Die Deutsche Forschungsgemeinschaft will die wissenschaftliche Publikationsflut eindämmen. Geld fließt nur noch, wenn der Inhalt stimmt.
Mehr Qualität statt ständig steigende Quantität: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) will die Publikationsflut in der Wissenschaft eindämmen. Forscher dürfen künftig bei Förderanträgen im Lebenslauf nur noch maximal fünf Arbeiten angeben - ""eben jene fünf, die sie selbst für die wichtigsten ihrer gesamten wissenschaftlichen Arbeit halten", sagte DFG-Präsident Matthias Kleiner in Berlin.
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Künftig dürfen in Förderanträgen nur noch maximal fünf Publikationen genannt werden. Damit soll auch Druck von den Wissenschaftlern genommen werden. (© Foto: ddp)
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20.000 Anträge auf Förderung
Bei Publikationen mit direktem Bezug zum jeweiligen Forschungsprojekt dürfen künftig pro Förderjahr nur noch zwei Veröffentlichungen angeführt werden. Ein Wissenschaftler, der für drei Jahre Fördermittel beantragt, darf also bis zu sechs Veröffentlichungen nennen. Mit dem Motto "Qualität statt Quantität" wolle die DFG damit "Pflöcke gegen die Publikationsflut" einschlagen, sagte Kleiner. Die DFG ist in Deutschland der wichtigste Finanzierer der Hochschulforschung. Bei ihr gehen pro Jahr etwa 20.000 Anträge auf Förderung ein, von denen die Hälfte bewilligt wird.
Mit der Begrenzung solle die immer größere Bedeutung von Publikationsverzeichnissen in der Wissenschaft verringert werden. Zugleich solle die eigentliche Beschreibung des Forschungsprojekts mehr Gewicht erhalten. "Damit wollen wir zeigen: Es sind die Inhalte, auf die es uns bei der Bewertung und Förderung von Wissenschaft ankommt", sagt Kleiner.
Leider laute heute die erste Frage nicht mehr, was jemand erforscht, sondern wo und wie viel er publiziert habe. "Das übt einen außerordentlich starken Druck auf Wissenschaftler aus, möglichst viel zu publizieren."
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(sueddeutsche.de/dpa/holz)
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Die Idee ist ja irgendwie suess: Lass uns den Wettbewerb vermindern indem wir auf "Qualitaet" der Veroeffentlichungen mehr wert legen. Das signalisieren wir indem wir sagen, mir kuerzen im Antrag einige offenen Zeilen weg. Meine Frage ist: Worauf haben sie denn vorher geachtet? Zentral einfach Geld herausgegeben fuer Leute die im Southern Danish Quarterly Journaly of monetary computational economics and time series applications 3 veroeffentlichungen hatten anstelle dem Typen der seine Doc arbeit bei econometrica untergebracht hat...
Zentrale Planwirtschaft in Deutschland...
Und deutsche Forscher im Ausland, die unabhaengig von der DFG sind, publizieren froehlich weiter und so wird meine Frage, wo ich meine wissenschaftliche Karriere weiterfuehre immer einfacher.
"Das übt einen außerordentlich starken Druck auf Wissenschaftler aus, möglichst viel zu publizieren."
Richtig, und? Bislang waren es die Kontrollen des peer review die ueber Inhalt und Qualitaet eines papers wachten. Plus der impact factor des journals. Die DFG uebernimmt jetzt also diese Funktion indem sie einfach die Zahl der Publikationen begrenzt?
Es ist nach wie vor das Ziel eines ernstzunehmenden Wissenschaftlers "möglichst viel zu publizieren" - wenn Inhalt und Qualitaet stimmen was bei seriosen journals (IPCC Publikationen mal ausgenommen) in der Regel stimmt. "Weniger arbeiten" (= weniger publizieren) und dennoch Foerdermittel bekommen ergibt irgendwie keinen rechten Sinn, ausser in der absurden Beamtenwelt der deutschen Unis.
Ein ganz ganz großes Kompliment an die DFG. Diesen Modus finde ich toll. Ich hatte lange Zeit einer wissenschaftlichen Karriere geliebäugelt, mich aber unter anderem aufgrund der notwendigen Publikationsflut dagegen entschlossen.
Wer schon einmal eine Dissertation geschrieben hat, wird mir beipflichten: 90% der publizierten Artikel bringen keinen nennenswerten Wissenszuwachs. Weniger ist mehr.
Die neue Herangehensweise macht die Wissenschaft deutlich attraktiver.
Super, weiter so!
Ja, es ist überfällig, darüber nachzudenken.