Höhere Ökostrom-Umlage Strom wird deutlich teurer

Die Strompreise werden im kommenden Jahr erneut steigen. Grund dafür ist eine Erhöhung der Ökostrom-Umlage. Ein Drei-Personen-Haushalt muss 40 Euro mehr zahlen. Das Kuriose: Die Preise steigen, weil der Strom derzeit so billig ist.

Von Daniela Kuhr

Strom wird für Verbraucher erneut deutlich teurer. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Ökostrom-Umlage von derzeit 5,3 Cent pro Kilowattstunde nächstes Jahr auf 6,2 bis 6,5 Cent steigen werde, berichtet der Spiegel. Das wäre ein Plus von etwa 20 Prozent. Eine Sprecherin von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) wollte die Zahlen am Sonntag nicht kommentieren, betonte aber, Altmaier habe "in den letzten Monaten mehrfach darauf hingewiesen, dass die Umlage 2014 erneut deutlich steigen könnte". Zugleich stellte sie klar, dass die Ökostrom-Umlage nicht von der Regierung errechnet wird. "Die Höhe der EEG-Umlage wird von den Übertragungsnetzbetreibern ermittelt", sagte sie. "Die endgültige Höhe wird wie üblich im Oktober feststehen."

Zuletzt war die Ökostrom-Umlage im Januar deutlich von 3,6 auf 5,3 Cent erhöht worden. Experten hatten schon länger erwartet, dass sie erneut steigen wird. Altmaier selbst hatte im Frühjahr noch mit einem Anstieg auf sieben Cent gerechnet. Das schließt der Umweltminister mittlerweile jedoch aus. Ein wesentlicher Grund für die erneut anstehende Erhöhung ist das zunehmende Auseinanderklaffen zwischen dem, was die Netzbetreiber an der Börse für Strom bekommen, und dem, was sie den Ökostrom-Erzeugern zahlen müssen.

Diesen ist eine feste Einspeisevergütung auf 20 Jahre garantiert, während der Börsenpreis dank eines großen Angebots zurzeit so billig wie lange nicht mehr ist. Die Lücke dazwischen müssen die Verbraucher mit der EEG-Umlage schließen. Das heißt: je billiger der Börsenpreis, desto höher die Umlage. Die sich jetzt abzeichnende Erhöhung würde einen Drei-Personen-Haushalt nach Schätzungen von Experten im Jahr 40 Euro zusätzlich kosten.

Die von der Bundesregierung beauftragte Monopolkommission wird am Donnerstag ein Sondergutachten zur Energiewende vorlegen. Darin werden die Experten für ein Quotenmodell werben: Die Energieversorger sollen verpflichtet werden, von 2015 an mindestens 27,5 Prozent Ökostrom anzubieten. Die Quote soll Jahr für Jahr steigen und 2020 bei 35 Prozent liegen. Aus welcher Quelle der grüne Strom stammt, soll den Versorgern überlassen bleiben. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) nannte den Vorschlag "richtungsweisend". An einer grundlegenden EEG-Reform führt seiner Ansicht nach kein Weg vorbei.

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte eine Reform. "Das EEG war ein kluges Gesetz, als grüne Energien eine Nische waren", sagte er der Wirtschaftswoche. "Jetzt entwickelt es sich zum Hindernis für deren Zukunft." Zudem könne nicht parallel zum Atomausstieg auch auf die Kohlenutzung verzichtet werden. Das wiederum kritisierte der Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin: Wer jetzt "die Kohle für Jahrzehnte unter Artenschutz stellt, gefährdet die Energiewende", sagte Trittin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Reform des EEG bereits zu einer der vordringlichsten Aufgaben für die neue Bundesregierung nach der Wahl erklärt.