21. November 2012 13:38 Portugal Denguefieber auf Madeira

Auf der beliebten portugiesischen Urlaubsinsel breitet sich das Denguefieber rasant aus, es ist in Europa der schwerste Ausbruch seit Jahrzehnten. Die Infektion kann zuweilen tödlich verlaufen, Reisende nach Madeira sollten sich schützen.

Moskitos gelten unter anderem als Überträger des Dengue-Fiebers.

(Foto: REUTERS)

Europa erlebt derzeit den größten Ausbruch des von Mücken übertragenen Denguefiebers seit den 1920er Jahren. Zentrum der Epidemie ist nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Vorbeugung und Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control - ECDC) die vor der afrikanischen Atlantikküste liegende portugiesische Insel Madeira.

Seit dem Ausbruch Anfang Oktober registrierten die Behörden auf Madeira 1357 Fälle. 669 davon seien durch Laboruntersuchungen bestätigt worden, 688 Fälle gelten als wahrscheinlich. Todesfälle habe es noch nicht gegeben. Auch bei 25 Personen in anderen Teilen Europas wurde die Infektion nach ECDC-Angaben festgestellt, und zwar bei Rückkehrern aus Madeira in Großbritannien, Schweden, Frankreich und Portugal.

Das Denguefieber ist eine Viruserkrankung, die von bestimmten Mücken übertragen wird und vor allem in tropischen und subtropischen Ländern verbreitet ist. Die Symptome haben eine große Bandbreite - von grippeähnlichen Symptomen bis hin zu extrem starken Schmerzen und inneren Blutungen. Etwa fünf Prozent der Patienten entwickeln einen schweren und oft tödlichen Verlauf.

Bislang gibt es gegen die Krankheit keine Impfung. Ein lokales Auftreten des Denguefiebers wurde in Europa zuletzt 2010 in Frankreich und Kroatien registriert.

Das ECDC hat keine Reisebeschränkungen für Madeira empfohlen. Es rät aber dazu, sich gegen Mückenstiche zu schützen. Die das Fieber übertragenden Mücken sind tagaktiv, ein Schutz sei daher nicht nur in der Nacht erforderlich. Auf Flughäfen und in Häfen sollten die Mücken bekämpft werden.