Auf einen Studienplatz für Medizin durften früher nur Abiturienten hoffen. Das hat sich geändert, inzwischen zählt auch Berufserfahrung. Eine der ersten Ärztinnen ohne Abitur in Bayern ist Eva Scheerer aus Regensburg.
Auf einen Studienplatz für Medizin durften früher nur Abiturienten hoffen. Das hat sich geändert. Immer mehr Bundesländer öffnen den Hochschulzugang unter anderem für Absolventen von Fachschulen und für Berufstätige, die eine fachverwandte Ausbildung und mehrere Jahre Praxiserfahrung mitbringen. Eine der ersten Ärztinnen ohne Abitur in Bayern ist Eva Scheerer. Die 34-Jährige hat im Mai in Regensburg ihr zweites Staatsexamen abgelegt.
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An der Universität Würzburg erhielten Studenten schon für Arbeiten von nur 35 Seiten einen Doktortitel. Das hat jetzt Konsequenzen. (© ag.ddp)
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SZ: Wie sind Sie ohne Abitur zu einem Medizin-Studienplatz gekommen?
Eva Scheerer: Ich bin Krankenpflegerin und habe eine zweijährige Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivmedizin gemacht. Mit der Qualifikation konnte ich mich, zunächst an der Uni Göttingen, für Medizin bewerben.
SZ: Und was mussten Sie vorweisen?
Scheerer: Ich musste der Uni alle meine Zeugnisse vorlegen: mittlere Reife, Krankenpflege-Examen, Fachweiterbildung. Dann habe ich eine Bestätigung für die ZVS, die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen, erhalten. Als Hochschulzugangsnote zählte die Note meiner Weiterbildung - eine 1,0. Damit habe ich einen Studienplatz bekommen.
SZ: Kamen Sie ohne die Kenntnisse in Naturwissenschaften, die man am Gymnasium erwirbt, im Studium mit?
Scheerer: Auf der Realschule war ich im technischen Zweig mit Physik und Chemie. Das war schon eine Weile her, trotzdem wusste ich noch viel. Ich habe mich fast besser geschlagen als manche Kommilitonen mit Abitur. Alle Prüfungen habe ich auf Anhieb bestanden.
SZ: Wurden Sie sehr streng beäugt?
Scheerer: Ich musste alle Scheine von Anatomie bis Biochemie planmäßig in den ersten zwei Semestern machen. Bedingung war auch, dass ich das Physikum in vier Semestern schaffe. Auch das hat geklappt. Das einzig Negative war eine Kommilitonin, die meinte, ich hätte es mir ja sehr einfach gemacht. Natürlich kann man sich fragen, ob meine Fachweiterbildungs-Note dem Abitur gleichwertig ist. Allerdings musste ich mich wegen der Auflagen ja besonders hineinknien. Das Physikum nach vier Semestern schafft nur ein Drittel aller Studenten.
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wirklich eine schöne geschichte.
"Zum Glück hat mich mein Mann durchs Studium gefüttert. Der darf dafür ab sofort Teilzeit arbeiten. Jetzt bin ich mit Geldverdienen dran."
scheint ja ne coole glückliche familie zu sein. mich freuts!
eine praktische und sinnvolle Zulassung, die allerdings nicht neu, denn in BW wurde dieses vor Jahren schon zugelassen - auch ohne Fachweiterbildung, lediglich wurden einige Berufsjahre vorausgesetzt.
Eine sinnvolle Voraussetzung, die in Hinsicht der praktischen Erfahrung gegenüber den Theoretikern von der Uni einiges an Vorteilen bietet.
Schön, dass es diese Möglichkeit jetzt endlich auch in Medizin gibt, auch wenn man natürlich Bayern verlassen muss. Ich bin selber einen ähnlichen Weg gegangen und keiner sollte glauben, dass der Weg ohne Abitur an eine Uni einfacher ist. Es hat sich allerdings gezeigt, dass Studenten mit Berufserfahrung das Studium zumeist wesentlich zielstrebiger angehen, denn sie wissen schon besser was sie wollen, oder zumeist eher nicht mehr wollen.