Schnäppchenjagd im Internet Manche mögen's heiß

Rabattportale wie Groupon, Einkaufsklubs und sogar Facebook - das Internet bietet viele Möglichkeiten für den günstigen Einkauf. Ein Überblick über die Spar-Seiten, ihre Produkte - und mögliche Risiken.

Von Charlotte Theile

Auf der Suche nach Schnäppchen finden sich im Internet viele Angebote, die zum Teil enorme Preisnachlässe versprechen. Webseiten wie groupon.de bieten Gutscheine. Die heißen "Deals". Sie ermöglichen, zu reduzierten Preisen zu kaufen. Daneben vermitteln Einkaufsklubs ihren Mitgliedern billige Angebote.

Seit neuestem führt auch Facebook Sparangebote: Über die Funktion "Orte" kann man einsehen, ob es in der Umgebung Rabatte für Facebook-Mitglieder gibt. Diese müssen online freigeschaltet werden; auf Facebook wird angezeigt, wo sich der Benutzer gerade befindet. Der Gutschein kommt direkt auf das Smartphone und wird im teilnehmenden Geschäft vorgezeigt. Die Sparangebote im Überblick.

Welche Produkte gibt es günstiger?

Rabattportale wie dailydeal.de verstehen sich auch als Stadtführer und möchten mit Hilfe der auf der Webseite verkauften Coupons Kunden auf Angebote aufmerksam machen. Daher gibt es viele "Erlebnisgutscheine" für Restaurants oder Wellness-Einrichtungen. Einkaufsklubs richten sich dagegen an Kunden, die an bestimmten Produkten wie Schuhen oder Kindermode interessiert sind.

Bei der Facebook-Anwendung hängen die Angebote von den teilnehmenden Firmen ab. So bot Cinemaxx eine Woche lang jedem Teilnehmer eine Tüte Popcorn, in der Restaurantkette Vapiano gab es eine kostenlose Vorspeise und eine Flasche Prosecco für vier Facebook-Freunde des Unternehmens. Der FC Bayern München verteilte 1000 Fan-Schals.

Wie viel kann ich sparen?

Bei groupon.de sind bis zu 83 Prozent Preisnachlass möglich. Der Online-Sprachkurs von babbel.com kostet derzeit für ein halbes Jahr statt 59,70 Euro nur 9,95 Euro. Die Ersparnis variiert, wie auch bei Facebook und den Einkaufsklubs, stark. Bei der größten deutschen Preissuchmaschine idealo.de, die mehr als eine Million Produkte überprüft, schätzt man, dass die Kunden durch den Vergleich auf der Homepage etwa fünf Prozent pro Einkauf sparen können.

Gibt es Risiken oder Nebeneffekte?

Bei kleineren Rabattanbietern können Deals platzen, wenn zu wenige Leute mitmachen; bei größeren Portalen findet dagegen fast jeder Deal statt. Diese sind aber zum Teil missverständlich formuliert, sie gelten beispielsweise nur von einem bestimmten Mindestbestellwert an. Wer mit dem sozialen Netzwerk Facebook sparen will, muss seinen Aufenthaltsort veröffentlichen.

Die Sonderangebote gelten, wie bei Einkaufsklubs und Rabattportalen, nur für kurze Zeit, so dass man sich mit dem Kauf beeilen muss. Die Preisvergleichsseiten sind meist kostenlos. Über Portale wie die Flugpreissuchmaschine opodo.de ist auch die Buchung möglich - dabei fällt eine Servicepauschale an.

Was haben die Händler davon?

Durch ein Angebot auf groupon.de werden Menschen auf Unternehmen in ihrer Umgebung hingewiesen, die sie vorher nicht wahrgenommen haben. Vier Millionen Deutsche haben auf der Rabatt-Seite schon eingekauft. Diese Aufmerksamkeit multipliziert sich über den Auftritt bei Facebook.

Zudem können Unternehmen über das soziale Netzwerk näher an ihre Kunden herankommen und Werbung passgenau platzieren, da sie ihre Interessen besser kennen. Ähnlich ist es bei Einkaufsklubs. Da immer mehr Kunden online Preise vergleichen, ist es für die Unternehmen wichtig, im Netz präsent zu sein.

Produkte müssen nicht mehr aufwendig beworben werden. Nun geht es darum, sie so zu platzieren, dass sie beim Preisvergleich auftauchen. Der Rest geschieht wie von selbst.