Schritt in die Selbstständigkeit Wer hilft bei der Unternehmensgründung?

Wer sich selbständig macht, ist mit vielen organisatorischen Aufgaben konfrontiert: Er muss eine Gesellschaftsform wählen, Versicherungen abschließen und sich mit Steuerfragen auseinandersetzen. Ein Überblick, welche Ansprechpartner in der Gründungsphase wirklich weiterhelfen.

Von Jasmin Off

In der Gründungsphase muss jeder Unternehmer zahlreiche organisatorische Fragen klären. Welche Rechtsform soll gewählt werden? Welche Versicherungen sind sinnvoll? Und welche Steuern muss ein Selbständiger zahlen? Oft sind Gründer zum ersten Mal in ihrem Leben mit solchen Überlegungen konfrontiert, deshalb empfiehlt es sich, dafür professionelle Hilfe zu holen. Ein Überblick, wer in welchen Fragen weiterhilft.

Gründungsberater

Eine Geschäftsidee ist schnell geboren, doch dann folgt die schwierige Aufgabe, daraus ein tragfähiges Konzept zu erstellen. Eine Vielzahl von Gründungsberatern bietet für diese Phase ihre Hilfe an, doch nicht alle Angebote sind seriös. Eine etablierte Beraterbörse ist die der nationalen Förderbank KfW. Hier sind mehr als 15.000 Berater gelistet, die spezielle Vorgaben des Bundeswirtschaftsministeriums erfüllen müssen. Gefiltert werden kann unter anderem nach Branche, Gründungsvorhaben oder Beratererfahrung. Zahlen muss der Gründer den Experten nicht zwingend komplett aus der eigenen Tasche, die IHK etwa bietet im Rahmen ihres Programms "Vorgründungscoaching" einen Zuschuss zu den Kosten an. Daneben gibt es über die IHK auch das "Gründercoaching Deutschland." Die Bewilligung der Förderung läuft über die KfW, Stellen wie die IHK sind als Leitstelle für die Beantragung zuständig.

Eine weitere Hilfe in der Gründungsphase bieten Fortbildungen, bei denen der Gründer das nötige Know-How für den Start in die Selbständigkeit vermittelt bekommt. An den meisten Universitäten gibt es Seminare zur Weiterentwicklung der ersten Idee oder Workshops zur Erstellung eines Prototyps. Für Nicht-Studenten bieten lokale Gründer-Initiativen und Volkshochschulen (VHS) Seminare an. Wer außerdem vor der Gründung seines Unternehmens kaufmännische Qualifikationen in Bereichen wie Buchhaltung oder Personalführung vertiefen will, kann ebenfalls bei der VHS oder an der "IHK Akademie" spezielle Kurse belegen.

Businessplan-Wettbewerbe

Hat der Gründer sein Vorhaben im Businessplan ausführlich beschrieben, gilt es herauszufinden, ob die Geschäftsidee überzeugend ist. Dafür sind Businessplanwettbewerbe eine gute Möglichkeit. Einer der größten ist "StartUp", der über mehrere Runden bundesweit ausgetragen wird. Hinzu kommen branchenspezifische Wettbewerbe wie der "Gründerwettbewerb IKT innovativ" für Gründungen im Bereich Informations-und Kommunikationstechnik und regionale Wettbewerbe wie der Münchner Businessplan-Wettbewerb "Evobis" an. Eine Übersicht über weitere Businessplanwettbewerbe bietet das Wirtschaftsministerium auf der Webseite existenzgruender.de.

Bei einigen Wettbewerben locken als Gewinn eine finanzielle Förderung des Vorhabens oder Sachpreise für die Unternehmensgründung. Wichtiger ist aber zielgerichtetes Feedback zu bekommen. Die Jury nimmt dabei die Rolle des potenziellen Kunden ein und kann dem Gründer so wertvolle Informationen liefern, ob die Idee trägt oder wo am Konzept noch gefeilt werden muss. "Wettbewerbe bieten eine gute Chance, das Konzept auf den Prüfstand zu stellen. Hier bekommt man Unterstützung, die sich später positiv auszahlen kann", so Gründungsberaterin Antje Schmiegelt.

Branchen-Netzwerke

Neben Feedback zur Idee bieten Businessplanwettbewerbe auch die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen und zu netzwerken. "Sich sichtbar machen, ist am Anfang einer Existenzgründung entscheidend", weiß Schmiegelt, "aber zunächst ist es wichtig zu wissen, welches Ziel man mit dem netzwerken verfolgt." Will sich der Gründer in der speziellen Branche besser vernetzen? Dann sollte er sich etwa gezielt nach Stammtischen oder Online-Netzwerken von Kollegen umsehen. Oder ist es wichtig, in einer lokalen Initiative - wie etwa bei den Allgäuer Unternehmerinnen präsent zu sein? Diese Überlegungen helfen bei der Wahl der richtigen Netzwerke. Eine Möglichkeit mit anderen Existenzgründern in Kontakt zu kommen, bieten die "Deutschen Gründer-und Unternehmertage" oder Gründertage der IHK. In vielen Städten finden zudem regelmäßige Gründerstammtische von lokalen Gründer-Initiativen statt. Aktionen bieten auch der Bund Junger Unternehmer sowie der Dachverband der "Business Angels" - ein Zusammenschluss von Unternehmern, die Gründern sowohl mit Know-how als auch finanziell weiterhelfen.

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