Seit Generationen machen wir uns Gedanken über die perfekten Bewerbungsunterlagen und den lückenlosen Lebenslauf. Zeit zum Umdenken: Die Bewerbung der Zukunft wird anders aussehen.
Seit Generationen geben wir uns größte Mühe, unser Leben schönstmöglich zu formulieren, ansehnlich zu formatieren und knick- und kaffeefleckenfrei in eine schöne Mappe zu verpacken - um damit vielleicht den Job unserer Träume zu bekommen. Die Bewerbungsmappe macht Hoffnung und Angst zugleich. Erfüllt sie alle Kriterien, wirke ich auf dem Foto auch sympathisch? Werden die positiven Eigenschaften ausreichend hervorgehoben und liegen die Arbeitszeugnisse an der richtigen Stelle?
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Zum Traumjob kommt man künftig nicht mehr mit einer konventionellen Bewerbungsmappe. (© Foto: iStock)
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Fragen, die jeden Bewerber immer wieder von neuem quälen. Schon bald könnten diese Sorgen jedoch der Vergangenheit angehören: Die Bewerbungsmappe wie wir sie heute kennen, wird es morgen nicht mehr geben. Das zumindest sagen führende Karriereberater und Recruiting-Experten.
Dass sich die Bewerbung in ihrer Form verändert, ist nichts Neues. Schon seit geraumer Zeit verliert die klassische Bewerbungsmappe an Bedeutung, immer mehr Unternehmen akzeptieren nur noch Online-Bewerbungen. Unterlagen auf dem Postweg nehmen sie nicht mehr an.
So auch der Münchner Siemens-Konzern. Auf der Webseite des Unternehmens finden Bewerber einen Fragebogen, den sie in einem vorgefertigten Formular ausfüllen müssen. Der Personalabteilung kommt es jedoch trotzdem auf die individuelle Gestaltung der Unterlagen an. "Das Anschreiben und den Lebenslauf gestalten die Bewerber noch immer frei. Das macht das Gesicht der Bewerbung aus", sagt Peter Scharff, Leiter des Recruitings im Siemens Energy-Sektor.
Papier fällt weg
Die Sorgen um die richtige Formulierung im Anschreiben und das passende Foto im Lebenlsauf bleiben also die gleichen - nur das Papier fällt weg. Dass es in der Zukunft nicht bei rein formalen Änderungen bleiben wird, davon ist Karriereberaterin und Buchautorin Svenja Hofert aus Hamburg überzeugt. "Auch inhaltlich wird sich die Bewerbung verändern", sagt sie. "Der deutsche tabellarische Lebenslauf wird verschwinden und dem angelsächsischen Modell Platz machen."
Reihenfolge und Lückenlosigkeit verlieren dann an Bedeutung. "Der Lebenslauf wird erfolgsorientierter werden", sagt Hofert. Zudem würden eine Reihe persönlicher Daten aus den Unterlagen verschwinden: "Geburtsdatum, Familienstand oder Foto gibt es in amerikanischen Lebensläufen schon gar nicht mehr. Das wird auch bei uns so kommen."
Leben in Blöcken
Zumindest die Sorge um Lücken im Lebenslauf würde damit wegfallen. Was zählt, sind dann die wesentlichen Stationen im Berufsleben, in übersichtlichen Blöcken zusammengefasst. Ziehen Bewerber im Moment noch Arbeitszeugnisse heran, um ihre Leistungen zu dokumentieren, wird das früher oder später der Personaler selbst erledigen, sagt Online-Recruiting-Experte und Geschäftsführer der Personensuchmaschine Yasni, Steffen Rühl. "In zehn Jahren gibt es keine klassische Personal-Bewerbung mehr", prognostiziert er.
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...wenn dies auch in den gewissen Étagen endlich ankäme, dass die Mitarbeiter ab einem gewissen alter sehr wertvoll sind.
Wie lange kann es sich unsere Gesselschaft denn noch leisten, Menschen über 50 auszusortieren. Welch imense Kosten da auf den jungen Arbeitnehmern lastet ist nur schwer zu erahnen.
Wir ab einem alter von 45 werden in 10 Jahren die kostbarsten Arbeitnehmer sein, weil es keine anderen geben wird, die anpacken und wissen wie der Hase läuft.
Dem Kommentar von OxnoxO kann ich nur zustimmen. Nur ein paar Anmerkung: Was der Kommentator darin beschreibt kommt bei Bewerbern über 50 Jahre in besonderem Maße zum Tragen, denn in manchen bundesdeutschen Unternehmercliquen gilt dieses bloße Altersmerkmal ganz offensichtlich als eine Art unheilbare Krankheit, von der sich auch übergeschnappte Personaler am liebsten fern halten. Sollen sie sich ihr ideologisches Kondom ruhig über ihr Hirn ziehen, irgendwann kriegt es Risse.
Als Journalist (Jahrgang 1954, inzwischen "zwangsweise" Freiberufler) habe ich es selbst oft genug erlebt, dass sogar angeblich "seriöse" Unternehmen wie etwa der Südwestrundfunk auf Bewerbungen nicht einmal mehr reagieren. Viele "Alterskollegen", so mein Eindruck, haben sich dadurch und durch sonstiges selbstherrliches Gehabe dahergelaufener Personaler ins Bockshorn jagen lassen, haben sich geschniegelt, gestriegelt und verbogen, alles umsonst. Es gibt immer welche, die ihre Schleimspur noch besser als "Karriereleiter" verkaufen können. Und ich habe den Eindruck, dass ganz besonders in meiner Branche schleimige Berufsbiographien schon lange deutlich bevorzugt werden.
Ich empfehle, gelassen, dabei kritisch und sich selbst treu zu bleiben. Das kapitalistische System braucht seine Bewerbungsideologien zur Panikmache. Es geht auch dabei nur um Macht. Was mich betrifft, kann sich jeder Personaler folgendes hinter die Ohren schreiben: Man kann von mir journalistische Qualität erwarten. Mein persönliches Profil und meine kritische Betrachtungsweise verkaufe ich dafür aber nicht.
Please exuse all typo's!!
Ein wunderbarer Kommentar - sehr treffend!!
Ich habe das "schnüffeln" schon am eigenen Leib erfahren und habe dann sofort das weite gesucht.
Das mit dem Privatleben ausschnüffeln und externe Verhaltensweisen versuchen in den Betrieb zu übertragen finde ich eh das lächerlichste.
Was geht meinen Chef/Boss/Vorgestzten mein Privatleben an, wenn ich jeden Tag da bin, immer Pünktlich, sehr Gewissenhaft arbeite und dem Betrieb/Unternehmen als 100% Arbeitskraft und Einsatz zur Verfügung stelle? Richtig - GAR NICHTS!!
Deshalb kann man in Deutschland auch auf keine Betriebsfeier gehen - das ist wie auf heissen Kohlen laufen - man verbrennt sich ohnehin - die Frage ist nur - wie stark.
Und auch ein anderer Kommentar war sehr treffend, der auf unseren Bildungsstandard in Deutschland einging - Abi ein muss um Fliesenleger zur lernen, etc. Wenn jeder Abi hat, isses nix Wert. Was ist dann aber mit denjenigen, die Handwerkliche Arbeit vorziehen - man braucht kein Abi um Maurer, Bäcker, etc. zu lernen. Das soll diese Berufsgruppen nicht abwerten, nein - ganz im Gegenteil - das sind unsere Leistungsträger!!!!
In meiner Familie wusste einer schon als Teenager, dass Er Mahler werden möchte - der hat gerade mal einen mittelmäßigen Hauptschulabschluss hingelegt - ist aber nach 25 Jahren immernoch in seinem Mahlerberuf und ist wohl einer der Besten seines Faches!! Und das alles ohne Abi...
"Im Anbetracht der finanziellen Situation gerade Großbritanniens und den USA hat die Fixierung auf vorgeblich angelsächsische Verfahrens / und Vorgehensweisen etwas unglaublich Ironisches an sich."
Jetzt erläutern Sie mir bitte den Zusammenhang zwischen diesem Artikel und der Finanzkrise.
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