Indexpolice und Lebensversicherung Das bringt die Alternative zur Lebensversicherung

Lebensversicherungen sind wegen Mini-Zinsen immer weniger attraktiv. An der Börse kann die Rendite höher sein - das Risiko aber auch

(Foto: REUTERS)

Die Zinsen für Lebensversicherungen sinken. Viele Anbieter bewerben deswegen sogenannte Indexpolicen als Alternative. Was können die?

Von der Finanztip-Redaktion

Viele Menschen haben eine Lebensversicherung. Doch wer sich nun überlegt, für das Alter vorzusorgen, denkt immer seltener an dieses Finanzprodukt. Denn von 2017 an fällt noch einmal der maximale Garantiezins - von heute 1,25 auf nur noch 0,9 Prozent. Außerdem mindern Provisionen und Verwaltungskosten die Rendite der Sparer.

Deswegen preisen manche Versicherungen nun sogenannte Indexpolicen als bessere Alternative an. Doch eine Stichprobe zeigt: Auch diese Möglichkeit zur Altersvorsorge lohnt sich im Vergleich oft nicht. Indexpolicen funktionieren so: Die Versicherer nutzen die erwirtschafteten Überschüsse und koppeln den Vertrag an einen Aktienindex. Das soll langfristig mehr Rendite bringen als die üblichen Anlagen in festverzinslichen Papieren. Doch wer die Eckdaten von tatsächlichen Versicherungsangeboten mit historischen Aktiendaten vergleicht, der sieht: Die Rendite der Produkte ist nur geringfügig höher als die der klassischen Verträge.

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Vorgerechnet bedeutet das: Auf Einzahlungen in Höhe von 36 000 Euro kommen im Schnitt Kosten in Höhe von 5300 Euro - bei einer Laufzeit von 20 Jahren. Zusätzlich wurde untersucht, wie sich die Rendite der Policen im Durchschnitt entwickelt hätte, wenn es 1996 einen solchen Vertrag gegeben und man ihn abgeschlossen hätte. Herausgekommen wäre eine Rendite von durchschnittlich 1,5 Prozent. Nicht gerade üppig.

Wer sich für eine Altersvorsorge entscheidet, sollte seine mögliche Wahl mit anderen Anlagemöglichkeiten vergleichen. Hierbei schneiden Indexpolicen nicht gut ab. Die meisten orientieren sich dabei an dem Aktienindex Euro Stoxx 50. Investiert ein Anleger direkt in einen Sparplan dieses Aktienindizes, hätte er eine Rendite in Höhe von 3,6 Prozent erreicht - mehr als doppelt so viel wie bei der Indexpolice.

Auch in drei anderen Vergleichszeiträumen erreichte der Sparplan stets Renditen, die zwei- bis dreimal so hoch waren die Indexpolice. Langfristiges Sparen ist allerdings vernünftig. Deswegen hier drei Alternativen zu Indexfonds und Lebensversicherungen.

Riestern: Für die Altersvorsorge lohnt sich gefördertes Sparen. Der Zuschuss für Riester-Verträge ist ordentlich: 154 Euro Grundförderung, eine mögliche Steuerersparnis plus einmalig 200 Euro für Riester-Sparer unter 25 Jahren. Zusätzlich gibt es für jedes nach 2008 geborene Kind pro Jahr 300 Euro extra. Ob jedoch Wohn-Riester, ein Bank- oder ein Fondssparplan der richtige Weg ist, hängt vom Einzelfall ab.

Betrieblich vorsorgen: Auch betriebliche Altersvorsorgeverträge können sinnvoll sein. Die Förderung über Steuern und Einsparungen bei der Sozialversicherung kann zum Sparen motivieren. Auch der Arbeitgeber spart auf Kosten der Sozialversicherung. Allerdings ist das nicht die Idee einer Betriebsrente: Die Unternehmen sollten ihre Einsparungen an Sozialversicherungsbeiträgen - das können bei 50 000 Euro Jahreseinkommen schnell 400 Euro pro Kopf und Jahr sein - auf die Altersvorsorgekonten ihrer Mitarbeiter einzahlen. Tun sie das, kann betriebliche Altersvorsorge für viele Arbeitnehmer attraktiver sein als eine Riester-Rente.

Auf eigene Faust sparen: Um etwaige Einschränkungen eines geförderten Modells zu vermeiden, kommen sogenannte ETFs in Frage. Das sind vergleichsweise kostengünstige Aktien-Indexfonds, die man an der Börse kaufen kann.

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