Büros der Zukunft Meeting in der Telefonzelle

Die schlechte Nachricht: Das Großraumbüro wird es auch in Zukunft noch geben. Die gute: Der Wohlfühlfaktor am Arbeitsplatz soll trotzdem steigen - glaubt man den Büromöbel-Designern.

Ein Großraumbüro hat so seine Eigenheiten. Der Geräuschpegel ist hoch, der Platz begrenzt und Privatsphäre oft ein Wunschtraum der Angestellten. Um das Arbeiten trotzdem so angenehm wie möglich zu gestalten, lassen sich Büromöbel-Designer so einiges einfallen. Ihre Ideen präsentieren sie derzeit auf der Büromöbel-Messe Orgatec in Köln.

Die Telefonzelle im Büro: Mitarbeiter können hier in Ruhe sprechen und stören dabei die Kollegen nicht. So zumindest stellen es sich die Designer vor.

(Foto: dpa)

Damit Mitarbeiter auch im Großraumbüro ab und zu ungestört sind, greifen die Designer zum Prinzip der guten alten Telefonzelle: In das eigenständige bunte Möbelstück kann man sich zurückziehen, um ungestört zu telefonieren - und ohne die Kollegen zu stören. So stellen es sich die Designer zumindest vor.

Auch am Mobiliar für den berühmten 15-Minuten-Powerschlaf wird permanent gearbeitet. Entwickelt werden beispielsweise Liegemöbel, deren Kopfteil komplett abgeschottet werden kann, um möglichst effizient zu schlafen - wenn denn überhaupt Zeit zum Schlafen ist.

Auch ob für derlei Möbelstücke Platz in den Büros ist, ist eine andere Frage. Gespart wird oftmals nämlich nicht nur am Personal, sondern auch am Platz. Hersteller sind deshalb gefordert, interessante Büro-Landschaften zu gestalten, um den Eindruck einer "Legebatterie" zu verhindern. Eine "Piazza" - wie der gleichnamige Markplatz eines italienischen Städtchens - mitten im Büro könnte lebendige Abwechslung inmitten der streng organisierten Schreibtische bieten. Eine Cafeteria, eine Lounge und Meeting-Points stehen dort den nüchtern gestalteten Schreibtischen gegenüber.

Noch schöner wäre es, wenn Wärme und Sinnlichkeit, angenehme Wohlfühl-Atmosphäre, beduftete Räume, leicht gedimmtes Licht, Geräusch-Dämmung und Entspannung die Arbeitsatmosphäre prägen würden. Das finden zumindest die Büromöbel-Designer.

Auf der Messe präsentieren sie deshalb das "Wohlfühlbüro" mit ergonomisch geformten Möbeln, mit eingebauter raffinierter Medientechnik in Konferenztischen und mit Entspannungs- und Kreativzonen für die Mitarbeiter. Ein Luftbefeuchtungssystem und eine Duftanlage sind gut gegen dicke Luft im Büro, spezielle Trennwände oder unter der Decke angebrachte Platten mindern den Lärm. Kollegen sitzen sich an Twin- Arbeitstischen zu zweit gegenüber - und können gut kommunizieren, auch ohne dabei auf gleicher Augenhöhe zu sein. Denn die Tischhöhe ist per Knopfdruck verstellbar. Gut für Haltung und Rücken.

Wichtig fürs Wohlfühlen und Wohnlichkeit ist nach Einschätzung vieler Anbieter zudem, dass Kabel und Technik komplett in Sideboards oder Tischen verschwinden. Und dass schnell reiner Tisch gemacht werden kann - etwa mit Hilfe von verschließbaren Klappen in der Tischplatte, in denen Notebook und Dokumente sicher versenkt werden.

Das kommt dann auch den Angestellten entgegen, die trotz aller Annehmlichkeiten in ihrem "Wohlfühlbüro" abends schnell nach Hause möchten.

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