USA Bettwanzen trotzen Insektiziden

Foto: Imago/UIG

Das Bettwanzen-Problem der USA vergrößert sich: Die Tiere werden gegen die gängigsten Mittel resistent.

Von Tina Baier

Sie sind hässlich, aber hart im Nehmen. Kälte macht den papierdünnen, behaarten Bettwanzen so gut wie nichts aus, und erwachsene Tiere überleben bis zu 40 Wochen ohne Nahrung. Finden sie ein Opfer, saugen sich die etwa einen halben Zentimeter großen Wanzen zehn Minuten lang mit Blut voll; dabei dehnen sie sich in der Länge aus und werden siebenmal so schwer wie zuvor.

Zu allem Überfluss haben Entomologen jetzt auch noch herausgefunden, dass die Tiere zunehmend resistent gegen die in den USA gängigsten Insektizide werden: die Neonicotinoide, kurz Neonics (Journal of Medical Entomology, online).

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Die Wissenschaftler sammelten Bettwanzen aus Wohnungen in Cincinnati und Michigan und behandelten sie mit vier verschiedenen Neonic-Produkten. Das gleiche taten sie mit Wanzen, die seit 30 Jahren im Labor gehalten werden und noch nie mit diesen Insektiziden in Berührung gekommen waren. Die Laborwanzen starben, sobald sie einer winzigen Dosis ausgesetzt wurden, den Wohnungswanzen konnte dieselbe Menge nicht das Geringste anhaben.

Offenbar werden die Neonics häufig eingesetzt, ohne den geringsten Nutzen zu haben, vermuten die Forscher. Das ist umso schlimmer, als diese Chemikalien in Verdacht stehen, mitverantwortlich für das Bienensterben zu sein.

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