Kein Foto, kein Name, kein Familienstand: Wer sich künftig im Familienministerium von Kristina Schröder bewirbt, muss allein durch Leistung überzeugen. Anonyme Lebensläufe sollen die Chancengleichheit der Bewerber erhöhen.
Alexander soll es nicht leichter haben als Ahmet, und wenn Aishe besser ausgebildet ist als Anna, soll sie künftig auch die Stelle bekommen - zumindest im Familienministerium von Kristina Schröder.
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Das Familienministerium von Kristina Schröder nimmt an einem Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes teil und akzeptiert ab Herbst nur noch anonyme Bewerbungen. (© apn)
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Wie eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage von sueddeutsche.de bestätigt, werden im Hause von Kristina Schröder ab Herbst ausschließlich anonymisierte Bewerbungen angenommen. Damit folgt das Ministerium der Initiative der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Die legt Unternehmen nahe, im Rahmen eines Pilotprojekts auf das Foto und alle persönlichen Angaben im Lebenslauf eines Bewerbers zu verzichten. Nationalität, Geschlecht, Religion, Alter, Familienstand oder Adresse sollen somit bei der ersten Auswahl der Arbeitgeber keine Rolle mehr spielen.
Das Pilotprojekt, an dem auch das nordrhein-westfälische Integrationsministerium teilnimmt, soll im Herbst starten und ein Jahr lang laufen. "Ziel ist es, Bewerbungsverfahren so vorurteilsfrei wie möglich zu organisieren. Durch anonyme Bewerbungen sollen alle Bewerberinnen und Bewerber eine Chance bekommen - auch diejenigen, die durch ein Raster fallen könnten", heißt es aus dem Familienministerium.
Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle (ADS), erhofft sich von den anonymisierten Bewerbungen ebenfalls eine gerechtere Chance für Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund, Bewerber über 50 - oder auch Frauen. "Bei anonymisierten Lebensläufen steht die Qualifikation der Bewerberin oder des Bewerbers im Mittelpunkt. Natürlich lassen sich aus Zeugniskopien auch biographische Angaben erahnen. Dies dürfte aber insgesamt deutlich schwieriger und aufwendiger sein als bei herkömmlichen Bewerbungen. Insofern steigen auf jeden Fall die Chancen, zu einem ersten Gespräch eingeladen zu werden. Und darum geht es uns schließlich", sagt sie im Interview mit dem Magazin sicher führen.
Skepsis bei deutschen Arbeitgebern
Susanne Baer, Professorin für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität Berlin, unterstützt den Vorstoß. "Interessant ist es, hier einmal umgekehrt zu fragen: Was spricht eigentlich gegen anonymisierte Bewerbungen? Warum sind die nicht längst selbstverständlich? Warum schicken Menschen, die im Labor forschen wollen, ein Foto - und werden auch danach beurteilt? Wenn wir in Deutschland künftig gutes Personal gewinnen wollen, sollten wir da ganz sicher umdenken - und auch tatsächlich anders handeln", sagte sie zu sueddeutsche.de.
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Super Idee, mit der anonymen Bewerbung. Es fehlt aber noch die gesetzliche Burka-Pflicht für das Vorstellungsgespräch, damit man nicht schon vor Vertragsabschluss diskriminiert wird!
Das Gespräch findet selbstverständlich in Gebärdensprache statt und für die Probezeit gibt es dann die Burka-Latzhose in Blau!
Dann hat man es aber geschafft.
als hätten viele, die aufgrund von Abstammung, Geschlecht, Aussehen, Familienstand und Alter bisher nichts zu befürchten hatten, gaaaanz furchtbar Angst.
Vielleicht sind sie ja doch nicht so doll, wenn sie sich allein aufgrund ihrer Leistung durchsetzen müssen.
Man stelle sich vor: Dr. Aisha XY, alleinerziehend, 45 Jahre alt, die sonst sicher gleich mal auf dem F-Stapel gelandet wäre, darf sich vorstellen. Und schnappt sich den Job, weil sie einfach klasse ist!!!
HUUU :-)) Schlotter
der anonym und ohne Ansehens seines Aussehens eingestellte gepircte und mit Ganzkörpertatoo versehene wahabitische Araber serviert vollbusig offenherzigen Damen im Mövenpick flambiertes Schweinefleisch mit jeder Menge Alkohol während des Ramadan. Eine interkulturelle Glanzleistung, aber politisch korrekt. Das ist dann wohl der tiefere Sinn dieser neuen Entwicklung.
Wenn man erstmal die Erfahrung gemacht hat, dass wenn in der Bewerbung eine bestimmter Stadtteil als Wohnort steht, direkt aussortiert wird, man gleich einen Nachteil hat bei einem ausländischen Namen, man nicht attraktiv ist und nur nett schauen muss und genommen wird- dann weiß man wo der Sinn einer solchen Maßnahme liegt.
Hat man natürlich bisher Vorteile gehabt davon wie's läuft, sucht man jetzt schnell Scheinargumente gegen die Anonymisierung.
Hier geht's ja nicht um den Ingenieur mit Parade-Lebenslauf, der der einzige Bewerber ist, dort wird auch der Name kein Grund zur Ablehnung sein.
Sondern es geht um 2 Bewerber von denen einer Christian heißt und der andere Ahmet.
Wen nehmen Sie?
Auf dem Foto ist eine dicke hässliche Frau?
Auf dem anderen eine attraktive Blondine?
Beide haben ein ähnliche Qualifikation?
Es ist keine schöne Antwort in den meisten Fällen.
Ob wir unsere Oberflächlickeit und unser Urteil über Menschen in Sekunden dulden müssen als naturgegeben, darüber kann man streiten.
Aber die jetzige Maßnahme als PR abzutun, ist zu einfach.
Die Ministerin ist mir aufgrund anderer Aussagen nicht wirklich sympathisch, aber diese Aktion finde ich sehr positiv.
Die geäußerten Zweifel sind alle Schutzbehauptungen, um die eigene konträre Position zu verteidigen, der es an Argumenten mangelt.
Hat man es erstmal ins Vorstellungsgespräch geschafft, kommt nicht die böse Wahrheit an den Tag, dass man Ausländer ist, sondern es sind gerade die Vorurteile, die man Bewerbern aufgrund von Namen und Foto entgegenbringt schnell korrigiert- diese Chance hat man in der schriftlichen Bewerbung gerade nicht.
Frau Huke sollte sich demnächst wieder auf aussagekräftige Studien verlassen anstatt auf ihr "Gefühl" zu hören.
"Vielleicht mach Frau S. nach ihrer Zeit im Ministerium ja noch Karriere in einer dieser Organisationen."
Aber nur wenn Roland Koch jetzt Chef einer dieser Organisationen wird und durchsetzt, daß eine Hessische Jungfer (naja ...) einen exponierten Posten erhält.
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