Steuererklärung Die Suche nach dem richtigen Steuerberater

Für Familien gibt es bei der Steuererklärung viele Vereinfachungen.

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Ein Steuerberater kennt das Gehalt, den Kontostand und die Familiensituation seines Mandanten. Umso wichtiger ist es, dass der Steuerzahler seinem Berater vertraut. Zusätzlich muss dieser sein Fach verstehen. So finden Sie den richtigen Steuerberater.

Von Julia Löffelholz

Steuerangelegenheiten kosten Zeit und Nerven. Hilfreich ist es da, wenn einem ein guter Berater zur Seite steht. Doch woran lässt sich erkennen, ob ein Steuerberater kompetent ist? Eine erste Hilfe können Empfehlungen von Freunden oder Bekannten sein. Denn persönliche Erfahrungen sind häufig die beste Reverenz. Im Internet gibt es zudem verschiedene Register, wie steuerberater.net und steuerberatersuche.de, in denen sich Steuerberater in der Nähe finden lassen. Über die Seiten der Steuerberaterkammern gelangt man zum Steuerberater-Suchdienst von Datev. Dort kann sogar nach Spezialgebieten und Fremdsprachenkenntnissen gesucht werden.

"Wichtig ist, dass der Berater zu den Bedürfnissen des Mandanten passt", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. So gebe es Steuerberater, die auf bestimmte Bereiche, wie Insolvenzen oder Altersvorsorge spezialisiert seien. In einigen Fällen, zum Beispiel, wenn etwas vererbt werden soll, sei es hilfreich, eine Sozietät aufzusuchen, in der es neben dem Steuerberater auch noch einen Rechtsanwalt gibt.

Ist ein Kontakt hergestellt, folgt das erste Beratungsgespräch. Dort kann sich der Mandant einen eigenen Eindruck von der Kompetenz seines Beraters machen. "Wenn der Steuerberater Fragen zu den genauen Lebensumständen seiner Mandanten stellt, ist das kein Zeichen von Neugierde", sagt Klocke. Ganz im Gegenteil: "Je mehr der Steuerberater weiß, desto besser kann er den Mandanten in steuerlichen Angelegenheiten beraten." Ein detailreicher Fragebogen bei der ersten Beratung oder ein sehr ausführliches Gespräch seien daher als Qualitätsmerkmal zu sehen. Auch in den folgenden Gesprächen sollte der Berater immer wieder nachfragen, ob sich im Leben des Mandanten etwas geändert hat. "Eine Begrenzung des Fragerechts wie zum Beispiel in Vorstellungsgesprächen bei einem neuen Arbeitgeber gibt es nicht", sagt Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer.

Steuerberater haben Verschwiegenheitspflicht

Letztendlich kommt es jedoch auf das Bauchgefühl des Mandanten an. Ist der Berater freundlich? Nimmt er sich Zeit, Einzelheiten zu erklären? Geht er auf Fragen ein? "Auch persönliche Gründe können ausschlaggebend sein, zum Beispiel, wenn man nicht möchte, dass der Steuerberater im gleichen Ort wohnt, wie man selbst oder nicht bei der gleichen Praxis sein will wie der Geschäftspartner", sagt Klocke. Angst, dass der Steuerberater Privates über einen ausplaudert, braucht aber niemand zu haben. Für Steuerberater gilt eine Verschwiegenheitspflicht.

Den Titel Steuerberater darf nur tragen, wer die Steuerberaterprüfung der Steuerberaterkammern bestanden hat. Um die Zulassung dazu zu bekommen, bedarf es entweder eines wirtschaftswissenschaftlichen oder rechtswissenschaftlichen Hochschulstudiums oder einer kaufmännischen Ausbildung. Außerdem müssen potenzielle Steuerberater mehrere Jahre Berufserfahrung zum Beispiel in einer Steuerberaterpraxis vorweisen können.

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Gute Beratung kostet, aber zu viel soll es auch nicht sein. Steuerberater dürfen ihr Honorar individuell nach Ermessen festlegen. Dabei müssen sie laut Steuerberatergebührenverordnung Umfang und Schwierigkeit der beruflichen Tätigkeit, die Bedeutung der Angelegenheit sowie die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Auftraggebers berücksichtigen. Der Rahmen für die Anrechnung der reinen Arbeitszeit liegt bei 30 bis 70 Euro pro angefangene halbe Stunde. Es sei denn, ein anderer Satz wurde vertraglich vereinbart. Bei einzelnen Projekten ist auch die Vereinbarung eines pauschalen Festhonorars möglich. Damit der Mandant die Honorarrechnung besser nachvollziehen kann, ist der Steuerberater gesetzlich verpflichtet, in seiner Rechnung Mindestangaben zu machen. "Es sind die Beträge der einzelnen Gebühren und Auslagen, die Vorschüsse, eine kurze Bezeichnung des jeweiligen Gebührentatbestands, die Bezeichnung der Auslagen sowie die angewandten Vorschriften der Steuerberatervergütungsverordnung und bei Wertgebühren auch der Gegenstandswert anzugeben", sagt Schmidt-Kesseler.

Für Arbeitnehmer, die nur privat eine Steuererklärung machen müssen, hat Isabel Klocke noch einen Tipp: "Hier können auch Lohnsteuerhilfevereine helfen. Sie sind meist günstiger als ein Steuerberater." Lohnsteuerhilfevereine wie die Vereinigte Lohnsteuerhilfe beraten Arbeitnehmer gegen einen jährlichen Mitgliedbeitrag. Nach Vereinen suchen kann man auf der Internetseite des Bundesverbandes der Lohnsteuerhilfevereine. Meist richten sich die Mitgliedsbeiträge nach dem Jahreseinkommen. Berater bei Lohnsteuerhilfevereinen müssen nicht zwangsläufig eine Steuerberaterprüfung abgelegt haben. Häufig sind sie Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirte.