Schweinegrippe H1N1 forderte 203.000 Todesopfer

Wieviele Menschen starben 2009 an der Schweinegrippe? Ein internationales Forscherteam schätzt die Opferzahl zehn Mal höher ein als die WHO.

203.000 Opfer forderte neuen Erkenntnissen zufolge die Schweinegrippe-Epidemie, die im Frühjahr 2009 ausgebrochen war und die Welt über ein Jahr lang im Atem hielt (Plos Medicine, online). Die Zahl ist mehr als zehn Mal so hoch wie es die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher berichtet hatte, die auf nur 18.449 Tote gekommen war.

Die WHO hatte jedoch nur Fälle registriert, bei denen die Todesursache im Labor bestätigt worden war. Für die neue Studie analysierte ein internationales Forscherteam unter anderem Sterbedaten aus 21 Ländern, in denen insgesamt 35 Prozent der Weltbevölkerung beheimatet ist. Dabei achtete es vor allem auf diejenigen Sterbefälle, die durch Atemwegserkrankungen verursacht wurden, da das H1N1-Virus meist die Lunge befällt und dort Entzündungen verursacht.

Mit neuartigen statistischen Methoden berechneten die Forscher dann die wahrscheinliche globale Opferzahl der Epidemie. Dabei fiel ihnen außerdem auf, dass bis zu 85 Prozent der Gestorbenen jünger als 65 Jahre war, ein deutlicher Unterschied zur üblichen saisonalen Grippe, die vor allem alte Menschen trifft.