Mieterbund In Deutschland fehlen 250.000 Wohnungen

Immer mehr Menschen ziehen in die Großstädte, doch dort werden nicht genug Wohnungen gebaut. Nach Angaben des Mieterbundes stehen auf dem deutschen Markt insgesamt 250.000 Wohnungen zu wenig zur Verfügung.

Am schlimmsten ist die Lage in München. Dort zahlen solvente Mieter wie die sogenannten Dink-Paare (double income, no kids) in noblen Stadteilen wie Bogenhausen oder in gefragten Innenstadtlagen wie dem Gärtnerplatzviertel für eine hochwertig ausgestattete Wohnung bis zu 30 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.

Nur wenig besser sieht es in anderen Großstädten wie Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt oder Stuttgart aus: Dort werden für Wohnungen in mittlerer Lage Quadratmeterpreise von um die 15 Euro fällig, in guter Lage können es auch an die 20 Euro werden.

Die Mieten in Deutschland steigen und steigen, jedenfalls in den Großstädten. Immer mehr Menschen haben deshalb Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung zu finden. "Wir steuern geradewegs auf eine echte Wohnungsnot zu", sagte Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips. Das Problem treffe junge Familien, Rentner, einkommensschwache Haushalte und Normalverdiener.

Nach Schätzungen des Deutschen Mieterbunds fehlen derzeit in Deutschland etwa 250.000 Mietwohnungen. Wohnraum werde immer knapper, weil viel zu wenig neu gebaut werde. Nach Angaben der Organisation werden in den zehn deutschen Städten mit dem stärksten Wohnungsmangel insgesamt 100.000 Mietwohnungen benötigt - allein 31.000 davon in München, 17.500 in Frankfurt und 15.000 in Hamburg.

Die Probleme auf dem Wohnungsmarkt entstehen, weil immer mehr Menschen vom Land in die Städte ziehen - dorthin, wo es Arbeitsplätze gibt. Der Mieterbund fordert von der Bundesregierung deshalb mehr Fördermittel für den Wohnungsneubau. Die Zahl der Sozialwohnungen sei zwischen 2002 und 2010 um etwa ein Drittel von knapp 2,5 Millionen auf knapp 1,7 Millionen zurückgegangen. Nach früheren Angaben der Organisation geben Mieter bereits mehr als ein Drittel ihres Haushaltsnettoeinkommens (34,1 Prozent) für Miete und Nebenkosten aus - so viel wie noch nie.

In der kommenden Woche will der Bundestag über das vor der Bundesregierung geplante Mietrechtsänderungsgesetzes beraten. Nach Ansicht von Mieterbund-Chef Rips bringt das Gesetz erhebliche Verschlechterungen für Mieter: Diese reichten von der zeitlich begrenzten Abschaffung des Mietminderungsrechts bis hin zur Aufweichung des Kündigungsschutzes. "Die geplanten Änderungen dürfen nicht Gesetz werden", sagte Rips. Stattdessen fordert die Organisation, Mieterhöhungen stärker zu regulieren und auch bei neuen Verträgen zu begrenzen.