Über 17.000 Lehrstellen sind seit Beginn des Ausbildungsjahres noch unbesetzt. Und das, obwohl immer weniger Lehrstellen angeboten werden.
Das zweite Jahr in Folge hat die Agentur für Arbeit in Nürnberg dieses Jahr keine Lehrstellenlücke zu beklagen. Und das, obwohl die Zahl der neuen Ausbildungsverträge deutlich gesunken ist.
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Die Ausbildungsplätze werden weniger - aber die Bewerber auch. (© Foto: ddp)
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Im Ausbildungsjahr 2008/2009 hätten die Betriebe 7,1 Prozent weniger Lehrstellen angeboten als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, berichtete Raimund Becker, Vorstandsmitlgied der Bundesagentur für Arbeit (BA), in Nürnberg. Zugleich habe aber auch die Zahl der Lehrstellenbewerber um 14 Prozent abgenommen.
Während im Westen Deutschlands die angebotene Zahl der Stellen sich mit minus 5,1 Prozent vergleichsweise wenig verringerte, fielen in Ostdeutschland 14,5 Prozent der Ausbildungsstellen des Vorjahres weg. Gleichzeitig sank aber auch in Ostdeutschland mit einem Minus von gut einem Viertel (25,6 Prozent) die Zahl der Bewerber deutlich stärker als im Westen, wo die Bewerberzahl um 10,7 Prozent schrumpfte.
9600 Jugendliche in Deutschland haben bis Ende September nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Dies seien 4900 weniger als vor einem Jahr, sagte Becker. Allerdings seien derzeit noch 17.300 Lehrstellen unbesetzt. Er sei daher zuversichtlich, dass bis zum Jahresende jedem unversorgten Jugendlichen ein Ausbildungsplatzangebot gemacht werden könne, betonte Becker.
Als Ursache für die sinkende Bewerberzahl gibt die Bundesagentur für Arbeit die geburtenschwachen Jahrgänge an. Außerdem gebe es offenbar eine Tendenz zu höheren Schulabschlüssen, weshalb viele Jugendliche länger in der Schule bleiben. Darüber hinaus habe die BA ihre Bilanz bei den sogenannten Altbewerbern verbessern und davon mehr am Lehrstellenmarkt unterbringen können. Fast die Hälfte der Bewerber hatte bereits im Vorjahr oder in früheren Jahren die Schule verlassen.
Tendenz des vergangenen Jahres fortgeführt
Im vorigen Jahr hatte die BA erstmals seit sieben Jahren keine Lehrstellenlücke ausgewiesen. Damals gab es mehr unbesetzte Lehrstellen als unversorgte Bewerber, eine Bilanz die dieses Jahr ähnlich ausfällt.
Allein die Industrie- und Handelskammern hätten bis Ende September einen Rückgang um 9,2 Prozent auf 311.825 neu abgeschlossene Lehrverträge verzeichnet, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann. "Die Wirtschaft macht jedem arbeitswilligen und ausbildungsfähigen Bewerber ein Angebot auf Ausbildung", sagte der DIHK-Chef.
DGB: Geschönte Statistik
Bundesbildungsministerin Annette Schavan, CDU, nannte es einen Erfolg des Ausbildungspakts, dass es mehr unbesetzte Ausbildungsplätze als Bewerber ohne Lehrstelle gab. Trotz des geringeren Lehrstellenangebots lobte Schavan die Arbeitgeber, da diese auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in Ausbildung investierten.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte die Statistik derweil als geschönt. So hätten anderthalb Millionen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren hierzulande keine abgeschlossene Ausbildung, was 15 Prozent dieser Altersgruppe entspreche, erklärte der DGB in Berlin. "Angesichts solcher Zahlen zu behaupten, jeder ausbildungswillige und -fähige junge Mensch bekomme einen Ausbildungsplatz, ist schlicht zynisch", kritisierte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock.
Fehlender Ausbildungseifer
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hob dagegen die großen Ausbildungsanstrengungen der Wirtschaft hervor. Daher gebe es für Panikmache keinen Grund. Der Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben, betonte, die Zahlen zeigten, dass es in der Finanzkrise keine Ausbildungskrise gebe. Sorge bereite ihm allerdings die fehlende Ausbildungsreife vieler Jugendlicher.
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(sueddeutsche.de/Reuters/dpa/AFP/holz/jk)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
bis das gewünschte Ergebnis herauskommt und dann findet man
in den Medien willfährige Lohnschreiber, die den Betrug abdrucken und damit Wahrheitscharakter verschaffen.
Und 100.000 Jugendliche ohne Chance auf einen Ausbildungsplatz werden an den Stammtischen als faules Gesindel gebrandmarkt.
Es ist wirklich schlechter Journalismus, die Statistiken nicht zu hinterfragen.
73.456 Jugendliche, die in Warteschleifen untergebracht worden sind, werden vom Pakt als versorgt gezählt - obwohl sie ausdrücklich noch einen Ausbildungsplatz suchen. Werden diese Jugendlichen mitgezählt, liegt die Lücke der unversorgten BewerberInnen bei 84.000 - statt der vom Pakt verkündeten 9.603 unversorgten jungen Menschen.
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende wies zudem darauf hin, dass nicht jeder Jugendliche, der einen Ausbildungsplatz sucht, bei der Bundesagentur für Arbeit auch als BewerberIn geführt wird. In einer ersten Vorauslese werden zehntausende Jugendliche als nicht ausbildungsreif deklariert und verschwinden so aus der Pakt-Statistik.
dgb.de/presse/pressemeldungen/pmdb/pressemeldung_single?pmid=3527
Zudem ist die Qualität und freie Auswahl zu berücksichtigen. "Hauptsache irgendwas" ist doch wohl ein Witz.