Genfehler Unvollkommenheit ist die Norm

Jeder Mensch hat etwa 400 Genfehler, die prinzipiell seine Gesundheit beeinträchtigen können. Warum die meisten von ihnen dennoch nicht krank machen.

Kein Mensch ist perfekt. Diese Einschätzung wird nun durch einen genauen Blick in die Gene gestärkt. Demnach trägt jeder Mensch rund 400 Genfehler in sich, die der Gesundheit schaden können (American Journal of Human Genetics, online).

Zwei dieser Varianten seien direkt mit Krankheitsmerkmalen verbunden, schreiben die Forscher, die im Rahmen des 1000-Genom-Projekts menschliches Erbgut entziffern.

Sie haben die Gesamtsequenzen von 179 gesunden Menschen mit einem Katalog aller publizierten Mutationen verglichen, die Krankheiten verursachen. Damit konnten die Genetiker erstmals einigermaßen verlässlich quantifizieren, wie unvollkommen das Erbgut jedes Individuums ist.

"Wir wissen jetzt, dass gesunde Personen viele beschädigte oder sogar komplett inaktivierte Anlagen für Proteine besitzen, ohne dass das einen erkennbaren Einfluss auf ihre Gesundheit hätte", sagt David Cooper von der Cardiff-Universität, einer der Autoren. Die allermeisten Erbgutauffälligkeiten machen nicht krank, weil Menschen von jedem Gen zwei Exemplare besitzen. Vermutlich, so die Forscher, werde die Zahl 400 noch wachsen, sobald Technologien verfügbar sind, die auch sehr seltene Varianten aufspüren.