Medizin Was ist Amyotrophe Lateralsklerose?

  • Als er Anfang zwanzig war, diagnostizierten Ärzte bei Stephen Hawking Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).
  • Bei der Krankheit sterben nach und nach die motorischen Nervenzellen ab, der Körper wird gelähmt.
  • Das Bewusstsein und die kognitiven Fähigkeiten bleiben jedoch intakt.
Von Jing Wu

Stephen Hawking war Anfang zwanzig und arbeitete gerade in Cambridge an seiner Doktorarbeit, als Ärzte bei ihm Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) feststellten. Ein ungewöhnlich frühes Alter - normalerweise wird die Krankheit zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr diagnostiziert - bei Männern etwas häufiger als bei Frauen. In Deutschland erkranken pro Jahr zwei bis drei Menschen je 100 000 Einwohner.

ALS ist eine sogenannte Motoneuronerkrankung. Motoneurone sind Nervenzellen, die im Gehirn und im Rückenmark liegen und Muskelbewegungen steuern und kontrollieren. Bei der ALS gehen diese Zellen nach und nach kaputt. Patienten leiden zunehmend an Lähmungen, Muskelkrämpfen und Muskelschwund. Erkrankte werden kraftloser, teilweise treten auch Sprech- und Schluckstörungen auf.

Hawkings ALS-Erkrankung schien eine seltene Sonderform zu sein

Mit der Zeit sterben immer mehr der motorischen Nervenzellen ab, irgendwann funktioniert auch die Atemmuskulatur nicht mehr richtig. Dies ist oftmals auch die Todesursache. Die meisten Menschen sterben innerhalb von zwei bis fünf Jahren nach der Diagnose. Die Ursache der Erkrankung ist bislang unbekannt, eine Heilung gibt es bisher nicht. Durch Medikamente und Therapien können aber sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung der Betroffenen verbessert werden.

Hawkings ALS-Erkrankung schien eine seltene Sonderform zu sein, die nur langsam voranschritt. Da sich ALS weder auf das Bewusstsein noch auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt, konnte der Physiker nach der Diagnose jahrzehntelang weiterarbeiten und die physikalischen Phänomenen des Universums erforschen.

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