dove´s End" von Boje Arndt Kiesiel ist einer der beiden Jury-Gewinner des Anti-Konsmum Wettbewerbs des artcollectorsclub. Die Fach-Jury der Plattform von Sammlern und Liebhabern zeitgenössischer Kunst in München kürte das Stück aus insgesamt 120 eingesandten Kunstwerken zum Gewinner. Jedes von ihnen ist ein Anti-Konsum-Statement. Das war die Anforderung an die Künstler, die von November 2011 bis Ende Januar 2012 an dem Wettbewerb mit dem Titel "Kaufst du noch oder denkst du schon?" teilnahmen konnten.

"Unser Thema trifft sichtlich den Nerv der Zeit", zeigt sich Ann-Katrin Lang vom artcollectorsclub zufrieden. Das zeige schon die schiere Anzahl der eingereichten Werke: "Wir sind absolut beeindruckt von der intensiven Auseinandersetzung unserer Künstler mit der Thematik, der Qualität der Werke und Vielfalt der verwendeten Techniken. Von Street Art, Installationen, Ölgemälden, Collagen und Skulpturen bis zu Illustrationen ist alles dabei", so die Kunst-Expertin.

Ebenfalls beeindruckend ist, aus wie vielen verschiedenen Ländern die Teilnehmer stammen. Unter ihnen sind Künstler aus Großbritannien, Russland, Italien oder den USA, der überwiegende Teil kommt jedoch aus Deutschland.

Auch Boje Arndt Kiesiel. Der 39-jährige Künstler lebt und arbeitet in Hamburg. Ein Großteil seiner Arbeit setzt sich kritisch mit der Konsumgesellschaft und deren Inszenierung auseinander. Seit 2010 fließen vor allem Elemente der Street-Art und Lowbrow - einer Art Pop-Surrealismus - in seine Werke ein.

Aufgrund der hohen Qualität der eingesandten Werke fiel den Juroren die Entscheidung nicht leicht. "Der universelle Appell, die Kraft einer Botschaft oder einer Visualisierung muss bei diesem Thema auch auf ein nicht in der Kunstszene verortetes Publikum Wirkung zeigen", darin war sich die mitunter hochkarätige Fach-Jury einig. Unter anderem die bekannten Berliner Street-Art-Künstler ALIAS und Adbuster PROST. PROSTs Arbeit zeichnet sich durch die Vermischung und Neukonzeption bekannter Werbeanzeigen aus. Sexistische oder ausfällige Werbebotschaften werden von ihm in der Öffentlichkeit umgestaltet, sodass daraus eine neue kritische Botschaft entsteht.

Auch für den anonymen Street-Art-Künstler Posterboy aus den USA stellt der öffentliche Raum das Hauptbetätigungsfeld dar. Der Künstler wurde von der Jury ebenfalls zum Sieger des Wettbewerbs erkoren und für sein Gesamtwerk ausgezeichnet.