Tipps für den Einkauf von weißem Spargel Mythen von der Stange

Spargel entschlackt, quietschende Stangen sind die allerbesten, regionale Ware ist immer gut: Das Frühlingsgemüse ist von Irrglauben und Halbwahrheiten umgeben. Worauf Sie wirklich achten sollten, wenn Sie Spargelgenuss haben wollen.

Von Berit Uhlmann

Mehr als 40.000 Artikel liegen in einem durchschnittlichen deutschen Supermarkt aus. Welche davon taugen etwas? Was nützt, was schadet der Gesundheit? Wie sinnvoll sind Bio-Nahrungsmittel und welche Werbefallen stellt die Lebensmittelindustrie dem Konsumenten? In regelmäßiger Folge bewerten wir hier weit verbreitete Lebensmittel für Sie. Teil 11: Spargel.

Weißen Spargel umgibt der Nimbus des Luxuriösen. Er ist ein knappes Gut, das naturgemäß nur in einem engen Zeitfenster von April bis 24. Juni erhältlich ist. Sein Anbau ist aufwändig und erfordert noch immer viel Handarbeit, die Preise sind entsprechend hoch. Nun sind die gebeugten Rücken der Spargelstecher nicht unbedingt ein gutes Verkaufsargument, weshalb dem Gemüse allerlei zweifelhafte Vorzüge angedichtet werden.

So kann man immer wieder lesen, Spargel sei ein hervorragendes Mittel zur Entschlackung. Auf den ersten Blick erscheint dies plausibel, schließlich hat er eine leicht harntreibende Wirkung und der Urin riecht so, als würde mit ihm Schädliches noch aus der hintersten Körperwindung herausgespült. Leider ist dies Humbug. Es gibt keine Schlacken im Körper. Und der seltsame Geruch - selbst das ist untersucht - stammt vom Spargel selbst.

Auch bei Blasenentzündungen, Verstopfungen, Parasitenbefall und was sonst noch alles überliefert wird, hat Spargel keine nachgewiesene Wirkung. Allerdings spricht auch nichts gegen das Gemüse. Es enthält recht viele Vitamine, vor allem Folsäure, und ist kalorienarm. Das gilt allerdings nur, wenn man ihn nicht mit den üblichen Fettexzessen wie Sauce Hollandaise oder massenhaft gebräunter Butter serviert.