Demenz Krebsmedikament lindert Alzheimer bei Mäusen rasant

Ein Krebsmittel kann Alzheimer-ähnliche Symptome bei Mäusen in sagenhaftem Tempo bessern. Es reduziert die krankhaften Ablagerungen im Gehirn der Nager bereits nach sechs Stunden messbar. Doch es ist fraglich, ob das Medikament auch Menschen mit Alzheimer hilft.

Ein Krebsmedikament hat bei Mäusen Alzheimer-Symptome schneller verbessert als alle bisher untersuchten Arzneien. Offen ist aber noch, ob dies neue Hoffnungen auf ein wirksames Alzheimer-Medikament für Menschen rechtfertigt. Forscher um Paige Cramer von der Case Western Reserve University in Cleveland testeten das Hautkrebsmittel Bexaroten an genetisch veränderten Mäusen, die ähnliche Veränderungen im Gehirn und Verhalten zeigen wie an Alzheimer erkrankte Menschen (Science, online).

Bexaroten reduzierte die krankhaften Ablagerungen des Proteins Beta-Amyloid im Gehirn bereits nach sechs Stunden messbar. Nach drei Tagen waren die Ablagerungen um mehr als die Hälfte geschrumpft. Zudem begannen die Mäuse in dieser Zeitspanne, sich eher wie gesunde Tiere zu verhalten. Auch manche der zuvor getesteten Arzneien konnten bei Mäusen die Symptome bessern. Dies habe jedoch im besten Fall mehrere Monate gedauert, so Cramer.

Ein weiterer Vorteil von Bexaroten liegt darin, dass es schon lange als Medikament zugelassen und gut erforscht ist. Dennoch warnen die Autoren vor der Hoffnung, dass sich ihre Ergebnisse schnell zu einer Arznei für Menschen weiterentwickeln lassen. In der Vergangenheit wurde immer deutlicher: An Mäusen gewonnene Erkenntnisse über mögliche Alzheimer-Arzneien lassen sich kaum auf Menschen übertragen. Das liegt auch daran, dass die Tiere zwar ähnliche Symptome wie ein erkrankter Mensch zeigen, aber nicht an der gleichen Krankheit leiden - dies ist offenbar ein wichtiger Unterschied.