Goldgehalt Wie viel ist mein Goldschmuck wert?

Goldschmuck unterliegt der Mode.

(Foto: DPA/DPAWEB)

Goldschmuck unterliegt der Mode und lässt sich, wenn er einem nicht mehr gefällt, recht einfach wieder zu Geld machen. Wie viel Ihre Ketten, Armbänder und Ringe Wert sind, können Sie selbst berechnen.

Von Larissa Holzki

Feingold ist ein sehr weiches Material. Da es leicht verbiegt, wird nur selten Schmuck aus reinem Gold geschmiedet. Stattdessen wird es mit anderen Metallen zu sogenannten Legierungen verarbeitet. Dabei verändern sich nicht nur die Verarbeitungseigenschaften, sondern auch die Farbe des gelben Goldes. Wird Gold mit Kupfer gemischt, färbt es sich Rosé (Rotgold), Mischungsverhältnisse mit Silber und Palladium ergeben einen weiß-graufarbenen Ton (Weißgold).

Welche Legierungen, Feingehalte und Farben am beliebtesten sind, ist von Land zu Land unterschiedlich. Auch die Kennzeichnungen variieren. Auf jedem Goldschmuck, der in Deutschland gekauft wurde, sollte sich eine Prägung befinden, die den Goldanteil der Legierung anzeigt. Diese Prägung nennt man auch Punze oder Goldstempel. Hierzulande sind Händler verpflichtet, den Goldanteil in Tausendsteln anzugeben. Ist in einem Ring zum Beispiel die Zahl 750 eingeprägt, so bedeutet das, dass er zu 750 von 1000 Teilen aus Gold besteht, der Rest setzt sich aus anderen Metallen zusammen. Das entspricht einem Goldanteil von 75 Prozent.

Je höher die Prägung, desto höher der Wert

Zu den gängigen Goldlegierungen gehören 333, 375, 585, 750, 900 und 916 Promille. In einigen arabischen Ländern ist auch 875er Gold verbreitet. 999 steht für Feingold und ist daher keine Legierung. Es ist technisch unmöglich, alle Verunreinigungen zu beseitigen und somit 1000er Gold herzustellen. Da Gold zu den teuersten Edelmetallen gehört, steigt der Wert des Schmuckstückes in der Regel mit der Zahl in der Punze. Eine Übersicht über die Zusammensetzungen der häufigsten Edelmetalllegierungen finden Sie hier.

Schmuckstücke aus dem Ausland können auch mit Karat gestempelt sein. Ein Karat entspricht einem Goldanteil von 1/24. Feingold hat dementsprechen 24 Karat.

Den genauen Wert eines Schmuckstückes bestimmen Scheideanstalten und Edelmetallhändler mit der Röntgenfluoreszenzanalyse. Diese macht es möglich, nicht nur den Goldgehalt, sondern auch den jeweiligen Anteil der anderen Metalle zu ermitteln. Scheideanstalten und Edelmetallhändler vergüten auch Silber, Platin und Palladium, Steine, Perlen und Uhrwerke hingegen nicht. Eine Ausnahme bilden Diamanten.

Achtung: Wenn Sie Steine und Perlen behalten wollen, müssen Sie sie in der Regel zuvor entfernen oder dies vom Händler machen lassen. Im Schmelzverfahren gehen sie unwiederbringlich verloren.

Was bekomme ich für mein Altgold?

Den ungefähren Ankaufspreis für Ihren Goldschmuck können Sie auch selbst mit einer Briefwaage oder einer gut justierten Küchenwage errechnen. Goldankäufer arbeiten mit Hochpräzisionswaagen, die bis zu 1/100 Gramm genau wiegen. Für den Anhaltspreis genügt aber eine 1-Gramm-Einteilung. Tipp: Zur Überprüfung Ihrer Waage können Sie Euro-Münzen verwenden. Das Eineurostück wiegt 7,5 Gramm. Bei sechs Eineurostücken sollte die Waage 45 Gramm anzeigen.

Sortieren Sie Ihren Goldschmuck zunächst nach Legierungen. Der Wert von Schmuck mit unterschiedlichen Legierungen muss nacheinander errechnet werden. Was Sie bei einer Scheideanstalt oder einem Händler aktuell für Ihren Schmuck bekommen, errechnen Sie mit folgender Formel:

Gewicht x (Stempel/1000) x Ankaufspreis

Ein Beispiel: In der Punze auf Ihrer Goldkette steht 585. Beim Wiegen ergibt sich ein Gewicht von 50 Gramm. Dann rechnen Sie: 50 x (585/1000). Der Goldanteil Ihrer Kette ist also 29,25 Gramm schwer. Bietet der Händler nun 28 Euro je Gramm, bekommen Sie 819 Euro für Ihr Schmuckstück.

50 Gramm x (585/1000) x 28 Euro = 819 Euro

Aber nicht jeder Händler bietet den gleichen Preis. Bedenken Sie, dass Scheidekosten anfallen und der Händler auch etwas verdienen will. Tagesaktuelle Ankaufkonditionen können Sie zum Beispiel bei der ESG Edelmetall-Service einsehen. Auch wenn Sie lieber einen Händler in Ihrer Nähe wählen, ist ein Preisvergleich sinnvoll.

Auch der Wert von Altgold steigt und sinkt mit dem Goldkurs

Außerdem ist es hilfreich, sich des reinen Materialwertes bewusst zu sein. Um diesen zu berechnen, setzen Sie statt des Ankaufspreises den aktuellen Goldpreis in Euro je Gramm in die Formel ein. Diesen Kurs finden Sie zum Beispiel hier. Laut der Arbeitsgemeinschaft Edelmetalle werden erfahrungsgemäß rund 15 Prozent vom aktuellen Tagespreis für Schmelz-, Scheide- und Analysekosten abgezogen. Mit dem Materialwert im Kopf fällt es leichter, sich beim Händler um die Ecke nicht über den Tisch ziehen zu lassen (mehr zum An- und Verkauf von Altgold lesen Sie hier).