Gestohlene Maultaschen und Pfandbons sollen künftig kein Grund mehr für eine Entlassung sein. Die SPD will Kündigungen wegen Bagatelldelikten verbieten. Schon jetzt stoßen die Pläne auf Widerstand.
Nach mehreren Fällen von Kündigungen Beschäftigter wegen Bagatell-Diebstählen will die SPD Konsequenzen ziehen und solche Entlassungen per Gesetz verbieten. Die arbeitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Anette Kramme, kündigte dazu in der Neuen Osnabrücker Zeitung für Januar einen entsprechenden Gesetzentwurf an.
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Bagatellen wie der Klau von vier Maultaschen am Arbeitsplatz sollen künftig als Kündigungsgrund nicht mehr gelten. Das fordert die SPD. (© Foto: dpa)
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"Arbeitgeber sollen verpflichtet werden, bei kleineren Vergehen zunächst eine Abmahnung auszusprechen", sagte die SPD-Politikerin. "Erst im Wiederholungsfall darf eine Kündigung in Betracht kommen." Auch der frühere Arbeitsminister und heutige stellvertretende Parteichef Olaf Scholz bezeichnete die derzeitige Rechtslage als nicht akzeptabel. Der Schutz der Arbeitnehmer vor Bagatellkündigungen müsse verbessert werden.
Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) lehnt dem Bericht zufolge die SPD-Pläne ab. Die Schäden durch Diebstähle von Mitarbeitern beliefen sich allein im Einzelhandel auf rund eine Milliarde Euro pro Jahr. "Das bestehende Recht ist völlig hinreichend", sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Reinhard Göhner. Eine missbräuchliche Kündigung sei bereits heute ausgeschlossen. Auch in Zukunft müsse ein Arbeitsverhältnis in jedem Fall kündbar sein, wenn ein Mitarbeiter eine vorsätzliche Straftat am Arbeitsplatz begehe.
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(sueddeutsche.de/dpa/holz/joku)
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Aus den zahlreichen Bagatelldiebstahlkündigungen haben wir gelernt, dass es einen Unterschied zwischen Strafrecht und Arbeitsrecht gibt. Wortreich wurde uns erklärt, dass ein Delikt strafrechtlich zwar recht unbedeutend sein mag, arbeitsrechtlich jedoch zu einer Vernichtung der Lebensgrundlage führen kann - und dass das dann auch gerecht sei.
Wenn jedoch Straf- und Arbeitsrecht unterschiedliche Rechtsspähren sind, so ist es auch zulässig, im Arbeitsrecht einen großzügigeren Maßstab als im Strafrecht anzulegen. Wobei ja gar kein milderer Maßstab errichtet werden soll, sondern eher ein gleichlaufender. Genausowenig wie man wegen einems Bagatelldiebstahls ins Gefängnis kommt, soll man deshalb seinen Job verlieren. Das ist gerecht und fördert den sozialen Frieden.
Die SPD scheint sich endlich wieder darauf zu besinnen, dass sie für die Schwachen einzutreten hat! Weiter so!!
... wie vehement dieser sinnvolle Gesetzvorschlag bekämpft wird. Na ok, man kann natürlich die supermoralische Tour fahren, auch wenn die Menschlichkeit dabei auf der Strecke bleibt.
Dann aber bitte für alle: Steuerhinterzieher, die dem ganzen Volk deutlich höhere Beträge stehlen, Autofahrer, die mit Raserei und Drängelei andere an Leib und Leben gefährden, Politiker, die Steuern verschwenden und sich mit Nebenjobs bereichern, Arbeitgeber, die Menschen mit Dumpinglöhnen ausbeuten: Da sollte die Strafe dann aber ebenso hart ausfallen. Also enteignen.
Dann, aber nur dann, hat man einen Anflug von Berechtigung, wegen minimalster Verfehlungen die Existenz eines Menschen zu zerstören.
offenbar ist kein populistischer Versuch ist zu dumm.
Schon zu Münte's diversen "Vorschlägen" hab ich eine Annäherung der SPD an die 20%-Marke bei der Bundestagswahl vorausgesagt (und erhofft).
Nun folgen weitere absurde Vorschläge...Leute, Ihr lernt einfach nicht aus den Fehlern und selbst als Oppositionspartei seid Ihr zu schlecht.
Soso, klauen soll nun legalisiert werden....
Jetzt plötzlich? SPD ist wiedermal für ein lachen gut.
Wie Volker Pispers schon sagte: Die sind solange dafür, solange sie keine Mehrheit haben.
Wann geht die SPD endlich den Bach unter? Allerdings sollte da die FDP/CDU/CSU ihr natürlich auch folgen. Für Deutschland wäre es nur vom Vorteil.
Paging