Fast jeder zweite Kochlehrling bricht laut Bundesinstitut für Berufsbildung seine Ausbildung ab. Gewerkschafter beklagen zu lange Arbeitszeiten und einen ruppigen Umgang in der Branche. Die Arbeitgeber werfen den Azubis "falsche Erwartungen" an den Beruf vor - und vermuten einen Rechentrick.
Dass es in deutschen Küchen zuweilen derb zugeht, gilt spätestens seit dem Kinderlied "Ein Mops kam in die Küche" als Allgemeingut. Nachdem der Hund ein Ei gestohlen hat, wird die Ordnung auf handfeste Weise wieder hergestellt: "Da nahm der Koch die Kelle und schlug den Mops entzwei." Nun ist das Lied von Mops und Ei zweifelsohne dem Bereich der Legenden zuzuordnen, doch festzuhalten bleibt, dass das Klima in mancher Küche bestenfalls als rau bezeichnet werden kann. Für die Schwächsten der Hierarchie ist das oft schwer zu ertragen: In keinem anderen Beruf halten so viele Lehrlinge ihre Ausbildung nicht durch.
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Nicht alle Köche in Deutschland haben gut Lachen: Vor allem Azubis klagen über Beschimpfungen - 44 Prozent brechen ihre Lehre ab. (© dpa/dpaweb)
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Im vergangenen Jahr hat mit fast 44 Prozent fast jeder zweite werdende Koch seinen Ausbildungsvertrag aufgelöst. Auch im neuen Lehrjahr, das an diesem Donnerstag beginnt, rechnen Experten nicht mit Besserung. "Köche führen seit Jahren die Rangliste der Ausbildungsabbrecher an", stellt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) fest, das die Zahlen ermittelt hat. "Die Ausbildungsbedingungen in diesem Beruf sind eine Katastrophe", heißt es beim Deutschen Gewerkschaftbund (DGB).
"Jeder werdende Koch leistet mehr als zehn Überstunden pro Woche"
Es sind vor allem die Arbeitszeiten, die den Gewerkschaftern Sorge bereiten. "Zwei Drittel der Kochazubis müssen regelmäßig Überstunden machen", sagt Benjamin Krautschat aus der Abteilung Jugend und Jugendpolitik des DGB, durchschnittlich leiste jeder werdende Koch mehr als zehn Überstunden pro Woche. Oft komme darüber die Berufsschule zu kurz und müsse nachgearbeitet werden - nur wann, wenn der Lehrling nicht mal am Wochenende frei hat?
Im Forum Dr. Azubi des DGB, in dem Auszubildende sich beraten lassen können, klagen Krautschat zufolge gerade junge Köche über Beschimpfungen und einen ruppigen Umgang. Kein Wunder: In Küchen arbeiten meist wenige Personen unter hohem Druck zusammen, Konflikte prallen ungebremst aufeinander, Arbeitnehmervertreter gibt es selten.
Unter den vier unbeliebtesten Lehrberufen sind drei gastronomische
Nun wäre es übertrieben, die Ausbildung in anderen Berufen als durchweg besser darzustellen. Laut BIBB werden 22 Prozent aller Lehrlings-Ausbildungen abgebrochen. Doch unter den vier unbeliebtesten Lehrberufen sind drei gastronomische: Auf die Köche folgen auf Platz zwei mit 43,6 Prozent die Restaurantfachmänner, gemeinhin Kellner genannt, an vierter Stelle kommen mit 42,7 Prozent aufgelösten Lehrverträgen die Fachkräfte im Gastgewerbe. Allein der öffentliche Dienst schneidet gut ab: Hier werden nur fünf Prozent der Verträge vorzeitig gekündigt.
Dennoch sieht man beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) wenig Anlass, an der Ausbildung zu feilen. Eine Sprecherin erklärt, tatsächlich würden lediglich 24,5 Prozent der Köche ihre Ausbildung verfrüht lösen - Daten, die laut Statistikern am BIBB herauskommen, wenn man die Zahl der Vertragslösungen nicht, wie üblich, mit den Vertragsneuschließungen eines Jahres vergleicht, sondern mit allen Ausbildungsverträgen aus allen drei Lehrjahren. Ein Rechentrick also.
Arbeitgeber sprechen nicht von schlechten Ausbildungsbedingungen
Auch deshalb sieht die Dehoga-Sprecherin die Verantwortung kaum bei den Betrieben: "Vor allem falsche Vorstellungen und Erwartungen führen zu Unzufriedenheit bei jungen Menschen", sagt sie. Auch "Konflikte im sozialen Bereich, Lernschwierigkeiten oder eine falsche Einschätzung zur Eignung für den Beruf" könnten Gründe für Vertragslösungen sein. Von schlechten Ausbildungsbedingungen in der Gastronomie ist nicht die Rede.
(SZ vom 01.09.2011/moe/lala)
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habe ich nicht die Fussstapfen meines Vaters eingeschlagen.
Keine geregelte Arbeitszeit, Open End bei Festen, Anpöbelungen von Gesten- aber immer Trinkgeld, was meiner Mutter nütze um nach dem Krieg zu überleben.
Man weiss wie es ein einer Küche zugeht. Warum das so ist ist schleierhaft. In jeder anderen Industrie hat die Gewerkschaft ein bessers Auge darauf, das die Arbeitszeiten eingehalten werden, warum in der Gastronomie nicht ?
Der Ton macht die Musik, das ist richtig, wenn aber einzelne Köche, siehe Traube, sich als Götter der Küche bezeichnen, siehe zur Zeit das Affentheater um den Bulli in Spanien, der wie ein Gott durch die Werbung geht, müssen Sie sich nicht wundern warum der Frischling ( Lehrling im ersten Lehrjahr) sagen wir diskriminiert wird wie bei der Gorch Fock.
Ändern Sie die Ausbildung, dann gehts auch mit dem Koch.
Wir kennen es doch inzwischen alle. Der Umgangston, der sich in den vergangenen 25 Jahren in Deutschland eingebürgert hat, ist in seinem Charakter doch nichts anderes als der Ton, der gegenüber dem deutschen Untertanen von seinen Herrschaften schon immer angeschlagen wurde.
Die "geistig-moralische Wende", die von den Herren Kohl, Genscher & Konsorten im Jahre 1982 verkündet wurde, die Eingliederung der Ostzone 1990, die Verkündung der Agenda 2010, die Proklamation der Neuen Mitte, die mit ihren Neuen Leistungsträgern, Führungs-, Leitungs- und Lenkungskräften, Alpharüden und Alphafehen in der Neuen Sozialen Marktwirtschaft genau die Herrschaftsverhältnisse wiederhergestellt haben, die Deutschland in die Gruppen Herrschaften und Domestiken aufgespalten hat, ist doch die Ursache für den sozio-ökonomischen Verfall dieser Gesellschaft. Statt Rechtsstaat ist Deutschland heute ein ständisch-korporativer Willkürjustizstaat, statt vor einem kooperativ-fairen Erwerbsarbeitsmarkt (wie ihn einst Ludwig Erhard forderte und faktisch etablierte) stehen wir heute vor einem Erpresser- und Plündererarbeitsmarkt, in dem mit so extrem kriminellen Mitteln und Energien Menschen um ihren fairen Anteil am Arbeitserbegnis betrogen werden, dass man schon extrem die 3-Affen-Methode praktizieren muss, um den Neuen Deutschen Gulag nicht zu erkennen.
Der Ton macht die Musik, sagte meine Großmutter. Der Ton, der heute von sogen. Führungskräften in den Unternehmen angeschlagen wird, klingt nur noch nach einem: Dem herrischen und gewalttätig-brutalen Nazi der Neuzeit, der sich in einem hybriden Größenwahn und Herrenmenschenwahn total verloren hat. Deshalb verwundert es eigentlich nicht, dass gerade in den extrem unter Zeitdruck arbeitenden Küchenarbeitsbereichen heute in weiten Teilen ein Ton an den Tag gelegt wird, der eher zu einem russischen Arbeitslager (Gulag) oder einem deutschen Konzentrationslager passen.
Wir sollten uns darüber klar sein. dass der Marsch Deutschlands in den Neuen Faschismus längst im Gange ist und das die Neuen Herrenmenschen heute nicht nur mit ihren schwarzen PS-Boliden über die Autobahnen hetzen, sondern auch die Menschen in den Unternehmen mit immer nazistischerer Rücksichtslosigkeit und Asozialität durch "Arbeit vernichten".
(Ironie an)* Mit Leib und Seele habe ich den Beruf des Kochs ausgeführt. Mir machte weder das erbärmliche Gehalt, noch die vielen erzwungenen Überstunden, noch der permanente Dauerstress etwas aus. Mit machte es auch nichts, wenn die Betreiber minderwertige Ware anschleppten und ich daraus etwas Gutes machen musste, genau so wenig, das immer mehr unfähige Menschen in der Gastronomie eingestellt wurden, um Kosten zu sparen. Ebenso machte es mir nichts aus, dass sich jeder, der ein bisschen Geld auftreiben konnte, als Restaurantbesitzer fühlen durfte, obwohl er/sie nicht einmal die elementarsten Grundkenntnisse besitzen musste, außer der „Frikadellenbelehrung“.
Rauer Ton hatte ich auch drauf, während der Stoßzeiten. Nur rau und verletzend sind zwei paar Schuhe.
Egal war mir auch, das meine Ehe durch die Arbeitszeit kaputt ging und Freundschaften sich nur nachts bei´m Absacker an der Theke entwickelten. Ebenso war es mir egal, dass viele Kollegen schon mit einer „Fahne“ zum Dienst kamen, obwohl sie eigentlich bei den Anonymen besser aufgehoben waren.
Mir machte es auch nichts aus, dass meistens das Trinkgeld nur unter dem Servicepersonal verteilt wurde und das Mobben zwischen Küche,Servicepersonal und Betreiber machte mir auch nichts aus. Mir machte auch nichts aus, wenn der Chef in die Küche kam um mitzuteilen, das doch der bekannte Herr XY mit einigen Freunden erst um 23 Uhr kommen könnte und wir noch ein bisschen länger bleiben könnten. *(Ironie aus)
Nein, dies und noch viel mehr machte mir nichts aus, wenn nicht das Bild des Kochs durch eine Handvoll Medien- geiler Kollegen verherrlicht und bewusst verfälscht würde.
PS. Es wäre ungerecht, das ganze nur auf die Gastronomie, oder Dehoga abzuwälzen. Auch der Konsument mit seiner „Geiz ist geil“ Mentalität ist mindestens ebenso an diesem Desaster schuld.
Mediabolo, Dass Sie sich gegen den Trend stellen ist lobenswert, Aber.., wieso denken Sie dass es den Azubis in Ihrer Branche zumutbar ist, für das Wohlfühl Ambiente in der Hotellerie auf ihre Kosten zuständig zu sein? Warum sollen die für wenig Lohn arbeiten nur damit die Hochzeiten bis in der Früh dauern können, oder damit irgendjemand wenig Geld für ein Schnitzel hinlegen muss? Oder damit Sie sich ein schönes Leben leisten können. Und bitte, hören Sie doch auf, Überstunden werden fast nicht vergütet in der Branche. Dass Personal zum Arzt gehen können verdanken die nicht Ihnen sondern es ist gesetzlich so geregelt. Sie leben im Mittelalter. Nach Gutsherren Art preisen Sie Grosszügig Dinge an, die gesetzlich geregelt sind. Typisch für diese Branche.
Ein Lehrverhältnis in bestimmten Berufen in diesem Land die reine Sklaverei. Mexikanische Löhne, 13 Stunden Arbeitstage, Wochenende, Feiertags usw arbeiten. Erbärmliche Löhne. Familienleben oder sonstiges fast Null. Lange und unbezahlte Überstunden bringen niemandem etwas. Ausser Altersarmut und vorzeitiger körperlicher Verschleiß. Abgesegnet wird das von den IHKs und Handwerkskammern in diesem Land. 3 Jährige Lehrzeiten sind lächerlich in dieser Branche. Das ist Sklaverei per Gesetz. Für mich gehören diese mittelalterlichen Kammern alle abgeschafft. Sie sind die Steigbügelhalter eines menschenverachtenden Systems. Ich wundere mich dass die Hotellerie überhaupt noch Personal bekommt. Das einzige Gute ist, jeder kann in der Branche arbeiten. Egal wie seine Zeugnisse sind und egal wo er herkommt. Und nur das scheint zu interessieren,
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