Die richtigen Kontakte auf der richtigen Ebene: Wer sein berufliches Netzwerk pflegt, hat bei der Jobsuche Vorteile - um eine Stelle tatsächlich zu bekommen, braucht es allerdings mehr.
Die Zeiten sind für Stellensuchende alles andere als einfach. Wer allein auf weiter Flur steht, tut sich schwer - einfacher ist es, wenn man auf ein Netzwerk zurückgreifen kann. "Vitamin B" nennen es die einen, "Networking" die anderen.. Ein Netzwerk ist in jedem Fall hilfreich - Kontakte lösen aber nicht alle Probleme.
Gute Kontakte können im Berufsleben nie schaden - sie bieten aber auch keine Erfolgsgarantie. (© Foto: iStock)
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"Bei Gleichheit der Qualifikation kann es vorteilhaft sein, ein Netzwerk zu haben", sagt Jürgen Siebert, Mitglied der Geschäftsführung der Kienbaum Consultants in Düsseldorf. Die Entscheidung für oder gegen eine Person hänge aber wenig vom Grad der Bekanntschaft ab - "das ist immer eine Summe der Ereignisse".
Schaden können Bekannt- oder Freundschaften oder gute Kontakte auf professioneller Ebene nicht - aber sie sind keine Garantie für Erfolg. Auch in den höchsten Ebenen der Unternehmen, in denen die Besetzungspolitik zuweilen undurchsichtig anmutet, sei der Weg ziemlich klar: "Ich erlebe nicht mehr, dass ein Aufsichtsrat sich schon von vorneherein auf jemand festgelegt hat", sagt Siebert. Das Wichtigste sei, dass Unternehmen und Kandidat möglichst optimal zusammen passen: "Man muss sehen, dass man überall den oder die Beste hat."
Nicht jedem fällt es leicht, ein Netzwerk aufzubauen
Mit der Wirtschaftskrise habe sich das kaum geändert. "Es mag Seilschaften geben, in denen eine Hand die andere wäscht", sagt auch Gitte Härter, Coach aus München. "Aber bei den Normalos geht das anders - da muss man sich über die Qualifikationen empfehlen." Ein Netzwerk zu knüpfen, klappt nicht von heute auf morgen.
"Zwar hat es Netzwerke schon früher gegeben", sagt die Karriereberaterin Helga Krausser-Raether aus Frankfurt. Auch waren sie in Krisenzeiten schon immer wichtiger als sonst. "Doch nur, weil das Wort 'Networking' jetzt überall herumgeistert, fällt es nicht jedem leicht, für sich auch ein Netzwerk aufzubauen." Es gebe Leute, denen ist es von Natur aus ein Leichtes, den Kontakt mit anderen aufzubauen und zu halten. "Vertriebsorientierte Typen etwa machen das immer, andere trauen sich gar nicht."
Schwierig sei, dass vielen von verschiedenen Seiten ans Herz gelegt werde, ihre "Networking Skills" aufzupolieren. "Aber viele wissen gar nicht, was sie darunter verstehen und wie sie das anstellen sollen." In den USA gehört es zum guten Ton, seine Visitenkarten zu verteilen, und es ist auch nicht ungewöhnlich, sich auf Bekannte zu berufen. In Deutschland sei das weniger üblich. "Aber so schlecht ist das Visitenkarten sammeln nicht", sagt die Karriereberaterin.
Am Anfang steht Vertrauen
Netzwerken beginnt mit Menschen, denen man vertraut, mit denen man in der Vergangenheit erfolgreich Projekte betreut hat: "Auf die kann man immer mal wieder zurückkommen." Beziehungen funktionieren oft um viele Ecken, sagt Gitte Härter: "Der direkte Kontakt zu einem Personaler ist eher selten." Auch dürfe niemand dem Irrglauben verfallen, dass andere automatisch mitdenken. "Wenn ich einen neuen Job suche, muss ich das explizit sagen." Und dann komme es darauf an, ob der andere den Willen und die Möglichkeit hat, eine Tür zu öffnen.
Türöffner, mehr nicht
Kontakte sind ein Wettbewerbsvorteil in der Konkurrenz mit anderen Bewerbern: Sie ermöglichten zum Beispiel von freien Stellen zu erfahren, bevor sie ausgeschrieben werden, sagt Katharina Krebs, Human Ressources Managerin bei der Accor-Hotelgruppe in München.
Außerdem könne man sich über Netzwerke erkundigen, wie gut oder schlecht es in einer Firma aussieht. Mehr als Türöffner sind Netzwerke aber nicht. Der Rest hängt nicht zuletzt vom Geschick des Bewerbers ab: "Es ist auch eine Persönlichkeitsfrage, ob man das kann und das Anbandeln erfolgreich ist", sagt Helga Krausser-Raether.
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(sueddeutsche.de/dpa/Verena Wolff/holz)
DFB-Pleite gegen die Schweiz
oder der Tod der aufgeschlossenen Gesellschaft.
Networking ist wohl das Letzte, was einer Gesellschaft hilft - man kann auch ein anderes Wort dafür verwenden - Vetternwirtschaft!!!
Tja, Netzwerk klingt so schön sozial, gelle..
Leider wird es ja nur vom puren Egoismus gebraucht.
Wenn Erfolg darin besteht, die meisten Menschen zu kennen, dann suchen wir uns wieder nur die Selbstdarsteller und Schaumschläger, denn mit Leistung hat das ganze ja nichts zu tun.
Wer Selbstdarsteller haben möchte, bekommt sie auch!
Unsere Kanzlerin zeigt ja sehr anschaulich, wie weit man es durch Netzwerke bringt...und wie viel man bewirken könnte, wenn man es doch nur könnte... ;-)
um ihren Erfolg kümmern, nicht auch den Erfolg ernten und genießen dürfen? Bin ich denn die Heilsarmee und verzichte freiwillig darauf meine Kontakte für noch mehr Erfolg zu opfern?
Wer glaubt ohne Netzwerk aus zu kommen ist ein verträumter Idealist und Gutmensch.
Wie Recht sie leider haben...
Network Network über alles...
und da wundern wie uns noch über die Geschichten von Ausgegrenzten in der Gesellschaft, die es nicht schaffen und die "Allimentiert" (in diesem Zusammenhang ein saublödes Wort) werden müssen.
Da gilt:
Nicht, wer ohne Fehler ist werfe den ersten Stein, sondern nur wer ein Netzewrk hat darf sich das trauen.
Oder, nur wer ein Netzwerk hat bekomme einen Job.
der zeigt wie wir bürgerliche, konservative und liberale Leistungsträger der Gesellschaft so erfolgreich sind. Da können sich die Kommunisten, Sozialisten und Öko's doch mal eine Scheibe von unserem Masterplan abschneiden. So tragen wir zum Erfolg der Gesellschaft bei. Die Anderen ruinieren sie nur.
Wenn die unsere Erfolgsstory verinnerlichen, dann müssen die auch nicht mehr diese abgehalfterten Kommunisten, Sozialisten und Öko's wählen. Dann werden die ein Teil von WIR. Sonst bleiben die, der Rest, nur die Anderen.