Der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou lässt seine Landsleute für die Finanzmisere bluten. Ob die finanziellen Opfer allerdings reichen, ist offen.
Der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou agiert wie ein Ertrinkender in der sturmgepeitschten Ägäis. Er schreit immer lauter nach Hilfe und hofft, dass seine Landsleute sein Flehen erhören und das griechische Schiff gemeinsam aus dem Orkan steuern werden.
Regierungschef Giorgos Papandreou muss seinen Landsleuten erklären, wie die er die Krise meistern will. (© Foto: dpa)
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Die Last, die die Retter dabei schultern sollen, ist schwer. Sie sollen weniger verdienen und mehr zahlen. Wer tut das schon gern? Die meisten Griechen haben zwar verstanden, dass ganz Hellas inzwischen in Seenot geraten ist. Aber ob dies reicht, den finanziellen Untergang abzuwenden, ist noch keineswegs gewiss.
Denn bislang waren Betrug und Selbstbetrug in Griechenland eng miteinander verbunden. Viele dachten, es gehe schon irgendwie weiter. Jeder nahm Kredite für alles und jedes auf, für das neue Auto, für die Reise nach Amerika. So machte es auch der Staat.
Nun fordert dieser Staat auf einmal etwas von seinen Bürgern. Auf 4,8 Milliarden Euro sollen sich die geplanten Sparmaßnahmen jetzt summieren, das sind zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Deutschen müssten 50 Milliarden Euro einsparen, wenn Berlin es Athen gleichtun wollte.
Papandreou möchte aber nicht nur, dass seine Landsleute seine schrillen Hilfeschreie und sein Wehklagen hören. Der Premier hofft, dass seine Beschwörungen auch in Berlin und Brüssel vernommen werden.
Am Mittwoch gab es bereits ein erstes Echo aus der EU, und dies könnte in Athen zumindest einen leichten Hoffnungsschimmer auslösen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso äußerte erstmals deutliches Lob für die griechische Regierung. Dies dürfte Athen an den Kreditmärkten helfen - und damit hätten sich Papandreous Bittgesänge schon gelohnt.
Im Video: Nach der Veröffentlichung der geplanten Sparmaßnahmen in Griechenland sprach Ministerpräsident Papandreou von schweren Entscheidungen.
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(SZ vom 04.03.2010/mel)
Moderne Verwaltung
kommt Frau Hermann in der TAZ:
taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/das-sinnlose-sparen-der-griechen/
Man kann ja die Gehälter kürzen, dann sollte man aber auch die Preise runtersetzen. Nur so funktioniert eine Abwertung innerhalb der Eurozone. Also so ähnlich wie zwischen München und der Oberpfalz. Aber, wie man sieht, die Preise werden erhöht. Das Raubbürgertum lässt sich nichts nehmen. Also enteignet diese Volksschädlinge! Man sieht generell, dass Helmut Kohl und Konsorten mindestens soviel Schaden angerichtet haben wie die Nazis. Es ist halt dasselbe Fleisch...
Früher oder später dürfte auch Deutschland gezwungen sein, entsprechende Sparübungen umzusetzen. Warum nicht gleich jetzt?
Dass in Deutschland ebenfall die Gelder aus dem Fenster geworfen werden, zeigt die jährlich neue höchste Neuverschuldung. Und Zinsen (derzeit von über 42 Milliarden) sind verlorene Gelder, die nicht investiert werden können.
Anfangen würde ich übrigens mit der Kürzung der Diäten (auf 10% der jetzigen Summe), und der Halbierung der Gehälter von Minister & Kanzlerin.
können kaum als Bluten zu bezeichnen sein. Lettländer würden sich die Finger lecken und sicher mancher in Ungarn. Die erhöhte Steuer auf Alkohol und Zigaretten sind wohl zu verkraften und wenn es mal keine Rentenerhöhung gibt stirbt auch niemand akut.
bekommt niemand durch Aktionismus in einem Jahr zurückgebogen.
Guter Wille ist lobenswert, befreit aber nicht von der Last des Berges in Null komma nix. Dieser Täuschung unterliegen viele, viele.
Meine Vermutung und diese ist schlimm: Griechenland wird es nicht überreissen und dann einiges mitreissen...
Paging