Verschleierte Frauen könnten in den Niederlanden ihr Recht auf Arbeitslosengeld verlieren, wenn sie sich weigern, ihre Burka abzulegen.
Verschleierte Frauen könnten in den Niederlanden schon bald das Recht auf Arbeitslosengeld verlieren. Dieser Vorschlag des sozialdemokratischen Amsterdamer Bürgermeisters Job Cohen finde breite parlamentarische Unterstützung, berichten niederländische Medien. Cohen hatte erklärt, Frauen, die im Berufsleben nicht auf den als Burka bekannten muslimischen Ganzkörperschleier verzichten mögen und daher keinen Job fänden, sollten keinen Anspruch auf Arbeitslosenhilfe haben.
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Verschleierte Frauen in den Niederlanden könnten ihr Recht auf Arbeitslosengeld verlieren. (© Foto: dpa)
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"Das ist eine gute Idee", sagte die Abgeordnete Mirjam Sterk von der christdemokratischen Regierungspartei CDA der Zeitung De Telegraaf. "Wer wegen des Burka-Tragens arbeitslos bleibt, darf von uns nicht subventioniert werden." Eine entsprechende Bestimmung müsse in die Arbeits- und Sozialgesetzgebung aufgenommen werden.
Auch die mitregierende sozialdemokratische Partei PvdA signalisierte Zustimmung. "Wir finden, dass jeder alles Zumutbare tun muss, um für den Arbeitsmarkt geeignet zu sein", sagte der PvdA-Abgeordnete Jeroen Dijsselbloem. Die rechtsliberale Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) erklärte, ein Stopp des Arbeitslosengeldes für Verschleierte gehe nicht weit genug. Das Burka-Tragen in der Öffentlichkeit müsse generell verboten werden.
Die Amsterdamer Stadtverwaltung erklärte, sie weise Empfänger von Arbeitslosenhilfe seit Jahren darauf hin, dass sie ihr Äußeres den Erfordernissen der Jobsuche anpassen sollten. Das gelte auch für Menschen mit auffälligen Piercings. Bislang sei aber in keinem Fall Arbeitslosengeld wegen der äußeren Erscheinung der Antragsteller verweigert worden.
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(sueddeutsche.de/dpa/holz/woja)
Gewalt in Syrien
finde ich auch
Ich kenne die sozialrechtliche Lage in NL nicht.
Eine Bekannte von mir bekam eine 8-wöchige Sperre weil sie sich weigerte sich in einem Rüstungsbetrieb vorzustellen, eine anderer Bekannter, der 28 Jahre in der selben Versicherung gearbeitet hat und das erste mal arbeitslos war, bekam eine Sperre weil er für zwei Wochen nicht vermittelbar war, weil er in den Schulferien auf die Tochter seiner Lebensgefährtin aufgepasst hat, es gibt noch zig Beispiele von willkürlichen ALG Sperrungen.
Fakt ist, dass auch in Deutschland, keine Frau mit Burka eine Arbeitsstelle finden würde. Wir reden hier nicht vom Koptuch, Turban o.ä., sondern von einer Burka. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass in den NL soviele Burkaträgerinnen leben die den Sozialstaat ruinieren können, aber ganz abwegig ist das Ansinnen der Behörden nicht. Zumal ist auch ein Sozialbetrug nicht von der Hand zu weisen. Eine Frau mit Burka erkennt man nicht, die kann mit irgendeinem Ausweis Sozialhilfe beantragen, und das vielleicht mehrmals unter anderem Namen. Man kann das ja nicht kontrollieren, wer da vor einem sitzt.
Das hat nichts mit diskriminierung zu tun, eine Burka hat in Europa keine Daseinsberechtigung. Als Tourist oder Besucher jederzeit willkommen, nicht jedoch als Mitbürger.
Sind Verbot und Sanktion tatsächlich in der Betrachtung zu trennen?
Diebstahl ist in Deutschland ebenso verboten, wie in den Staaten, in denen die Scharia gilt. Hier bekommt man eine Geldstrafe, dort die Hand abgehackt.
Ist das Verbot jetzt falsch?
Oder kommt es auf die Umstände an? Ist Mundraub vielleicht verständlich?
Tragen Sie mal eine HJ Uniform oder laufen sie in nackt über einen Schulhof - das ist hier auch verboten. Richtig oder falsch?
Die Burka ist eben nicht nur ein Kleidungsstück, sondern Ausdruck und Werbung für eine Gesinnung, eine politische Vergangenheit und Gegenwart, die von Gewalt, Grausamkeit und Unterdrückung geprägt ist:
"Die Frauen mussten sich auf der Straße nun mit der Burka, dem Ganzkörperschleier, verhüllen. Es waren ihnen untersagt zu arbeiten. Medizinisch durften Frauen nur von Frauen behandelt werden. Da aber ein Arbeitsverbot für Frauen galt, waren Frauen quasi von medizinischer Versorgung ausgeschlossen. Sie durften keine klappernden Absatzschuhe tragen, nicht Fahrrad oder Motorrad fahren, keinen Sport treiben, keine Schulen und Universitäten besuchen. Es durfte nicht verhütet oder abgetrieben werden, Kameras, Fernsehen, Internet und weltliche Musik waren verboten. Die Strafen waren barbarisch: öffentliche Steinigungen und Erschießungen, das Abhacken von Gliedmaßen und Körperteilen, Prügelstrafen."
Wie kann man es als Ausdruck der Freiheit reklamieren, ein Kleidungsstück zu tragen, dass in Kabul Frauen an den Kopf genagelt wurde um sie zum Tragen der Burka zu zwingen? Und wäre die Burka noch so schön, und noch so sehr Tradition. Reiterhosen und lange Ledermäntel waren/sind in Deutschland schließlich auch tabu - aus einem gutem Grund: Respekt vor den Opfern!!!
Beim Vergleich zwischen Taliban und Niederländern muss zwischen Verbot und Sanktion unterschieden werden. Grundsätzlich werden Verbote ja zunächst erlassen in der Hoffnung, dass sie eingehalten werden. Die Sanktion gibt es erst bei Nichtbefolgung.
Und die Verbotsstruktur "Trage eine bestimmte Kleidung, die den herrschenden Mächten gefällt." ist bei den Taliban mit den Niederlanden vergleichbar.
Die Sanktionen auf deine Verletzung des Verbotes sind unterschiedlich. Aber auch die Niederlande reagieren nicht besonnen auf eine Verletzung sondern mit dem Entzug der materiellen Lebensgrundlagen. Für westliche Verhältnisse ist das eine sehr harte Strafe, vor allem wenn man bedenkt, dass es nur um ein Stück Stoff geht.
"In den Niederlanden bekommen sie keine Arbeitslosenhilfe sondern nur Sozialhilfe."
Tja, wenn man jetzt noch mit der rechtlichen Lage vertraut wäre ...
In den Niederlanden hat man unter 28 keinen Anspruch auf Sozialhilfe ;-)
Paging