Absolventen, die sich mit Elan in ihren ersten Job stürzen, erleben herbe Enttäuschungen. Kollegen bremsen sie aus und belächeln ihren Enthusiasmus.
Als sie sich nach dem Hochschulabschluss in ihren ersten Job stürzten, waren sie bis in die Haarspitzen mit Idealismus aufgeladen. Sie waren überzeugt, sie könnten schon gleich von ihrem ersten Schreibtisch aus Großes bewirken. Zwei, drei oder auch fünf Jahre später stehen sie nun vor der Berliner Karriereberaterin Jessica Krüger und müssen zugeben, dass sie mit ihren Ideen nicht weit gekommen sind. Dass sie als naive Träumer belächelt werden.
Stress im ersten Job: Es gibt gute Gründe, nach den ersten paar Jahren im Berufsleben ernüchtert zu sein. (© Foto: dpa)
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"Viele dieser ehemals enthusiastischen Berufseinsteiger begegnen mir frustriert, deprimiert und fühlen sich wie in ein Loch gefallen", beschreibt Krüger. "Sie fragen sich, ob sie eine falsche Entscheidung getroffen haben, und haben Angst vor dem nächsten Schritt."
Es gibt gute Gründe, nach den ersten paar Jahren im Berufsleben ernüchtert zu sein. "Überstunden ohne Ende, anspruchslose Inhalte, Vorgesetzte, die bei der Frage nach Feedback nur die Schultern zucken und sagen: Ist doch alles in Ordnung! Erste Führungsaufgaben, die mit Elan angepackt werden, aber im Getriebe der innerbetrieblichen Unlust-Kultur versanden", zählt die Frankfurter Karriereberaterin Wiebke Sponagel auf.
Idealistisch getriebene Frischlinge
In dieser Situation wird der Idealismus nur bedingt zum fliegenden Teppich, auf dem man dem irdischen Frust entschwebt. Im Gegenteil. Der idealistisch getriebene Frischling will sich nicht ablenken, sondern Erfolge sehen.
Lehramtsreferendarin Scotty75, deren Erfahrungsbericht auf ciao.de zu lesen ist, ist eine jener Ungeduldigen: "Ich habe den Anspruch, besseren Unterricht zu geben als meine Lehrer früher, aber das ist schwer. Ich bin bereit zu lernen, aber ich möchte auch das Recht haben, Dinge anders zu machen, als es mir im Seminar nahegelegt wird, wenn ich es begründen kann. Stattdessen muss ich Elemente in meine Unterrichtsplanung hineinnehmen, von denen ich nicht überzeugt bin, oder auf andere verzichten, weil ich weiß, dass der Seminarleiter sie kritisch beäugen würde." Scotty75 möchte ein Stück Welt verändern, sie möchte einen Beitrag leisten und wird doch ausgebremst.
Karriereberaterin Sponagel berichtet von einem Leidensgenossen Scottys, Anfang dreißig und Mitarbeiter eines großen Finanzdienstleisters, der seit seinem Arbeitsantritt vor acht Jahren darauf wartet, dass er endlich loslegen darf. "Er sitzt im goldenen Käfig und ist dauerangefrustet", beschreibt Sponagel seine Situation. "Ihm werden jedes Jahr wieder Versprechungen gemacht und dann doch nicht umgesetzt. Das Unternehmen verschleißt in Umstrukturierungen einen Chef nach dem anderen, sodass Zusagen nichts mehr wert sind. Wenn Nachwuchs-Potentiale auf diese Weise versanden, ist das sehr schade."
Neulinge brauchen Feingefühl
Heute, wo den Absolventen die Selbstverwirklichung fast genauso wichtig ist wie das Geldverdienen, haben viele Berufseinsteiger ähnliche Schwierigkeiten wie Scotty75 und der Sponagelsche Klient mit ihren Idealen, der Realität und den Kompromissen. Wie etwa der Nachwuchs-Unternehmensberater, der überzeugt ist, dass eine Gewinnoptimierung immer mitarbeiterfreundlich zu erreichen sein muss - ein weiterer Fall aus Sponagels Praxis. Man müsse eben bedenken, dass viele Ideen in der Theorie vielversprechend klingen, sich aber nicht umsetzen lassen, sagt Karrierecoach Krüger.
Oder dass sie längst ausprobiert wurden, nur leider ohne Erfolg. "Lieber erst mal die Situation beobachten und die Kollegen fragen: Was habt ihr hier eigentlich schon versucht?", schlägt Krüger vor. "Wenn man zu einem späteren Zeitpunkt mit Feingefühl seine fundierten Verbesserungsvorschläge bringt, sind die Vorgesetzten häufig auch offen dafür. Dann merken sie, da hat sich der Neuling wirklich Gedanken gemacht."
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"Das muss nicht mal der milchbärtige FH-BWLer sein, der im Auftrag von McKinsey & Co sein Halbwissen aus dem Handbuch zum Unternehmen-toll-machen aufschäumt."
Oder der geekige Softwaredeveloper der Warcraft spielt und noch nie eine Freundin ausserhalb von Second Life hatte
Was sollen diese doofen Stereotype?
"Das heisst nicht das du duemmer waerst, jedoch kommen solche Kommentare nur von jemaden der keine Ahnung vom Rest hat und so tut als ob er die Wekt verstanden hat."
Und bevor du das nächste Mal gleich die Keule rausholst und persönlich wirst, denk lieber erstmal über den Kontext nach in dem Kommentare geschrieben werden. Es ging im Artikel und auch in den Kommentaren um Hochschulabgänger.
Ne, solche Aussagen kommen von jemandem, der Schubladendenken wie das von WPJ hier präsentierte für, drücken wir es nett aus, wenig hilfreich hält.
Nur weil jemand eine Lehre abgeschlossen hat vor dem Studium ist er nicht zwangsläufig besser als jemand der keine Lehre abgeschlossen hat und sich genauso gut einarbeiten kann. Es gibt viele Möglichkeiten sich aufs Berufsleben vorzubereiten, dabei irgendeine als heilsbringende Allgemeinlösung zu präsentieren zeugt eigentlich nur von einem ziemlichen Tunnelblick.
Übrigens: Ich glaube du hast die Beiträge nicht richtig durchgelesen, es ging hier über die Lehre vor dem Studium, und nicht darum, dass man auch "ohne nix" erfolgreich sein kann. Das würde ich auch niemandem raten.
Das kann man nur sagen wenn man keine Ahnung von Statistik hat. Wenn du der eine unter tausenden bist, der es ohne nix geschafft, heisst das nicht das dies die Regel ist.
Dann kommt meine Frage was machst du ohne Lehre?
Flugzeuge konstruieren, Medikamente entwickeln, Im Weltraum fliegen? Na ja wenn du an einer CNC-Drehmaschiene stehst, dann drueckst spannst du das zu bearbeitende Teil ein und drueckst auf den Knopf. Wenn du aber eine Technische Zeichnung in die Hand gedrueckt bekommst kannst du sie nicht lesen, geschweige denn dich an eine manuelle Maschiene stellen und das Stueck fertigen.
Das heisst nicht das du duemmer waerst, jedoch kommen solche Kommentare nur von jemaden der keine Ahnung vom Rest hat und so tut als ob er die Wekt verstanden hat.
"Hätte halt man vorher eine Lehre gemacht so wie unser eins und erst dann studiert, hätte man es beim Einstieg leichter."
Azubis fangen auch mal an und sind sogar noch gefährdeter "vor die Pumpe" zu laufen. Schließlich verdienen sie nicht gerade viel Geld und wenn sich dazu Frust und Unmut gesellen, verlieren sie im schlimmsten Fall ganz den Spaß an ihrem Beruf.
Ganz unabhängig übrigens davon, ob sie nachher studieren wollen oder nicht!
Die "FHisierung" der akademischen Landschaft finde ich auch bedenklich. Sicher ist die FH ein wichtiger Eckpfeiler für den Ausbau der angewandten Wissenschaften; allerdings gerät die Freude an Grundlagenforschung und Dingen wie Philosophie, Geschichte und Kunst immer mehr ins Hintertreffen!
Das muss nicht mal der milchbärtige FH-BWLer sein, der im Auftrag von McKinsey & Co sein Halbwissen aus dem Handbuch zum Unternehmen-toll-machen aufschäumt. Auch bei sehr klugen Leuten aus der Praxis mit jahrelanger Erfahrung fehlt oft ein gewisses Hintergrundwissen über Historie, Entwicklung und Tiefgang der Wissenschaften, die sie tagtäglich anzuwenden gelernt haben.
Von Sekundärfähigkeiten wie Orthographie, Psychologie usw. fangen wir besser gar nicht erst an....
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