Borreliose und FSME Wider die Zecken-Panik

Eine Zecke sitzt auf einem Grashalm: Kommt ein Mensch vorbei, kann sie sich an seine Haut heften und Blut saugen.

(Foto: dpa)

Die ersten Zecken sind längst unterwegs - und können Borreliose und FSME übertragen. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich? Wer sollte sich impfen lassen und wie entfernt man eine Zecke?

Von Berit Uhlmann

Nicht jede Zecke ist gefährlich. Die Tiere beißen auch nicht, sondern stechen - zumindest in der Sprache der Wissenschaftler. Was Sie sonst noch über Zecken, FSME und Borreliose wissen sollten.

Hat die Zeckensaison schon begonnen?

In Bayern wurden bereits bis Ende März vier Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) registriert. Das ist nicht ungewöhnlich: Zecken sind von März bis November aktiv. Die meisten Menschen werden allerdings im Sommer gestochen, weil sie zu der Jahreszeit besonders oft leicht bekleidet im Freien unterwegs sind.

Wo greifen Zecken an?

Zecken gibt es in ganz Deutschland. Den Erreger der FSME findet man jedoch überwiegend bei Exemplare in Süddeutschland. In Baden-Württemberg und Bayern wurden fast alle Landkreise als Risikogebiete klassifiziert. Hinzu kommen einzelne Kreise in Sachsen, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Eine Karte der Risikogebiete gibt es hier.

Die Risikogebiete gelten allerdings nicht für die Borreliose, die zweite von Zecken übertragene Krankheit. Diese Erkrankung kann man sich in ganz Deutschland zuziehen.

Zecken begegnet man in Wäldern und auf Wiesen. Und egal wie gepflegt er ist: Auch der heimische Garten ist nicht sicher. Wissenschaftler der Universität Hohenheim haben etwa 60 Gärten im Großraum Stuttgart zweimal im Monat untersucht. Sie sind in jedem von ihnen fündig geworden.

Wer sollte sich impfen lassen?

Nur gegen den Erreger der FSME gibt es eine Impfung. Sie wird für alle Menschen empfohlen, die in einem ausgewiesenen Risikogebiet wohnen, arbeiten oder Urlaub machen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Einwohner von Risikogebieten.

Bei Kindern unter drei Jahren ist eine sorgfältige Risikoabwägung nötig, denn bei etwa 15 Prozent von ihnen tritt als Nebenwirkung der Impfung Fieber auf. Hinzu kommt, dass FSME-Erkrankungen bei Kindern in der Regel mild verlaufen.

Wann sollte geimpft werden?

Die Behörden raten schon zu Beginn des Frühjahrs zur Immunisierung. Die normale Impfung braucht mindestens sechs Wochen, ehe sie zuverlässig wirkt. Insgesamt sind drei Spritzen nötig; sie schützen drei bis fünf Jahre lang. Daneben gibt es eine Schnellimpfung, aber selbst sie wirkt frühestens nach drei Wochen. Auch bei dieser Immunisierung werden insgesamt drei Spritzen gesetzt, ihre Wirkung hält allerdings nur ein bis eineinhalb Jahre an.