Die Türkische Gemeinde plädiert für einen schulfreien islamischen Festtag - eine gute Idee, meint der Grüne Ströbele. Union und SPD lehnen den Vorstoß ab.
Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele hat sich dafür ausgesprochen, einen muslimischen Festtag zum Feiertag zu erklären. "Ein gesetzlicher Feiertag wäre ein gutes Zeichen, dass wir den Islam als Weltreligion ernst nehmen", sagte Ströbele der Passauer Neuen Presse.
Macht sich für einen muslimischen Feiertag in Deutschland stark: Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. (© Foto: dpa)
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An einem arbeitsfreien Tag könnten Muslime ihre Nachbarn zum gemeinsamen Feiern einladen. Ströbele griff damit einen Vorschlag neu auf, mit dem er bereits 2004 auf breiten Widerspruch gestoßen war.
Hintergrund war diesmal der Vorschlag des Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen beispielsweise an einem hohen muslimischen Festtag schulfrei zu geben.
Dem gegenüber äußerte sich der CSU-Politiker Hartmut Koschyk ablehnend. "Schulfrei an muslimischen Feiertagen steht für uns überhaupt nicht zur Diskussion. Zur besseren Integration leistet dies jedenfalls keinen Beitrag", wurde er von der Passauer Neuen Presse zitiert.
Der Vorschlag stößt auch bei der türkischstämmigen SPD-Bundestagsabgeordneten Lale Akgün auf Widerstand. "Es gibt bereits seit Jahrzehnten Regelungen und die sind absolut ausreichend", sagte Akgün der Neuen Presse aus Hannover.
Nach dem Schulgesetz zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen können Eltern unterschiedlichster Glaubensrichtungen, z.B. muslimisch oder jüdisch, an besonderen Feiertagen zwei Tage Urlaub für ihre Kinder beantragen. Das werde auch genehmigt. Die Sozialdemokratin fügte hinzu: "Der Vorschlag, einen muslimischen Feiertag in Deutschland einzuführen, ist aus der Hüfte geschossen."
(dpa/AP/odg)
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Dass Sie darüber diskutieren, ob Deutschland ein demokratisches, tolerantes Land ist, halte ich für völlig überflüssig. Nennen Sie mir doch bitte mal ein anderes Land (ganz gleich ob islamisch oder nicht) welches über ein höheres Maß an Demokratie, Freiheit und Toleranz verfügt.
und diejenigen, welche unser Wertesystem nicht anerkennen und trotzdem hier leben möchten, als ungebetene Gäste bezeichnen.
Das hat aber wenig mit der "Feiertagsfrage" zu tun.
Herr Ströbele bedient schlicht die Lobby seines Wahlkreises in Berlin, schließlich will er ja auch weiterhin im Bundestag sitzen.
Mir wäre es völlig egal, ob wir religiöse oder nichreligiöse Feiertage streichen. Hauptsache es werden überhaupt welche gestrichen.
Das einzige gesammelte Wertesystem des deutschen Staates ist doch wohl das Grundgesetz. Daran halte ich mich und erwarte es auch von jedem, der sich in Deutschland aufhält. Alles andere beruht doch auf nationalem Stammtisch-Geschwafel und der Litanei von Politikern, die selbst nicht definieren können, was damit gemeint ist.
Übrigens interessant finde ich, daß von ca. 20 islamischen Staaten - 10 christliche Feiertage gesetzlich verankert haben. Meist handelt es sich um Weihnachten - aber es gibt auch andere christliche Feiertage.
Offenbar gibt es islam. Staaten, die dem Christentum gegenüber toleranter sind, als die Deutschen.
Das entspricht ja auch dem Inhalt des Koran`s und der Tatsache, daß alle drei großen alten Glaubensrichtungen - Judentum, Islam u. Christentum - sich auf den gemeinsamen Stammvater Abraham berufen.
Es gibt eine Menge Leute, die hier heimisch geworden sind und sich wohlfühlen. Hüten werde ich mich, diese Gäste zu heißen. Diese Menschen sind - wie Sie richtig sagen - hier zu Hause und integriert.
Als Gäste möchte ich aber jene verstanden wissen, die keine Gelegenheit auslassen, den deutschen Staat mit seinem Wertesystem nicht anzuerkennen und ständig kundtun, wie sehr ihnen unsere Kultur mißfällt.
Uns mag es schmecken oder nicht - "wir, die Deutschen" sind zu einem großen Prozentsatz muslimisch. Und wir stammen zu einem großen Prozentsatz nicht von den Germanen ab - sondern aus der Türkei, aus arabischen oder afrikanischen Ländern. Wem das nicht gefällt, der sollte sich ein anderes Vaterland suchen. Deutschland ist - leider oder zum Glück - kein monokulturelles Land mehr. Da noch von "Gästen" zu sprechen, ist überheblich. Es geht um Bundesbürger.
Insofern: Warum kein moslemischer Feiertag? Insbesondere das Ende des Ramadans würde sich anbieten - das ist traditionell ein Tag des gemeinsamen Feierns und der Gastfreundschaft, zu dem in vielen moslemischen Ländern eh auch Nichtmoslems eingeladen werden.
(Übrigens, wer wirklich "nur" provozieren möchte, sollte lieber nach nicht-religiösen Feiertagen fragen. Denn die Zahl der Atheisten und Agnostiker in Deutschland ist ebenfalls riesengroß... :o))
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