Hipp und Real nehmen Frühstücksflocken vom Markt Sind die süß!

Das Lieblingsfrühstück vieler Kinder enthält teilweise mehr Zucker als Kekse oder Schokokuchen. Zwei Unternehmen reagieren nun auf die Kritik und nehmen süße Frühstücksflocken vom Markt. Verbraucherschützer fordern eine "gesetzliche Zuckergrenze".

Kinder lieben den Geschmack, Eltern die Einfachheit: Frühstücksflocken begleiten in vielen Familien den Start in den Tag. Allerdings ist der oft ungesund, wie die Verbraucherorganisation Foodwatch im September kritisierte - bei einem Test fand sie in fast allen Produkten zu viel Zucker. Zwei Unternehmen reagieren nun offenbar auf die Kritik.

Die Supermarktkette Real hat Kinder-Frühstücksflocken mit überdurchschnittlich hohem Zuckeranteil aus dem Angebot genommen. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte, dass Real das unter dem Namen "Drachen Honeys" vermarktete Produkt nicht mehr verkaufe. Bei dem Foodwatch-Test hatte das Produkt mit einem Zuckergehalt von 45 Gramm pro 100 Gramm den dritten Platz im Zucker-Ranking (PDF) belegt.

Auch der Babynahrungshersteller Hipp bestätigte, die Produktion seiner "Knusperflakes" für Kinder im Oktober eingestellt zu haben. Das sei allerdings nicht auf Druck von Foodwatch, sondern auf Basis "ernährungswissenschaftlicher Erkenntnisse" geschehen, sagte eine Sprecherin. Gleich drei Hipp-Produkte belegten mit einem Zuckergehalt zwischen 34 und 41 Prozent vordere Plätze in der Foodwatch-Liste. Hipp hatte erst vor wenigen Tagen einen gezuckerten Kindertee vom Markt genommen.

Foodwatch hatte insgesamt 143 Sorten getestet. Das Ergebnis: Jede zweite Packung enthielt mehr als 30 Prozent Zucker, bei 80 Prozent der Produkte lag der Zuckeranteil immerhin noch bei mehr als 20 Prozent.

Foodwatch begrüßte daher nun die Reaktion der beiden Unternehmen. Noch immer seien aber über 90 Prozent der Kinder-Frühstücksflocken aus Supermärkten "wahre Zuckerbomben". Gerade einmal bei 4 von 143 Produkten habe sich etwas bewegt. "Damit sich wirklich alle Produkte verbessern, brauchen wir eine gesetzliche Zuckergrenze", fordert Foodwatch. Nur Produkte mit einem maximalen Zuckeranteil von zehn Prozent dürften an Kinder verkauft werden.