Abkassieren - auf Kosten der Anleger: Wenn es um Gebühren geht, sind die Anbieter von Fonds erfinderisch. Einige kassieren Erfolgsprämien - obwohl die Produkte Verluste machen.
Keine Frage: Wer erfolgreich ist, sollte dafür belohnt werden. Das gilt auch für Anbieter von Investmentfonds. Die meisten Gesellschaften haben aber seit Ausbruch der Finanzkrise ein Problem: Sie sind nicht erfolgreich. Die Unternehmen tun sich schwer, versprochene Renditen zu erwirtschaften. Nach wie vor sind die Börsen unberechenbar - kein Wunder, dass Anleger ihr Geld lieber horten. Und so sank das Anlagevermögen in deutsche Publikumsfonds nach Angaben des Branchenverbands BVI binnen zwei Jahren von 660 auf 513 Milliarden Euro.
Immer weniger Anleger investieren in Fonds. Deshalb sind die Firmen beim Erfinden neuer Gebühren höchst kreativ. (© Foto: istock)
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Diese Kapitalnot macht die Firmen erfinderisch, müssen sie doch ihre Fondsmanager und Vertriebsangestellten bezahlen. Immer mehr Unternehmen helfen sich daher mit einem Trick: Sie erheben - neben den Verwaltungsgebühren - weitere Abgaben. Diese orientieren sich am Erfolg des Fonds - zumindest sollten sie das. Eine sogenannte "Performance Fee" kassiert der Anbieter, wenn sein Produkt eine selbstgewählte Hürde übertroffen hat. Diese Hürde kann eine feste Prozentgrenze oder die Wertentwicklung eines Börsenindex sein.
Auf Kosten der Kunden
Mittlerweile verlangen große Fondsfirmen wie DWS, Deka, Union und Allianz Global Investors (AGI) für zahlreiche Fonds erfolgsabhängige Gebühren. Die DWS konnte zum Beispiel mit ihrem Fonds Global Value für das Geschäftsjahr 2008/09 eine Erfolgsbeteiligung von etwa 6,7 Millionen Euro herausziehen - was die Rendite des Fonds um 1,36 Prozentpunkte verringerte. Und zwar auf Kosten der Kunden: Der Fonds hatte im entsprechenden Jahr ein Drittel seines Wertes verloren. Nach Abzug der Kosten war er nur 0,03 Prozentpunkte besser als die selbstgewählte Hürde, der weltweite Aktienindex MSCI World Value.
Die Gesellschaften rechtfertigen ihre "Erfolgsgebühr" regelmäßig mit dem Argument, dass sowohl Anleger als auch Anbieter davon profitieren würden; schließlich seien die Fondsmanager so zu höheren Leistungen angespornt. Was gut klingt, hat die Stiftung Warentest anhand 72 globaler Aktienfonds untersucht. Ihr Ergebnis fällt vernichtend aus: "Einen systematischen Renditevorsprung für Fonds mit Erfolgsgebühr konnten wir nicht feststellen. Die Argumentation der Befürworter geht ins Leere. Die meisten Anbieter biegen den Anlageerfolg durch Tricks so zurecht, dass sie kräftig abkassieren können."
Die Gebührenmodelle der Gesellschaften sind stets so konstruiert, dass die Firmen selbst kaum verlieren können. Übertrifft die Wertentwicklung eines Fonds den Wertzuwachs eines Vergleichsindex', bekommen die Firmen bis zu 25 Prozent Bonus. Schneidet der Fonds schlechter ab als die Vergleichshürde, geschieht nichts. "Selbst renommierte Gesellschaften sind nicht einmal dazu bereit, Verluste aus der Vergangenheit zu berücksichtigen, bevor sie für Erfolge kassieren", heißt es im Urteil der Warentester.
Erfolgsgebühr als Anleger-Falle
Die meisten der untersuchten Fonds messen ihren "Erfolg" nicht an einem Aktienindex, sondern an einer festen Prozentmarke. Bei jedem fünften Fonds gilt schon das Überschreiten der Null-Prozent-Hürde als Anlageerfolg. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass den meisten Anlegern gar nicht bewusst ist, dass selbst dann eine Erfolgsgebühr fällig werden kann, wenn der Fonds ein dickes Minus erwirtschaftet hat. Ein Beispiel: Wie gesagt, messen die Manager des DWS Global Value ihren Erfolg an einem Index. Wenn sie diesen übertroffen haben, streichen sie die Gebühr ein. Ob der Fonds selbst ein Plus oder ein Minus gemacht hat, ist nicht entscheidend. Eine Gebührenbremse wie die Höchststandsregel haben sie nicht eingebaut.
Ein weiterer Trick der Firmen ist die Sache mit den Kosten. Man würde ja meinen, dass die Anbieter zunächst alle sonstigen Kosten abziehen, ehe sie den Anlageerfolg messen. Das tun aber nicht alle. Auch die Gesellschaften Deka, DJE und Union Investment berechnen die "Performance Fee" vom Bruttoertrag des Fonds - also vor Abzug der Verwaltungskosten, die bei ein bis zwei Prozent liegen.
Verbraucher sollten zudem darauf achten, in welchem Zeitraum die Gesellschaft Erfolgsgebühren erhebt. Der AHW Top Dividende International A zog zum Beispiel 2007 mehr als 330.000 Euro Erfolgsgebühr ein, obwohl er auf Jahressicht nicht einmal die Null-Prozent-Hürde erreicht hatte. Die Gebühr floss nur, weil die Gesellschaft vierteljährlich abrechnete. In gleichem Stil gelang dem B&P Optimix das Kunststück, eine negative Wertentwicklung in einen Erfolg umzumünzen: Die Erfolgsgebühr wurde täglich fällig. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät in diesen Fällen: "Da bleibt den Kunden nur, ihre Anteile zu verkaufen und anders zu investieren."
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(SZ vom 20.01.2010/tob)
Bruce Springsteen in Frankfurt
Wenn Jeder der das glaubt einfach die Finger davon lassen würde - ginge es an der Börse auch um einiges übersichtlicher und rationaler zu.
Es ist wie beim Schwimmen. Wenn man ersäuft liegt das meist nicht an der Badehose.
schön erklärt, stellt sich nur die Frage zumindest für mich, warum das system Börse nicht vollkommen geändert wird. Wenn es sich um ein kasino handelt, was es offenkundig ist, kann es eingentlich nicht angehen das dieses System auf den Rest durchschlagen kann. Das wäre dasselbe als wenn ich 1Mille bei Roulette verliere und Ihnen die Rechnung schicke. Wenn ich gewinne behalte ich die Kohle und begründe das ganze das ich ja der Gesellschaft diene weil ich arbeitsplätze schaffe. Irgendjmd muss ja meine Scheine in den Safe stecken und die Chips auf dem Tisch rumschieben. Ob diese 4 Arbeitsplätze einen möglichen Totalverlust von mehreren Millionen rechtfertigen, steht wieder auf einem anderen Blatt.
Und wenn schon dennschon. Wenn ich drauf wetten darf ob der Weizenpreis steigt, warum kann ich nicht drauf wetten wo das nächste erdbeben ist oder ob im Land x mal wieder die Miliz wütet.
Zitat: "Aber an Alle: Weg von Zertifikaten, das ist Glückspiel und die Bank gewinnt, wie im Casino. Einzig Aktion sind interessant, da ein reeller Wert dahinter steht. Ein bisschen Cash, Edelmetalle und evtl. Anleihen."
Zum heutigen Zeitpunkt bieten sich vor allem Discount-Zertifikate an (Emittenten-Risiko ist mittlerweile gering und durch die Bankenrettungsaktionen gut genug einschätzbar). Diese reduzieren das Anlagerisiko in Einzelwerte wirkungsvoll und können je nach Risikoneigung auch dann noch Gewinne abwerfen, wenn die Aktie oder der Markt ordentlich zurückgeht. Ein "bisschen" Cash ist m. E. zu wenig, 50% sollten es schon sein. Wer jetzt nicht "drin" ist und kein Daytrading betreiben will. muß mit 10% Konsolidierung in den nächsten 3-6 Monaten rechnen. Kaufgelegenheiten gibts auch danach noch.
Es gibt viele Bücher. Da steht alles drin. Auch einfach erklärt.
Aber an Alle: Weg von Zertifikaten, das ist Glückspiel und die Bank gewinnt, wie im Casino. Einzig Aktion sind interessant, da ein reeller Wert dahinter steht. Ein bisschen Cash, Edelmetalle und evtl. Anleihen.
Aber immer ohne die Bank kaufen. Man kann mit allereinfachsten Mitteln seinen eigenen "Fond" zusammenstellen. Und das kostet nichts!!!
Ein bisschen den Verlauf der Weltwirtschaft beobachten und die Indizes über lange Jahre, d.h. auf- und abbewegungen studieren und dann zum richtigen Zeitpunkt langfristig einsteigen. Es gibt auch im Jahr Monate in denen man gut kaufen kann und Monate, die man meiden sollte bzw. als Kauf- und Verkaufseinstiegspunkt wählen kann.
Und gemacht wird alles über Direktbanken online, es gibt viele davon. Nur nichts über die Bank machen. Die sagen einem nicht ob es der richtige Einstiegszeitpunkt ist; denen ist das ziemlich egal.
Zitat: "Ich habe den Glauben daran verloren, dass man durch Geldanlage mittels einer Bank ein Vermögen aufbauen kann. "
Richtig ist: man braucht Geduld und sehr viel Erfahrung, sowohl was die persönliche Risikobereitschaft angeht, als auch um die richtigen Produkte und den richtigen Einstiegszeitpunkt auszuwählen. Hinsichtlich der Erfahrung muß man, hat man diese nicht selbst, den Berater finden der alle Fragen zufriedenstellend beantworten kann.
Wenn es einem Amateur wie mir möglich ist, für das Depot meiner Mutter über die schwierigen letzten 3 Jahre bei geringem Risiko, trotz Ausrutschern wie Lehman und Escada, einen Netto-Vermögenszuwachs nach Steuern von 16,5% zu erzielen, dann sollte ein Bankberater, der den ganzen Tag nichts anderes tut, mit Leichtigkeit ein besseres Ergebnis erzielen.
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