Die SPD will Gutverdiener höher belasten als bisher - unter anderem durch eine deutliche Anhebung des Spitzensteuersatzes. Ein Vergleich mit den Steuerkonzepten der anderen Parteien.
Entscheidend ist, was hinten rauskommt, hat ein großer Rheinland-Pfälzer einmal gesagt. Übertragen auf die Steuerpolitik bedeutet diese Erkenntnis, dass sich die meisten Menschen so lange einen feuchten Kehricht um Stufentarife, Mittelstandsbäuche und die kalte Progression scheren, wie nicht klar ist, wie viel Euro das Steuerkonzept einer Partei am Ende im eigenen Geldbeutel ausmacht. Das Jahr 2011 hat in dieser Frage noch keine echten Erkenntnisse gebracht - obwohl nach der CSU nun auch die oppositionelle SPD mit steuerpolitischen Überlegungen aufwartet.
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Die Sozialdemokraten wollen die Gutverdiener deutlich höher belasten als bisher - unter anderem durch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 49 Prozent. (© ddp)
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Was die Sozialdemokraten wollen, ist insofern von Belang, als sie im Bundesrat über Wohl und Wehe jeder Reform mitentscheiden werden. Es lohnt deshalb zunächst ein Blick auf die Gemeinsamkeiten zwischen Union, FDP und SPD. Interessanterweise haben vor allem die SPD und die CSU bei der Frage, wer eigentlich genau entlastet werden soll, exakt die gleiche Gruppe im Visier: Die Sozialdemokraten nennen in ihrem derzeit diskutierten "Fortschrittsprogramm" Familien mit einem Bruttoeinkommen zwischen 800 und 3000 Euro, bei den Christsozialen wiederum ist von Eltern mit einem Verdienst zwischen 1250 und knapp 3000 Euro die Rede.
Viel mehr Übereinstimmendes gibt es allerdings nicht, im Gegenteil: Es dominieren die Unterschiede. Das gilt vor allem für die Frage, ob über die Hauptzielgruppe hinaus auch alle übrigen Steuerzahler entlastet werden sollen.
Während sich CSU und FDP eindeutig dafür aussprechen, will die SPD Gutverdiener sogar höher belasten als bisher - unter anderem durch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 49 Prozent. Und damit nicht genug: Neben dem Einkommen nimmt die SPD auch das Vermögen der Gutbetuchten ins Visier. Laut "Fortschrittsprogramm" macht das Aufkommen der vermögensbezogenen Steuern in Deutschland gemessen an der gesamtwirtschaftlichen Leistung gerade einmal 0,9 Prozent aus. In den USA liegt die Quote demnach bei 3,1, in Großbritannien gar bei 4,6 Prozent. "Wenn deutsche Vermögen im EU-Durchschnitt besteuert würden, könnte unser Staat Mehreinnahmen von 25 Milliarden Euro jährlich erzielen", heißt es in dem SPD-Papier. In welcher Form Reiche zur Kasse gebeten werden sollen, ist allerdings noch unklar. In der Partei sind neben der Wiedereinführung der Vermögensteuer auch eine Anhebung der Erbschaft-, der Grund- sowie der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge im Gespräch. Alle diese Punkte lehnen die Koalitionsparteien, allen voran die FDP, strikt ab.
Widerstand aus dem Süden der Republik
Mit der von der SPD ebenfalls geplanten Reform des Ehegattensplittings könnten viele Liberale dagegen wohl leben - dafür ist hier Widerstand vor allem der CSU programmiert. Die Sozialdemokraten halten eine schrittweise Umwidmung des Splittingvorteils für dringend erforderlich, weil die bisherige steuerliche Unterstützung der "klassischen Ein-Personen-Versorger-Ehe" aus ihrer Sicht nicht mehr zeitgemäß ist. Stattdessen müsse der Fiskus die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser fördern.
Was das alles für das Portemonnaie der Familie Mustermann mit ihren zwei wohlgeratenen Kindern bedeutet, wird man erst wissen, wenn die SPD im Mai ein detailliertes Konzept vorlegen wird. Da immerhin ist die CSU schon weiter: Sie verspricht Eltern mit 27.500 Euro jährlichem Einkommen eine Entlastung von exakt 78 Euro im Jahr. Wer 65.000 Euro verdient, soll 384 Euro weniger Steuern zahlen müssen. Insgesamt sollen die Bürger um 5,8 Milliarden Euro entlastet werden. Einziges Problem: Kanzlerin Angela Merkel hat das Konzept bereits als nicht finanzierbar abgelehnt.
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(SZ vom 11.01.2011/mel)
Verkehrssünderdatei in Flensburg
die Flasche Whiskey hatte 40% und damit war ich bei 135% Steuern und Abgaben.
nicknoris schreibt @ElPoste - wenn ich 100 Euro am Tag verdiene
dann bleiben mir nach Steuern und Abgaben 70 Euro. Fahre ich dann zum Tanken, dann sind wieder 50 Euro Mineralöl- und Mwst. weg.
Von den verbliebenen 20 Euro kaufe ich in meiner Verzweiflung eine Flasche Whiskey und meine Steuer- und Abgabenlast steigt auf 95% .
Darf ich Verfassungsbeschwerde einlegen?
Klar, wenn Sie wieder nüchtern sind, den Sprit gabs wohl umsonst.
Das wäre auch eine Lösung.
Allerding bin ich gespannt was passiert, wenn 3 Monate lang der Staat wegen Insolvenz kein ALG2 auszahlen kann...
Warum haben die Mitarbeiter Schäubles nicht 10% Ihres Sachverstandes?
Warum haben die ganzen sog. Finanzexperten in Deutschland und die Finanzredakteure nicht 50% Ihres Sachverstandes?
Oder scheitern alle an der normativen Kraft des Faktischen (= Großkapital)
Spitzensteuer erst ab 180.000€ und damit etwa dem sechsfachen Jahreseinkommen ist nicht finanzierbar. In Holland greift die Spitzensteuer etwa ab 52.000€, jedoch sind dann keine Sozialabgaben fällig. In England ists nicht wirklich anders.
Die Gruppe 50k€ bis 250k€ hat in der zuletzt verfügbaren Einkommensteuerstatistik 2005 etwa 78 Mrd Steuern bezahlt. Das sind doppelt so viele Steuern, wie die Einkommensmillionäre an Einnahmen insgesamt hatten. In diesem Mittelstand deutlich zu senken kann sich der Finanzminister nicht leisten.
Die Frage ist für mich eher, wie man das System so umstellen kann, dass der durch die Sozialabgaben verursachte Mittelstandsbuckel verschwindet. Eine sinnvolle Lösung wäre, die Steuern formal deutlich zu erhöhen und zugleich gezahlte Sozialabgaben bzw. entsprechende Vorsorgeaufwendungen bei Selbstständigen als "Steuervorauszahlung" absetzen zu können. Somit wäre der Steuertarif und dessen Grenzsteuersatz gleich dem Abgabentarif. Ob nun progressiv, Flat oder in Stufen ist am Ende nahezu egal, denn der Finanzbedarf des Staates steht fest und das Geld muss in die Kassen. Und dieser Grenzabgabensatz wird irgendwo bei 50% liegen müssen, sonst sind Staat und Sozialversicherungen pleite.
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