Vorschriften vom Scheitel bis zur Sohle: Die Schweizer Bank UBS hat auf 44 Seiten festgelegt, wie sich die Mitarbeiter zu kleiden haben. Schon beim Lesen bekommt man Mitleid.
Dass der durchschnittliche Bankangestellte nicht in Trainingshosen und ollen Wohnpullis am Arbeitsplatz zu erscheinen habe, ist klar. Der Dresscode aber, den die UBS-Bank all ihren Mitarbeitern im Privatkundengeschäft anempfiehlt und den die Genfer Zeitung Le Temps nun veröffentlichte, ist von solcher Strenge, dass man aus dem Stand Mitleid bekommt.
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UBS-Chef Oswald Grübel will nur gut angezogene Mitarbeiter. Die Bank erstellte kürzlich einen neuen Dresscode. (© Reuters.)
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44 Seiten umfasst das Dokument, und es schreibt vom Scheitel bis zur Sohle, von der Anzahl der höchstens zu tragenden Schmuckstücke (sieben für Frauen, plus Ehering, drei für Männer, die Sonnenbrille zählt mit) bis zur Farbe der Unterwäsche alles minutiös vor:
Die Mitarbeiter sollen alle vier Wochen zum Friseur gehen; Parfüm ist morgens aufzulegen, "direkt nach einer heißen Dusche, solange die Hautporen noch offen sind. Bitte vermeiden Sie, sich in der zweiten Tageshälfte nochmals zu parfümieren und probieren Sie auch keine neuen Parfüms in Ihrer Mittagspause aus".
Männer haben schwarze Socken ohne Muster und schwarze Schnürschuhe mit Ledersohle zu tragen, "die stets mit Hilfe eines Schuhlöffels anzuziehen sind," Frauen sollten nie "neue Schuhe tragen, die Schmerzen bereiten, was Ihre Zuvorkommenheit den Kunden gegenüber schmälern könnte". Überhaupt: die Frauen. Ihre hauptsächliche Aufgabe scheint darin zu bestehen, sich appetitlich zu verpacken.
Sie dürfen keine blickdichten Strümpfe anziehen, sollten nichts in den Blazertaschen haben, damit diese nicht ausbeulen, und stets geschminkt sein. Und die Unterwäsche - bitte Mikrofasern, Baumwolle kann knittern - hat unter weißen Hemden fleischfarben zu sein.
Was tun? Amnesty einschalten? In schlecht riechende Jutesäcke gehüllt vor der Firmenzentrale demonstrieren? Dem Unternehmen drohen, dass man die skandalöse Wahrheit in alle Winde trage? Zu spät, die Wahrheit hat UBS nämlich selbst gepachtet: Das Unternehmen erklärt, es wolle mit diesem Dressur-, Pardon, Dresscode "klarmachen, was wir unter den Begriffen Klarheit, Performance und Wahrheit verstehen".
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(SZ vom 15.12.2010/holz)
TV-Kritik: Menschen bei Maischberger
-lohnt sich nicht. Deswegen nehme ich diesen Artikel zum Anlass, Ihnen Herrn Grübel meine lang geschuldete Antwort öffentlich zukommen zu lassen. Erwidern müssen Sie Armer, Vielbeschäftigter nicht. Es reicht mir vollkommen, mit meiner,,UBS-Akte" möglichst viel Fussvolk zu erreichen, im Wissen darum, dass mein Freund Julian Assange mit seinen Veröffentlichungen weit grössere Schweinereien aufdeckt, die aber letztendlich durch die nämlichen Geldkanäle erst möglich wurden.
An einem verhangenen, frostigen November-Samstag stand ich in der Eingangshalle der UBS und versuchte per e-banking geschlagene zwei Stunden, für uns lächerliche 300 CHF nach Kuba zu transverieren.
Nicht so für Mercedes unsere Freundin,die das Geld dringend für Hausreparaturen braucht. Immerhin 15 kubanische Monatslöhne, Herr Grübel!
Endlich, kurz vor meinem Verzweifeln ob der vermaledeit-en Technik, spuckt die Maschine die Bestätigung der erfolgreichen Buchung aus.
Die Freude, über unsern kleinen Beitrag an Mercedes, die trotz aller Widerwärtigkeiten in einer Situation aushält, die für unsereiner schlichtweg unvorstellbar ist,- ich lade Sie gerne zu meiner Familie nach Sagua de Tanamo ein Herr Grübel, währte aber nicht lange...
Ein Anruf am drauffolgenden Montag früh:,, Sind sie Herr Robles?" Ja- warum? Hier UBS:,,Für was ist das Geld, das sie nach Kuba schicken wollen?",, Äh-hm für Mercedes- ich hab doch das Geschlecht angegeben.....,,Ja, aber WIR müssen wissen für WAS das Geld gebraucht wird" ,,Die lächerlichen 300 Franken? Das ist ein Geschenk- Moment mal: WER will das wissen? Geht es um das amerikanische Embargo gegen Kuba?",, Ja"- kam es zögerlich aus dem Hörer,, ich muss da zuerst mit meinem Chef reden.",,Fragen sie ihn, was zum Teufel Mercedes und meine Wenigkeit mit diesem schikanösen Embargo zu tun haben!"
Die Antwort kam per Post und lautet:
BASIEREND AUF DER BEURTEILUNG DER HERR-SCHENDEN RECHTLICHEN UND REGULATORISCHEN OBLIEGENHEITEN FUEHRT DIE UBS KEINE SOLCHEN TRANSAKTIONEN MEHR AUS
Storno der Buchung
-Ich glaube zwar nicht HERR Grübel ,dass das Fräulein mit,, Chef "sie meinte, aber da sie nun mal der Ober-Chef sind, kann ich ihnen nur versichern, dass, falls wir uns je begegnen würden, sehr wohl ich Sie meine- mit meiner Ohrfeige...
PS. später wurde das Geld anstandslos und ohne dumme Fragerei von einer andern Bank überwiesen.
Daraus folgere ich, dass die UBS vor lauter Dreck am Stecken nicht mehr weiss,
bei der ubs bzw. bei allen banken zählt eben der schöne schein mehr als alles andere.
Ich war selbst einige Jahre für div. Banken tätig bis mich mein Gewissen vor die Wahl stellte: Entweder Seelenfrieden oder ewig Finanzinnovationen verkaufen.
Ich hab mich fürs Seelenheil entschieden. Aber wenn ich schon jeden Tag mit dem Teufel hantiere sollte man wenigstens gepflegt aussehen...
...dass der Kopf oben raus guckt.
Endlich. Das war das grosse Problem der Bank. Die schlampigen Modeverbrecher, die dort arbeiten. Vielleicht erfindet die UBS jetzt noch ein firmeneigenes Eau de Cologne, um den Miefgestank der faulen Anlagen und Dreckgeschäfte zu übertünchen. Wer sagt, die UBS geht ihre Probleme nicht "proaktiv" an...
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