Plötzlicher Kindstod Gefahr im Elternbett

Es mag fürsorglich wirken: Doch das gemeinsame Schlafen birgt ein Risiko.

(Foto: mathias the dread/photocase.com)

Soll der Säugling bei den Eltern oder allein schlafen? Forscher haben Tausende Daten zusammengetragen und kommen zu einem klaren Schluss: Das Schlafen im gemeinsamen Bett erhöht das Risiko des plötzlichen Kindstods.

Ein neugeborenes Baby nachts ins Bett der Eltern zu holen, erhöht das Risiko des plötzlichen Kindstods deutlich, selbst wenn keine weitere Risikofaktoren vorliegen. Während dann acht von 100.000 Kindern in ihrem Bettchen sterben, ohne dass eine erkennbare Erkrankung vorliegt, steigt die Zahl im Elternbett auf 23 von 100.000. Das gilt auch, wenn das Kind gestillt wird, kein Elternteil raucht und weder Alkohol noch Drogen im Spiel waren.

Der Risikoaufschlag für das gemeinsame Schlafen steigt sogar vom Faktor 2,7 auf 5,1, wenn das Kind jünger als drei Monate ist. Ein internationales Team von Forschern hat Daten aus europäischen, deutschen, schottischen, irischen und neuseeländischen Studien kombiniert und konnte fast 1500 Fälle von plötzlichem Kindstod mit annähernd 4700 Kontrollfällen vergleichen (BMJ Open, online).

Die Wissenschaftler bezeichnen eine Sterblichkeit von acht in 100.000 als womöglich genetisch bedingte Untergrenze, die nicht mehr durch das Verhalten der Eltern unterschritten werden könnte. Nicht alle Länder kommen dem nahe. In den Niederlanden zum Beispiel sei die Rate der unerklärten Todesfälle in den Jahren 2000 bis 2010 von zwölf auf neun pro 100.000 Neugeborene gesunken, während eine öffentliche Kampagne den Eltern vom gemeinsamen Schlafen abriet. In Deutschland betrug der Zahl der Kinder, die einen plötzlichen Kindstod starben, im Jahr 2011 nach offizieller Statistik 147: 22 von 100 000 lebend geborenen Babys.

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