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Vorstellungsgespräch:Diese Fragen kommen bestimmt

Eine falsche Antwort im Bewerbungsgespräch, und der Job ist weg. sueddeutsche.de verrät, welche Fragen immer wieder kommen - und was man darauf antworten sollte.

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Team

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30 Minuten, die über die weitere Karriere entscheiden können: Ein Vorstellungsgespräch gehört zu den nervenaufreibendsten Momenten des Lebens - und zugleich zu den einfachsten. Denn die Fragen sind fast immer die gleichen. sueddeutsche.de verrät, was man am besten darauf antwortet - und was die Chefs auf keinen Fall hören wollen.

Welche Rolle übernehmen Sie in einem Team?

Falsche Antwort: "Ich bin eher der Macher" oder "Ich bin eher der Moderator".

Legen Sie sich nicht fest, Sie sind in der Lage, situationsbedingt immer wieder verschiedene Rollen anzunehmen. Machen Sie deutlich, dass Sie ein gutes Gespür für die sich verändernden Anforderungen an ein Team haben.

Also: "Das kommt immer auf die Situation an. Ich kann mich zurückhalten und zuhören, aber ich kann auch neue Ideen einbringen und die Diskussion beleben."

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Stärken

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Worin sehen Sie ihre größte Stärke?

Nicht gut: "Ich verfüge über eine sehr große Begeisterungsfähigkeit"

Klingt im ersten Moment gut. Aber die Frage ist, ob die genannte Stärke auch immer eine solche ist. Wer begeisterungsfähig ist, neigt möglicherweise auch zu Sprunghaftigkeit und läuft Gefahr, Projekte, an denen er das Interesse verloren hat, nicht erfolgreich zu beenden. Es gibt aber auch Eigenschaften, die Sie immer in ein positives Licht rücken. Freude am Lernen zum Beispiel:

"Hm, wenn ich nur eine nennen soll ..., dann sage ich, dass ich neugierig bin und deshalb gerne lerne. Es macht mir einfach Spaß, mir neues Wissen anzueignen und zu verstehen, wie die Dinge zusammenhängen und funktionieren."

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Misserfolg

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Was war Ihr größter Misserfolg?

Falsche Antwort: "Mein größter Misserfolg war, dass ich während des Studiums eine Mathematikprüfung in den Sand setzte und deshalb ein ganzes Semester dranhängen musste. In der Schule war ich immer einer der besten, aber auf der Uni habe ich mich wohl zu sehr von den anderen ablenken lassen."

Fehler eingestehen ist gut, aber zu viele Details sollten Sie dem Vorgesetzten ersparen. Anstatt die Schuld auf andere zu schieben, lieber betonen, dass man die Gründe für den Misserfolg analysiert, aus den Fehlern gelernt und Verantwortung übernommen hat.

Also beispielsweise: "Mein größter Misserfolg war, dass ich während meines Studiums eine Mathematikprüfung in den Sand gesetzt habe und deshalb ein ganzes Semester dranhängen musste. Damals war ich natürlich sehr enttäuscht, aber heute weiß ich, dass ich einfach zu spät mit dem Lernen begonnen habe und die wichtigen Dinge rechtzeitig angehen muss."

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Führungsqualitäten

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Schätzen Sie sich als Führungspersönlichkeit oder als Mitarbeiter ein?

Ungünstig: "Zurzeit bewerbe ich mich bei Ihnen als Sachbearbeiter, aber ich habe schon den Ehrgeiz, demnächst Führungsaufgaben zu übernehmen."

Ihr Gegenüber darf auf keinen Fall den Eindruck erhalten, Sie sähen die ausgeschriebene Stelle nur als Sprungbrett für höhere Aufgaben an. Konzentrieren Sie sich auf die Stelle, auf die Sie sich gerade bewerben und vermitteln Sie glaubwürdig, dass Sie führen können, sich aber auch führen lassen. Je nachdem, wie es die Situation verlangt.

Also beispielsweise: "Das kommt ganz auf die Situation an. Ich denke, dass ich beide Rollen sehr gut ausfüllen kann. Auf der einen Seite kann ich sehr gut im Team arbeiten, auf der anderen Seite traue ich mir auch zu, ein Team zu leiten und andere miteinzubeziehen."

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Leben

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Was ist Ihnen in Ihrem Leben wichtig?

Schlecht: "Gesundheit, ein herausfordernder Job und gesunde Beziehungen."

Diese Aussage geht zwar in die richtige Richtung, aber Sie sollten ein bisschen weiter ausholen, schließlich möchte Ihr Gesprächspartner Sie besser kennenlernen. Und: Sie befinden sich in einem Bewerbungsgespräch, also nicht zu viel Privates.

Eine Möglichkeit: "Ich mag meinen Beruf und ich liebe meine Familie. Diese beiden Bereiche sollen sich ergänzen. Ich suche einen Job, der mich fordert, wo ich etwas lerne und wo ich mich wirklich einbringen kann. Auf der anderen Seite brauche ich aber auch mein privates Umfeld, auf das ich mich verlassen und in dem ich mich regenerieren kann."

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Vorbild

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Welche Vorbilder haben Sie?

Falsch: "Im Moment fallen mir eigentlich keine ein. Ich denke, ich gehe einfach lieber meine eigenen Wege."

Die Frage nach Vorbildern sagt einiges über Sie aus und macht im besten Fall den Weg für Nachfragen frei. Idealerweise sollten Sie Beispiele nennen, aus denen sich Ihre besondere Eignung für den Job ableiten lässt.

Zum Beispiel: "Vorbilder - sagen wir es mal so: Es gibt Menschen, die mich beeindruckt haben, weil ich von ihnen sehr viel gelernt habe. Ich erinnere mich da gerne an meinen Berufsschullehrer, der mich erst so richtig für einen technischen Beruf begeistert hat. Er war für mich der Grund, warum ich nach meiner Berufsausbildung noch studiert habe."

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Entscheidung

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Warum haben Sie sich für diese Ausbildung/dieses Studium entschieden?

Besser nicht: "In unserer Familie gibt es eine lange Tradition. Ich habe nicht wie viele meiner Schulfreunde aus Verlegenheit dieses Fach studiert. Schon mein Vater und mein Großvater waren Juristen, deshalb kam ich früh mit dem Beruf in Berührung und es wurde bald klar, dass das auch mein Weg werden würde."

Sie sollten niemals einen Beruf ergreifen, weil Ihre Eltern das für richtig halten oder es einer Familientradition entspricht. Ihrem Gesprächspartner sollten Sie klarmachen, dass Ihr Beruf Ihre Berufung ist.

Zum Beispiel so: "Mein Ziel, Rechtsanwalt zu werden, hat mich immer bestärkt. Dafür war das Studium nun mal Voraussetzung und daher fiel es mir leicht, es zügig durchzuziehen. Mein Ziel war ja nicht, Student zu sein, sondern diesen Beruf ausüben zu können. Man lernt als Rechtsanwalt viele Menschen und ihre Probleme kennen. Das hat mich schon immer fasziniert, auch in meinen Praxissemestern."

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Jobsuche

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Wie lange sind Sie schon auf Jobsuche?

Nicht: "Sechs Monate."

Die Antwort ist zwar sehr präzise, verrät ihrem Gegenüber aber nichts über Ihre Persönlichkeit. Am besten, Sie verpacken noch ein paar positive Botschaften in Ihre Antwort, wie Ihre Motivation oder absolvierte Fortbildungen.

Etwa so: "Das letzte Arbeitsverhältnis verlief nicht so wie geplant, danach brauchte ich erst einmal etwas Zeit für mich, um eine Strategie für die Zukunft festzulegen und mich auf neue Herausforderungen vorzubereiten. Ich habe mich weitergebildet und mir ein sehr gutes Bild vom Arbeitsmarkt verschafft. Das hat etwas gedauert. Aber heute bin ich hier und ich bin sicher, dass ich die vergangenen Monate gut investiert habe. Davon würde ich Sie gerne überzeugen."

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Qualifikation

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Was unterscheidet Sie von anderen Bewerbern?

Falsche Antwort: "Dafür müsste ich die anderen Bewerber erst einmal sehen ..."

Das mag treffend sein, aber die Frage hinter der Frage lautet: Warum sollen wir uns für Sie entscheiden? Also einfach mal die eigenen Stärken in den Vordergrund stellen, um dem Arbeitgeber deutlich zu machen, welchen Nutzen er von Ihnen haben würde.

Zum Beispiel: "Ich hab mittlerweile einen sehr guten Überblick über die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle bekommen und ich glaube zu wissen, wie die beste Besetzung aussieht. Lassen Sie mich drei wesentliche Punkte herausgreifen ..."

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Betriebsrat

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Sind Sie Mitglied des Betriebsrates?

Diese Frage ist generell unzulässig. Meistens ist es aber kein Nachteil, im Betriebsrat zu sein. Wenn Sie wollen, können Sie das auch gerne sagen.

Eine andere Möglichkeit: "Bitte entschuldigen Sie, mir ist nicht klar, warum das für die ausgeschriebene Stelle von Bedeutung ist."

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Familie

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Möchten Sie in der nächsten Zeit eine Familie gründen?

Ungünstig: "Darauf möchte ich nicht antworten."

Mit dieser Antwort tun Sie sich vermutlich keinen Gefallen, auch wenn die Frage an sich unzulässig ist. Eine ausweichende Antwort ist oft am besten.

Zum Beispiel: "Mein Mann und ich sind uns einig, dass wir beide jetzt, so frisch nach dem Studium, erst einmal beruflich Fuß fassen wollen. Auf lange Sicht könnte eine Familiengründung zwar durchaus denkbar sein, das ist aber kein Thema in den kommenden Jahren."

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Überstunden

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Sind Sie bereit, Überstunden zu leisten?

Falsche Antwort: "Klar, ich weiß doch, wie das Tagesgeschäft aussieht. Überstunden sind für mich kein Problem."

Das ist wenig glaubhaft, niemand macht gerne Überstunden, außer in seinem Privatleben ist nichts los. Außerdem sollten Sie nicht den Eindruck erwecken, Sie hätten das Tagesgeschäft nicht im Griff.

Besser: "Grundsätzlich bin ich bestrebt, meine Aufgaben in der zur Verfügung stehenden Zeit zu erledigen. Das Prozedere im Vorfeld sauber zu planen und Prioritäten zu erkennen, sind dafür wichtige Voraussetzungen. (Pause) Wissen Sie, ich suche eine Herausforderung, bei der ich mich einbringen und entwickeln kann. Und so, wie es sich anhört, bieten Sie mir hier eine sehr interessante Aufgabe an. Ich weiß aber auch, dass man nicht jeden Arbeitstag von neun bis 17 Uhr durchplanen kann und deshalb flexibel sein muss. "

Noch mehr Fragen aus dem Bewerbungsgespräch und die richtigen Antworten dazu gibt es in Carolin und Heiko Lüdemanns Buch "Die 111 wichtigsten Fragen im Vorstellungsgespräch", Redline Verlag, München 2009.

Foto: istock (sueddeutsche.de/holz/gal/bgr)

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