Tipps für den Einkauf von Joghurt Die meisten Früchte finden sich auf dem Etikett

Auf der Verpackung dieses 150-Gramm-Bechers sind eineinhalb Aprikosen abgebildet. Tatsächlich bleiben nur ein paar Fruchtfasern übrig.

(Foto: o.H.)

Wer genau wissen will, wie viel Obst in seinem Fruchjoghurt steckt, kann einfach nachstellen, was die Verbraucherzentrale Hamburg einst probierte. Gießen Sie den Joghurt in ein Sieb, spülen sie ihn unter dem Wasserhahn ab und schauen Sie, was übrig bleibt. Es sind dürre Fasern und erbärmlich wenige Obststückchen, die rein gar nichts mit den prallen Früchten auf den Packungen zu tun haben. (Siehe Fotos)

Legal ist das allemal: Fruchtjoghurt muss nur sechs Prozent Frucht enthalten, das entspricht einer Erdbeere im 150 Gramm-Becher. Steht auf dem Etikett "Joghurt mit Fruchtzubereitung", muss sogar nur 3,5 Prozent echte Frucht im Joghurt enthalten sein. Diese Zubereitung ist ein marmeladenähnliches Gemisch, das zum großen Teil aus Zucker und Bindemitteln besteht. Da mit diesen kläglich kleinen Fruchtstückchen weder Geschmack noch Farbe in den Joghurt kommen, wird nachgeholfen: mit färbenden Lebensmitteln wie Rote-Beete-Saft oder Aromen, sagt Verbraucherschützer Valet. Für die Hersteller ist dies nach Angaben der Hamburger Verbraucherzentrale lukrativ: Mit Himbeeraroma für sechs Cent können 100 Kilogramm Joghurt aromatisiert werden. Echte Himbeeren würden mit rund 30 Euro zu Buche schlagen.

Auf dem Boden dieses 250-Gramm-Bechers finden sich ein paar Obststückchen. Abgebildet sind fünf Erdbeeren und zwei Rhabarber-Stangen.

(Foto: o.H.)

"Erkennen können Verbraucher die Art des Aromas leider nur als Zutatenlisten-Detektiv mit Spezialwissen", kritisiert Foodwatch-Experte Huizinga: Nur wenn im Kleingedruckten "natürliches Erdbeer-Aroma" steht, muss dies tatsächlich aus Erdbeeren stammen, ein "natürliches Aroma" kann hingegen auch aus Holzresten hergestellt werden (Mehr dazu in diesem Überblick).

Allerdings haben Aromen mittlerweile ein so schlechtes Image, dass Hersteller zunehmend darauf verzichten, zumindest aber geringere Mengen zusetzen als noch vor einigen Jahren. Dafür nimmt der Fruchtanteil langsam zu, schreibt Öko-Test. Um die 15 Prozent Frucht enthielten einige Joghurts. Wer mehr bevorzugt, für den liegt die Lösung auf der Hand: "Kaufen Sie Naturjoghurt und schneiden Sie selbst frisches Obst hinein", rät Valet.

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