Die übrigen Länder rücken vom Staatsexamen nicht ab, sind aber recht nonchalant. Was an den Lehrerseminaren gelehrt wird, will man nicht so genau wissen. In Bremen beschied man dem Autor, das "gute pädagogische Konzept" stehe nicht zur Debatte. In Nordrhein-Westfalen ist eine Evaluation der Schulen und der Seminare "nicht vorgesehen", in Rheinland-Pfalz hat man nichts dagegen, "dass Teile des Steinerschen Gedankenguts (wie Pflanzenkunde, Temperamentenlehre und Eurythmie) Grundlage der Waldorfschulen sind".
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Nach Josef Kraus, dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, wird hier das Grundgesetz verletzt. Das gesamte Schulwesen stehe laut Artikel 7 unter Aufsicht des Staates, wovon dieser bei den Waldorfschulen aber kaum Gebrauch mache. Mit "wissenschaftlicher Ausbildung, wie sie das Grundgesetz auch von Lehrern an freien Schulen verlangt", habe die anthroposophische Spekulation über Kosmos und Karma wenig zu tun.
Den Eltern ist überlassen, ob sie die Frühgeschichte der Menschheit mit der Sage von Atlantis erklärt wissen wollen, ob sie offen sind für Steiners "goetheanistische Naturwissenschaft", derzufolge der Mensch eine "umgekehrte Pflanze" sei. So hat es der Waldorflehrer gelernt.
Grandts Schwarzbuch stellt trotz unangenehm eitler Töne und miserabler Ausdrucksweise entscheidende Fragen: Wird der anthroposophische Hintergrund der Waldorfschulen hinreichend kommuniziert? Und darf der Staat in wohlwollender Neutralität verharren, wenn private Ersatzschulen einen erzieherischen Sonderweg wählen, der nach Methode und Gehalt weit entfernt ist vom Standard der ihrerseits bedrängten staatlichen Schulen? Vielleicht sollten sich die Waldorfschulen ebenso wie die Kultusministerien einen Rat zu Herzen nehmen: "Gib acht wie ein Wichtelmann", verkündete Steiner 1923 in einem Vortrag. "Der passt auf alles auf, weil er alles kennen muss, alles auffassen muss, um sein Leben zu retten. Er muss immer wachen. Wenn er schläfrig würde, wie die Menschen oftmals schläfrig sind, würde er sogleich an seiner Schläfrigkeit sterben." Evaluation tut not.
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- Schulstudie Liebe Waldorfschüler 11.07.2007
- Prominente Waldorfschüler Wenn das Fernsehen die Seele raubt 07.09.2009
(SZ vom 5.9.2008/bön)
Eurovision Song Contest
Was sagen Waldorfler zu dem Thema Behinderung? Laut ihrem Guru ist jeder ja dafür selber verantwortlich weil die Person in dem vorherigen Leben ein schlechtes Karma hatte und jetzt dass durchleben muss! Ist das wieder aus dem zusamenhang gerissen? Für mich ist das Faschismus in perfektion.
Sehr interessant auch der Bericht auf Youtube,alle fünf teile ansehen !
http://www.youtube.com/results?search_query=Wie+Gut+Sind+Waldorfschulen&search_type=
Die SZ muss ich an dieser Stelle fragen, wieso "Mondbrüller", die meines Wissens nach nicht die zentralen Punkte von Waldorfpädagogik sind, auf der 1. Seite auftauchen. Ich würde mir wünschen, dass die Gedanken Rudolf Steiners mit ernsthafter Verständnisbemühung in eine faire öffentliche Auseinandersetzung kommen.
Zu den Inhalten der Waldorfpädagogik sagt Steiner selber deutlich (Allgemeine Menschenkunde, S.14): "Die Waldorfschule soll keine Weltanschauungsschule sein, in der wir die Kinder möglichst mit anthroposophischen Dogmen vollstopfen."
Mir scheint, dass manche Missverständnisse aus Unkenntnis auftreten. Ich kenne das Jenaer Lehrerseminar überhaupt nicht, aber aus meiner mathematischen Erfahrung stelle ich mir unter "Geometrische Übungen mit Perspektiven in die Unendlichkeit - und darüber hinaus" vor, dass zeichnerische Übungen gemacht werden, die um das Unendliche in der Geometrie gehen. Wir alle kennen die Horizontlinie in einem Landschaftsbild. Sie ist eine anschaubare Linie, die das unendlich Ferne beschreibt. Dabei handelt es sich um nichts Esoterisch-Okkultes.
Gut gefallen hat mir der letzte Satz. Ich denke, für jede Art der Pädagogik ist es wichtig, genau zu beobachten, welche Auswirkungen sie in jeglicher Hinsicht hat.
Mit freundlichen Grüßen
Hansjörg Bögle
[mein vorheriges Posting wurde abgeschnitten. Hier der Teil 2]
Was hier (ausgehend von Rudolf Steiner in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, zur selben Zeit und auch im Zusammenhang mit der Gründung der ersten Waldorfschule) v.a. in den letzten Jahrzehnten entwickelt und ins Spiel gebracht wurde, ist noch sehr wenig bekannt und im gesamtgesellschaftlichen demokratischen Diskurs nicht daraufhin geprüft, ob die damit angesprochenen Ideen Antworten bieten auf die zahlreichen Probleme, die sich in einer ökologisch bedrohten, globalisierten Welt des 21. Jahrhundert ergeben: Antworten auf Probleme, von denen immer mehr Menschen den Eindruck haben, das etablierte Denken der Parteien-Demokratie und der neoliberalen Wirtschaft könne sie nicht lösen.
Es ist an der Zeit, dass diese Ansätze auf den Tisch kommen und gleichberechtigt mit andern diskutiert werden. Erst dann kann man prüfen, was davon ein Beitrag sein könnte zu einem Entwurf für die Gesellschaft der Zukunft (Otto Schily zur Dreigliederungsidee Rudolf Steiners im Deutscher Bundestag am 13. März 1986). Die SZ als weitverbreitetes, vielgelesenens Medium steht hier in der Verantwortung. Sicher erwarten auch andere Ihrer Leser, dass Sie in dieser Hinsicht ihre gesellschaftliche Pflicht tun.
Gerhard Schuster
Wiener Institut für Europäische
Gesellschafts-Entwicklung
Ich möchte jetzt nicht darauf eingehen, was da alles an dubiosen Äußerungen zur angeblich dubiose Lehre an Waldorfschulen wie es in dem Untertitel zu Kisslers Artikel heißt halbwahr und komplett falsch, aber vor allem gänzlich aus den Zusammenhängen gerissen, geäußert wird. All das könnte (auch für die breite Öffentlichkeit) aufgeklärt werden, wenn die SZ für diese längst fällige Diskussion ihre Spalten öffnen würde, wie dies Wilfried Heidt in einem Kommentar auf der jetzt-Webseite der SZ (am 6.09 11h06, siehe: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/446083) formulierte. Nehmen Sie sich selbst ernst und tragen Sie als anspruchsvolles Printmedium dazu bei, dass die in Ihrem Artikel gestellte Frage: ob denn der anthroposophische Hintergrund der Waldorfschulen hinreichend kommuniziert werde, mit ja beantwortet werden kann.
Es ist heute ganz selbstverständlich, dass in den zahlreichen Talkrunden und anderen Medienformaten die unterschiedlichsten Positionen, Lehren, Klugheiten, aber auch vielfach Verrücktes und Verschrobenes zu Wort kommt. Die anthroposophische Geisteswissenschaft bleibt dabei mit dem Vorurteil der Unwissenschaftlichkeit abgetan weitestgehend ignoriert. Einzig dann macht sie hin und wieder Schlagzeilen, wenn sie, wie z.B. aktuell in der Diskussion um das "Schwarzbuch Waldorf", attackiert wird. In diesen Fällen aber eben ohne dass ihre Grundlagen schon in freier und ausgiebiger Weise verhandelt wurden.
Bei dieser Ignoranz und Einseitigkeit bleibt dann auch jenes wichtige Gebiet auf der Strecke, auf das Wilfried Heidt in seiner zweiten Einlassung zu den Vorgängen rund um den Kissler-Artikel im Internet zu sprechen kommt: die Lösungsansätze, die sich in Bezug auf die soziale Frage aus den geisteswissenschaftlichen Impulsen heraus ergeben.
Was hier (ausgehend von Rudolf Steiner in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, zur selben Zeit und auch im Zusammenhang mit der Gründung der ersten Waldorfschule) v.a. in den letzten Jahrzehnten entwickelt und ins Spiel gebracht wurde, ist noch sehr wenig bekannt und im gesamtgesellschaftlichen demokratischen Diskurs nicht daraufhin geprüft, ob die damit angesprochenen Ideen Antworten bieten auf die zahlreichen Probleme, die sich in einer ökologisch bedrohten, globalisierten Welt des 21. Jahrhundert ergeben: Antworten auf Probleme, von denen immer mehr Menschen den Eindruck h
Eine Evaluation der Waldorfpädagogik ist wichtig, da ist dem Autor voll zuzustimmen. Ein verständnisloses herumzitieren in den pädagogischen Grundlagentexten hilft da allerdings wenig weiter. Die Frage ist ja, welche Wirkung die pädagogischen Maßnahmen haben. Beispielsweise der Verzicht auf Bücher: Er mag in unserer medienfixierten Gesellschaft etwas merkwürdig anmuten. Das Ziel ist aber, dass Schüler die Inhalte durch eigene Tätigkeit erarbeiten und nicht nur vorgefertigte Schablonen ausfüllen. Ein aktiver und kreativer Umgang mit den Lerninhalten - wird dieses Ziel erreicht? Hier liegen die spannenden Fragen, auf so etwas sollte eine Evaluation Antworten geben.
Ich selber fühle mich nach 13 Jahren Waldorfschule (Zentralabitur-Note 1,0) sehr gut auf die Herausforderungen meines Medizinstudiums vorbereitet. Rückblickend scheint mir wesentlich, dass mir Zeit für meine Entwicklung gegeben wurde und ich den Freiraum bekam, echtes Interesse für Wissen zu entwickeln. Dass der Unterricht in den ersten Klassen von Feen und Märchenerzählungen begleitet wurde, erlebe ich als Bereicherung.
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