Ergonomie im Büro So sitzen Sie richtig am Schreibtisch

Notebooks haben ergonomische Nachteile. Doch mit einer Gerätehalterung und einer externen Tastatur lässt sich die ungünstige Körperhaltung vermeiden.

(Foto: Jörg Carstensen/dpa)

Wer viel Zeit am Computer verbringt, hat irgendwann mit Rückenschmerzen, trockenen Augen oder einem Mausarm zu tun. Ein gut geplanter Arbeitsplatz verringert das Risiko.

Verspannungen im Rücken, verschwommenes Sehen, trockene Augen oder Kopfschmerzen - wer täglich mehrere Stunden am Computer arbeitet, kennt das. Mit einem Arbeitsplatz, der an die ergonomischen Anforderungen des Nutzers angepasst ist, können viele schmerzhafte Momente vermieden werden.

Der Bildschirm. Zu weit vor- oder zurücklehnen ist nicht gut. "Damit eine ergonomische Arbeitsweise gewährleistet ist, sollten Nutzer darauf achten, dass Kopf und Oberkörper eine natürliche Position beibehalten", sagt Christian Herzog von IT-Verband Bitkom. Wichtig ist ein wenig Distanz vor der Mattscheibe. "Der Abstand sollte mindestens 50 Zentimeter betragen, besser sind 70 Zentimeter bei 17-Zoll-Monitoren", sagt Sascha Wischniewski von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Ein dreh- und neigbarer Bildschirm, der außerdem noch höhenverstellbar ist, kann leicht an die eigene Sitzposition angepasst werden. Um Reflexionen zu vermeiden, sollte der Bildschirm im rechten Winkel zu Fenstern und Lampen aufgestellt werden.

Die Schriftgröße. Ist die Schrift auf dem Bildschirm zu klein, strengt das die Augen nur unnötig an. Sascha Wischniewski empfiehlt eine Schriftgröße zwischen elf und 14 bei einem Abstand von 50 Zentimetern zum Bildschirm. Sie lässt sich in vielen Programmen leicht anpassen. "Alle gängigen Internetbrowser bieten die Möglichkeit, die Schrift und damit auch die gesamte Webseite zu vergrößern oder zu verkleinern", erklärt Christian Herzog vom Bitkom. Meist gelingt dies durch gleichzeitiges Drücken der Tastenkombination "Strg/Ctrl +" und "Strg/Ctrl -".

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Die Tastatur. Gute Tastaturen kosten Geld. Ergonomie-Experte Wischniewski rät zu hellen Oberflächen mit gut lesbarer Beschriftung. Außerdem sollten die Tastenoberflächen leicht nach innen gewölbt sein. Vielschreiber können von speziellen Ergo-Tastaturen mit geteilten Tastenflächen profitieren. Sie ermöglichen eine natürlichere Haltung der Hände.

Die AOK Bayern rät Computernutzern dazu, Handballenauflagen etwa fünf bis zehn Zentimeter vor das Tastenfeld zu positionieren. Das erspart den Handgelenken, beim Tippen dauerhaft angewinkelt zu sein. Optimalerweise ist die Tastatur leicht nach hinten erhöht aufgestellt oder in der Mitte erhöht. Ob unter den Tasten nun mechanische Schalter, Membrankontakte oder Scherenfedern stecken, ist Geschmackssache. Hier hilft nur ausprobieren. Die beste Technik ist diejenige, die sich gut anfühlt.